Saarland will Kinder trotz sinkender Zuschüsse mit Schulobst versorgen

Kostenpflichtiger Inhalt: EU gibt weniger Geld : Saarland will Kinder trotz sinkender Zuschüsse mit Schulobst versorgen

Wie macht man den Menschen eine gesunde Ernährung schmackhaft? Experten sind sich einig: Die Grundlagen dafür werden bereits in der Kindheit gelegt. Wer schon im jungen Alter häufig Obst und Gemüse auf den Teller bekommt, greift auch als Erwachsener öfter auf die Vitaminbomben zurück.

Auf dieser Basis startete vor rund zehn Jahren das Schulobstprogramm der EU. Schulen und Kindergärten werden dabei drei Mal wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Die Hoffnung: Die Kinder sollen Lust auf mehr bekommen.

„Das Saarland war das erste Bundesland, das das EU-Schulobstprogramm als begleitende Maßnahme zur eigentlichen Schulverpflegung eingeführt hat,“ freut sich Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Man möchte daran auch festhalten, obwohl die EU-Zuschüsse für das Programm erneut gesunken sind. 334 000 Euro stellt die EU für das kommende Schuljahr zur Verfügung, 626 000 Euro schießt das Land zu. Davon werden 26 270 saarländische Kinder in 233 Schulen und Kitas versorgt. Insgesamt hat das Umweltministerium in den letzten zehn Jahren 6,7 Millionen Euro investiert. „Gut angelegtes Geld“, so Jost.

Ob das Programm den gewünschten Erfolg hat, wurde zum letzten Mal im Jahr 2014 untersucht. Dabei wurde deutlich, dass vor allem zwei Gruppen davon profitieren: Kinder aus sozialen Brennpunkten, die zuhause selten Gesundes auf den Tisch bekommen – und Jungen. Die Studie zeigt, dass Mädchen häufiger Obst und Gemüse essen – weil sie offensichtlich schon zuhause öfter dazu angehalten werden, so ein Studienergebnis. Dieser Unterschied verschwindet jedoch bei Jungs, die am Schulobst-Programm teilnehmen.

Erzielt die Maßnahme darüber hinaus den gewünschten Effekt – die Bekämpfung von Übergewicht? Dazu liefert die Untersuchung keine Erkenntnisse. Dabei gibt es hier dringend Handlungsbedarf. So hat sich die Zahl der Jugendlichen mit Diabetes Typ 2 laut Angaben der Deutschen Diabeteshilfe in den letzten Jahren verfünffacht – weshalb die Bezeichnung „Altersdiabetes“ inzwischen als veraltet gilt.“

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