Studenten entwickeln Ideen zur Umgestaltung des Ortskerns von Harlingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Studenten der HTW wollen Ortskern neugestalten : Viele gute Ideen für Harlingen

Architekturstudenten der HTW Saar entwickelten Vorschläge zur Neugestaltung des Ortskerns von Harlingen. Am Montag wurden die besten Konzepte im Ort vorgestellt und ihre Schöpfer prämiert.

Gleich zwei Sieger gab es beim Studenten-Projekt zur Gestaltung der Dorfmitte Harlingen. Bürgermeister Hoffeld prämierte die Gewinner des Ideenwettbewerbs am Montagabend bei der Präsentation der Ergebnisse im Harlinger Bürgerhaus. So teilen sich die Architektur-Studenten Julian Blaumeiser und Maurice Eckert sowie Lilli Eck zusammen mit Moritz Kern den ersten Platz, Rang drei ging an Lara Merz und Celine Grasmück. Zu diesem Ergebnis kam eine Jury, bestehend aus den Ortsratsmitgliedern um Ortsvorsteher Manfred Donate und Christian Bies, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Umwelt.

„Alle Arbeiten waren qualitativ gut“, sagte Bies, drei ragten jedoch heraus. „Der Unterschied zwischen den ersten beiden war minimal“, ergänzte er, daher habe man sich dazu entschieden, beiden den ersten Platz zu geben. Gleichzeitig war der Unterschied zu dem Modell von Lara Merz und Celine Grasmück so groß, dass man sich für den dritten statt für den zweiten Platz entschied. „Alle drei Gewinner erarbeiteten Pläne zur nachhaltigen Stärkung des Ortskerns und bewiesen architektonisches Fingerspitzengefühl für das, was da ist. Modern, aber passend zum Ort“, begründete Bies die Entscheidung der Jury. „Sie berücksichtigen das Thema Grün, wollen den Durchgangsverkehr in der Ortsmitte herausholen, haben Ideen zur Belebung des Ortskerns, sei es durch ein Café oder ein Seniorenwohnheim“, erläuterte er.

„Wir freuen uns riesig“, sagt Maurice Eckert. „Wunderbar“ und „erleichtert“ fühlen sich Lilli Eck und Moritz Kern. Sie haben gehofft zu gewinnen. „Gerechnet haben wir damit nicht“, sagt Kern. Welche Erfahrung sie mitnehmen? „Dass es wichtig ist, auf die Bedürfnisse der Bürger einzugehen und das gesamte Dorf zu berücksichtigen“, erzählt Eck.

Bei dem Projekt der Stadt Merzig mit den Studierenden der Schule für Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ging es konkret um die Ortsmitte von Harlingen rund um die Kirche. „Dort stehen ein einsturzgefährdetes Haus und ein weiteres Haus leer“, sagte Bies, ebenfalls befinde sich dort ein nicht mehr genutzter Gebäudeanbau, der weichen und Platz für Neues schaffen könnte. Diese Überlegungen griffen 50 Studenten der HTW, die sich an dem Projekt beteiligten, in 24 Arbeiten auf.

In der finalen Runde stellte sich noch rund die Hälfte mit neun Plänen der Jury. Während das Modell von Lara Merz und Celine Grasmück drei öffentliche Plätze in der Ortsmitte vorsah, mit einem Wohn- und Ferienhaus sowie einer Senioren-WG mit Bistro, gleichen sich die Pläne der beiden Erstplatzierten. Beide sehen zur Belebung ein Café vor, anstelle des einsturzgefährdeten Hauses bauen Julian Blaumeiser und Maurice Eckert ein Einfamilienhaus sowie ein Haus mit zwei Büros und einer Privatwohnung. Am rechten Rand der Ortsmitte würden sie ein Wohnhaus für betreutes Wohnen errichten und den Spielplatz westlich der Kirche verlegen. Lilli Eck und Moritz Kern schlugen vor, ein Haus der Generationen mit drei barrierefreien Wohnungen und Coworking-Plätzen aufzustellen, dem gegenüber stünde ihr Café „Zukunft“, zwischen den beiden Gebäuden befände sich der Spielplatz. Neue Grünflächen sollen sich wie ein Grünes Band durch die Ortsmitte ziehen.

Professorin Eve Hartnack von der Schule für Architektur der HTW Saar betreute die Studierenden bei ihrem Projekt. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Das Projekt der Studierenden mag jetzt beendet sein, doch gleichzeitig bedeutet das nach Worten von Bies den Einstieg für das Dorfentwicklungskonzept für Harlingen. „Wir starten im Grunde jetzt bei Null“, sagte der Bauamtsleiter, „wir greifen für das Konzept die Ideen der Studenten auf, die Bürger denken sie weiter.“ Er rechnet damit, dass die Harlinger im nächsten Jahr in Form von Workshops, wie in Besseringen, ein Dorfentwicklungskonzept erarbeiten werden. Mit dem Konzept können laut Bies dann Fördermittel beantragt werden, um die Planungen in die Tat umzusetzen.

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