1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Lokalausgabe der SZ für Merzig-Wadern am Tag der Ermordung John Lennons

Kostenpflichtiger Inhalt: Die SZ am 8. Dezember 1980 : Geld für Beckingen und Kritik am Haushalt

Es gibt Tage, die Geschichte schrieben – sei es, weil an ihnen erstmals Menschen auf dem Mond landeten, sei es, weil Deutschland völlig unerwartet erstmals Fußballweltmeister wurde, weil der Eiserne Vorhang fiel oder sei es wegen schlimmer Naturkatastrophen oder Terrorattentate. Doch was hat sich an diesen geschichtsträchtigen Tagen bei uns in der Region getan? Womit hat sich unsere Zeitung an diesen historischen Terminen beschäftigt? Wir haben im Archiv geblättert und nehmen Sie mit auf eine kleine Zeitungs-Reise in die Vergangenheit.

Als im fernen New York City der legendäre John Lennon einem Mordanschlag zum Opfer fiel (siehe Infokasten), machte sich die CDU Merzig-Wadern Sorgen über den Drogenkonsum im Grünen Kreis. So berichtete die SZ-Lokalausgabe „Anzeiger für Merzig-Wadern“ am 8. Dezember 1980 unter dem Titel „Drogenszene heißer“ über ein Treffen des jugendpolitischen Arbeitskreises der Christdemokraten. Dort forderte die CDU konkrete Maßnahmen gegen den Drogenmissbrauch, der „sich immer stärker in der Nordregion des Saarlandes ausbreite“. Die Christdemokraten erarbeiteten laut Artikel zusammen mit Experten ein Maßnahmenbündel, das unter anderem den Ausbau der psychosozialen Beratungsstelle bei der Caritas vorsah. Hinsichtlich der Finanzierung der zusätzlichen Fachkräfte nahm der jugendpolitische Arbeitskreis den Landkreis Merzig-Wadern und die Landesregierung in die Pflicht. Diese sollten sich an den Personalkosten beteiligen.

Auch in Hausbach machten die Christdemokraten von sich reden. Der Artikel „JU Hausbach wieder aktiv“ informierte die Leser darüber, dass im Losheimer Ortsteil  die CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union (JU) „nach jahrelanger Inaktivität“ wiederbelebt worden sei. Bei der Vorstandswahl setzte sich Friedhelm Haupenthal durch und wurde Vorsitzender der JU Hausbach. In seiner Antrittsrede stellte er heraus, dass der Ortsverband durch Höhen und Tiefen gegangen sei. Doch nun sei die Talsohle überwunden und die JU arbeite eng mit dem Gemeindeverband zusammen. Ein besonderer Dank ging an Klaus-Dieter Schmitt, ohne den die Wiederbelebung der JU Hausbach nicht möglich gewesen wäre. Schmitt war damals Vorsitzender des JU-Gemeindeverbandes Losheim  und erklärte, dass „eine aktive JU auch die Arbeit der CDU belebe“.

Doch was machte eigentlich die politische Konkurrenz? Die SPD Losheim übte heftige Kritik am Nachtragshaushalt der Stauseegemeinde. „SPD-Fraktionsführer Siegbert Settegast fuhr in seiner Stellungnahme zum Nachtragsetat schweres Geschütz auf“, hieß es im Artikel „Reduzierungen vorgenommen“. Die Verwaltung lasse nämlich „die notwendige Sparsamkeit“ vermissen. Settegast zufolge könne von einer „klaren und wahren Haushaltsführung“ nicht die Rede sein. Die CDU im Losheimer Gemeinderat sah das naturgemäß anders. So sei der Verwaltungshaushalt im Rahmen geblieben, erklärte Hubert Schommer. Die Vorschläge der SPD kanzelte Schommer als „unsinnig“ ab. Und der damalige Losheimer Bürgermeister Raimund Jakobs warf den Sozialdemokraten vor, ein schiefes Bild zu zeichnen. Der Haushalt wurde letztlich gegen die Stimmen der SPD beschlossen.

Währenddessen hatte der saarländische Wirtschaftsminister Werner Klumpp (FDP) „160 000 DM für Beckingen“ im Gepäck, so der Titel des Artikels im „Anzeiger für Merzig-Wadern“. Dieses Geld sollte zur Erschließung von Industrie- und Gewerbeflächen genutzt werden. Dieser Zuschuss stammte aus dem Finanztopf „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Neben Beckingen wurden auch Neunkirchen (720 000 DM) und Nohfelden (144 000 DM) vom Land unterstützt.

Nicht ganz so viel kostete die Teilnahme an den Kursen der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB). Der „Anzeiger für Merzig-Wadern“ druckte in der Ausgabe vom 8. Dezember 1980 das Programm für die nächsten sieben Tage ab. So wurde in Saarhölzbach ein Kurs im Nähen und Zuschneiden angeboten. In Brotdorf stand häusliche Krankenpflege auf dem Lehrplan. Freunde der tänzerischen Gymnastik kamen in Merzig auf ihre Kosten. Und in Rimlingen lautete das Motto „Wir basteln für Weihnachten“.

Derweil freute sich der Kirchenchor Bietzen über die Neugestaltung der Krypta der Kirche St. Martin. Letztere sei „In Eigenregie renoviert“ worden, wie es die Überschrift des Artikels auf den Punkt brachte. Die Krypta diente dem Kirchenchor seit 1932 als Proberaum, sei jedoch „in einen desolaten Zustand geraten“. Die Chormitglieder nahmen laut SZ den Umbau in ihre eigene Hand und brachten die Krypta auf Vordermann. So seien beispielsweise Toiletten und (zum damaligen Zeitpunkt) moderne Beleuchtungsanlagen eingebaut worden. Der Kirchenchor Bietzen ließ es sich nicht nehmen, bei der Einweihung der Krypta sein musikalisches Können zu zeigen – und traf damit den Geschmack des Publikums.