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Fußball: Bezirksligist FC Ensdorf verlängert mit Trainer Domeneghetti

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Ensdorfs Trainer hat einiges vor

Raphael Domeneghetti hat seinen Vertrag als Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Ensdorf verlängert. Der Franzose will mit einer Mischung aus den besten Eigenschaften des deutschen und französischen Amateur-Fußballs erfolgreich sein.

Seit seinem 28. Lebensjahr ist der heute 61-jährige Raphael Domeneghetti aus dem kleinen Ort Neufgrange in der Nähe von Hambach im französischen Departement Moselle Fußball-Trainer. Beim FC Habkirchen beispielsweise, aber zumeist in seinem Heimatland. 2018 hat der Übungsleiter, der perfekt Deutsch spricht, dann erneut den Sprung über die Grenze gewagt. Seitdem ist Domeneghetti für die sportlichen Geschicke des Bezirksligisten FC Ensdorf verantwortlich.

„Der Kontakt kam über Ensdorfs Vorstandsmitglied Markus Gabriel zustande, mit dem ich früher zusammen bei Saarberg gearbeitet habe“, erzählt der Lothringer. „Ich wollte schon immer mal in Deutschland arbeiten, deshalb habe ich zugesagt.“

Was Domeneghetti am saarländischen Amateurfußball reizt, ist vor allem dessen Stellenwert. „In Frankreich kommen zu den Spielen kaum Zuschauer. Selbst größere Clubs wie die US Forbach oder der AS Saargemünd spielen oft nur vor 150 Leuten. Bei uns ist Fußball nur Nebensache, hier in Deutschland zählt er deutlich mehr“, erklärt der 61-Jährige.

Domeneghetti hat noch weitere Unterschiede ausgemacht – mal sind diese positiv für das eine, mal für das andere Land. Was dem Lothringer in seiner Heimat besser gefällt: „Es gibt bis in die unterste Spielklasse Linienrichter. Dadurch sind die Abseits-Entscheidungen besser. Zudem sind die französischen Spieler oft technisch versierter.“ Deutsche Kicker seien dagegen vor allem im kämpferischen Bereich einen Tick besser.

Deshalb hat sich Domeneghetti, der seinen Vertrag für die neue Runde verlängert hat, etwas Besonderes vorgenommen: „Ich versuche, eine gute Mischung aus den besten Eigenschaften der Spieler beider Länder zu finden“, erklärt der Übungsleiter. Mit diesem Vorhaben hofft der 61-Jährige auf eine erfolgreiche kommende Spielzeit: „Wir wollen uns in der vorderen Tabellenhälfte etablieren“, sagt Domeneghetti.

Ein ambitioniertes Vorhaben, denn die kürzlich abgebrochene Spielzeit verlief für Ensdorf enttäuschend. Der frühere Oberligist stand – auch aufgrund schwerwiegender Abgänge in den vergangenen beiden Jahren – mit vier Zählern aus neun Begegnungen nur auf dem letzten Tabellenplatz. In der Runde 19/20 hatte Ensdorf zum Zeitpunkt des damaligen Abbruchs auf Rang 13 gelegen.

Mit deutlich vergrößertem Kader soll es nun in Zukunft aber wieder deutlich besser werden. „Sieben neue Spieler haben uns bereits zugesagt“, freut sich der Übungsleiter. „Zwei, drei weitere sollen noch hinzukommen.“ Mehr als die Hälfte der Neuzugänge, deren Namen Domeneghetti nicht verraten wollte, werden dabei aus Frankreich kommen. Einziger Abgang wird vermutlich Simon Hilt sein, der zu Kreisligist FV Schwarzenholz wechselt.

Für Domeneghetti wird die Spielzeit 21/22 seine vierte in Ensdorf. In der ersten wurde der Club Dritter. „Die erste Saison war ganz in Ordnung. Danach lief es aber schlecht“, gibt der 61-Jährige zu. „Mit dieser Impression wollte ich mich auch nicht verabschieden, sondern es besser machen.“ Für ihn war dieser Punkt einer von mehreren, warum er seinen Vertrag verlängerte. „Dazu kommt, dass der Vorstand immer zu mir gehalten und mich unterstützt hat. Ich will auch einfach nicht mehr den Club wechseln.“

Beim Vorstand des FC freut man sich darüber, dass der Trainer an Bord bleibt. „Raphael bietet ein hervorragendes Training an und ist auch menschlich ein Top-Typ“, erläutert der Spielausschuss-Vorsitzende des FC, Hermann-Josef Weiler. „Deshalb war ich froh, als Raphael uns die Zusage für die neue Runde gegeben hat.“