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Nunkirchen: Die neuen Bahnen des Golfparks Weiherhof wurden eingeweiht

Nunkirchen : Hitze, Herzblut und ein „Hallelujah“

Mit einem Fest sind am Sonntagnachmittag die neuen Bahnen auf dem Golfpark Weiherhof in Nunkirchen eingeweiht worden.

Völlig von Gefühlen übermannt zeigte sich Horst Wintrich am vergangenen Sonntag bei der Neueröffnung seines Golfparks Weiherhof in Nunkirchen. Es war Leonard Cohens „Hallelujah“, gesungen von Sängerin Silke Müller, die von Thomas Graf an der Gitarre begleitet wurde, das den Inhaber zu Tränen rührte. Dass der inzwischen 80-jährige Unternehmer mit Leib und Seele ein Freund des Golfsports ist, wurde spätestens in diesem Moment deutlich.

Eingeweiht wurden an diesem Sonntagnachmittag bei höchsten Temperaturen die neun neuen Bahnen des Golfparks. Nach den Umbauarbeiten, die rund ein Jahr andauerten, können die Mitglieder des Golfclubs Weiherhof nun auf insgesamt 27 Bahnen abschlagen. Rund 20 Hektar Fläche musste Inhaber und Clubpräsident Horst Wintrich hinzukaufen, um diesen Ausbau umzusetzen. Einige Hektar habe er von Privatbesitzern aufgekauft, andere von der Stadt Wadern auf Dauer gepachtet. Derzeit habe der Club rund 680 Mitglieder und könne aufgrund des Ausbaus der Anlage nun maximal 900 Mitglieder aufnehmen. Insgesamt beschäftigt Wintrich 26 Mitarbeiter.

Neben dem musikalischen „Hallelujah“ gab es auch einen Segen für die neuen Bahnen, ausgesprochen von dem pensionierten Pastor Erwin Rech aus Losheim. Von dieser Idee war Inhaber Horst Wintrich zunächst überhaupt nicht überzeugt, wie er verrät: „Als meine Frau das vorgeschlagen hat, dachte ich mir, was soll das denn? Nein, sowas machen wir nicht. Doch jetzt, wo ich hier stehe, muss ich sagen, das war eine schöne Idee.“

Zu Gast waren neben dem Architekten der neuen Bahnen, Thomas Himmel, und zahlreichen Mitgliedern des Golfclubs auch Umweltminister Reinhold Jost, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler sowie der künftige Losheimer Bürgermeister Helmut Harth. Ihn verbindet eine besondere Geschichte mit dem Golfpark Weiherhof: Harth hatte damals scharfe Kritik an den Ausbauplänen Wintrichs geübt. Dennoch hieß der Inhaber ihn an diesem Tag willkommen. „Harth war von Anfang an ein harter Gesprächspartner, wie es sein Name vermuten lässt“, scherzte Wintrich. „Doch letzten Endes konnten wir uns einigen, wie diese Eröffnungsfeier heute beweist.“

„Als ich 2016 zum ersten Mal die Pläne gesehen habe, war ich entsetzt“, erzählte Harth, nachdem ihm Wintrich bei der Neueröffnung das Wort erteilt hatte. „Aus ökologischer Sicht war das grottenschlecht. Als Nabu-Referent wollte ich diesen Ausbau ganz verhindern. Das ist uns zwar nicht gelungen, doch wir haben es geschafft, bei dem Umbau der Golfanlage den Schaden an der Natur auf ein Minimum zu reduzieren“, sagte Harth. Statt wie ursprünglich geplant zwölf wurden letztlich nur acht Hektar Wald gerodet, führte der künftige Bürgermeister von Losheim am See weiter aus, und diese Bäume waren bereits durch Borkenkäfer und Sturmschäden so weit beschädigt, dass sie vermutlich ohnehin hätten abgeholzt werden müssen. Auch sollte ein Eichenhain neuen Ferienhäusern weichen, konnte aber komplett erhalten bleiben.

Harth lobte die Zusammenarbeit mit Horst Wintrich. „ich muss sagen, ich war positiv überrascht, als er sofort zustimmte, die Umbaupläne zugunsten der Natur zu ändern. Es wird eine ökologische Aufwertung mit Altholz betrieben, die Roughs werden ganz anders gepflegt, es werden keine Pestizide eingesetzt und nur biologisch gedüngt. Das ist nur auf ganz wenigen Golfplätzen in Deutschland so“, lobte Harth. „Ich bin mir sicher, die Vogel- und Insektenwelt wird hier auf der Anlage schon in ein paar Jahren besser aussehen als auf den landwirtschaftlichen Betrieben hier in der Region“, betonte Harth. Er wolle den Nunkircher Golfplatz auch in der Gemeinde Losheim am See bewerben, sobald er das Amt des Bürgermeisters antrete, sagte Harth.

Die Kompromissbereitschaft des Betreibers hob auch Umweltminister Jost hervor. „Man sieht, dass Horst Wintrich viel Herzblut in diese Anlage steckt, aber dabei immer mit Sinn und Verstand bei der Sache ist. Ich bin mir sicher, genau das ist das Erfolgsrezept des Golfparks Weiherhof.“ Auch das Umweltministerium habe bei dem Ausbau der Nunkircher Anlage mitentschieden.

Dass es kein leichtes Unterfangen sein würde, sei ihm schon zu Beginn klar gewesen, sagte Jost. „Natürlich hätten wir einfach sagen können, nein, das machen wir nicht. Aber ich war immer schon der Meinung, dass es besser ist, miteinander zu reden als übereinander zu reden. Und nachdem wir alle an einen Tisch gebracht hatten, konnten wir uns auch einigen, dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Wadern, dem Kreis, dem Nabu und natürlich mit Herrn Wintrich. Das ist der Beweis dafür, dass es möglich ist, Freizeitvergnügen und Naturverträglichkeit gleichzeitig umzusetzen“, betonte Jost.

„Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, da war hier nur eine Wiese und eine Eisenbahnstrecke, die ursprünglich zu einem Waffenlager der Wehrmacht führte“, erzählte der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler. „Was Horst Wintrich geleistet hat, kommt der Region zugute, dank des Golfclubs kommen mehr Leute in den Hochwald. Insgesamt ist die Erweiterung der Golf­anlage ein Gewinn für die Stadt, der Wadern noch attraktiver macht.“

Eine Idylle im Grünen: Golfer nahmen die neuen Bahnen auf dem Golfpark Weiherhof in Nunkirchen in Besitz. Foto: Ruppenthal

Zum krönenden Abschluss durchschnitten Wintrich, Jost und Schlegel-Friedrich das silberne Band am Abschlag der neuen Bahn A1. Horst Wintrichs Sohn, Andreas Wintrich, machte den ersten Abschlag auf dem neuen Loch und beeindruckte auch Golf-Veteranen mit einem Abschlag, der so gut war, dass Wintrich die Bahn glatt zu Ende spielen wollte.