Saarland arbeitet gegen Coronavirus mit Robert-Koch-Institut zusammen

Kostenpflichtiger Inhalt: Notfallmaßnahmen festgelegt : Saarland wappnet sich gegen Coronavirus

Das Coronavirus löst Lungenkrankheiten aus und kann artübergreifend übertragen werden. Das Virus breitete sich zuletzt rasant aus. Die Behörden im Saarland haben Vorkehrungen getroffen.

Deutschland hat inzwischen fünf bestätigte Fälle des Corona-Virus zu beklagen und auch das Saarland hat einen ersten Verdachtsfall. Der Erreger breitet sich global aus. Zunächst war er nur in der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan aufgetreten, inzwischen haben die chinesischen Behörden drei Städte in der Provinz Hubei unter Quarantäne gesetzt. Weltweit gibt es inzwischen 170 Todesfälle und mehr als 8100 Infizierte.

Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat laut einer Pressemitteilung des saarländischen Gesundheitsministeriums „präventiv ein Screening zu Verdachtsabklärung (...) erstellt“. Dennoch gebe es laut Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) „keinerlei Grund zur Verunsicherung“. Aufgrund der Empfehlungen des Berliner Instituts habe man Maßnahmenkataloge erstellt, um im Verdachtsfall handlungsfähig zu sein.

Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Foto: BeckerBredel

Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählt die Unterbringung in einem Einzelzimmer, so lange der Patient noch nicht als bestätigter Fall beziehungsweise wahrscheinlicher Fall gewertet werden muss. Ein mögliches Indiz für eine Ansteckung sind Symptome, die die Atemwege betreffen. „Dieser erste Schritt kann von jedem Krankenhaus im Saarland realisiert werden“, sagt Bachmann. „Für alle weiteren Schritte hat das Saarland einen Vertrag mit dem Land Hessen zur Mitbenutzung des sogenannten Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) in Frankfurt am Main.“ Dieser Arbeitskreis ist Teil eines deutschlandweiten Expertennetzwerks für hochansteckende Krankheiten.

Weiterhin muss jeder, der mit dem Patienten in Kontakt tritt, Schutzkleidung tragen. Diese besteht aus Schutzkittel, Handschuhen, Schutzbrille sowie Mund-Nasen-Schutz. Außerdem erfolgt umgehend eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt. Danach muss in Zusammenarbeit mit dem Labor eine Diagnose erfolgen. Erst wenn diese positiv ausfällt, spricht man von einem bestätigten Fall. Auch wenn jemand, der in Kontakt mit einem bestätigten Fall stand eine Lungenentzündung entwickelt, werden Therapiemaßnahmen in die Wege geleitet. Der Patient wird gegebenenfalls in einem Isolierzimmer mit Schleuse oder einem Vorraum untergebracht. „Auch hier im Saarland sind wir aufgestellt und im Falle einer möglicherweise auftretenden Erkrankung können wir handeln“, sagt Gesundheitsministerin Bachmann.

Das Coronavirus mit dem Namen 2019-nCoV ruft Fieber und Symptome einer Lungenentzündung hervor. Es handelt sich dabei um eine Variante des Sars-Virus, das in den Jahren 2002 und 2003 zu etwa 8000 Infektionen und 800 Toten weltweit geführt hat. Das Virus kann sowohl von Tieren auf den Menschen als auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.