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Ottweiler Klinik soll Zentrum für ambulante Operationen werden.

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Verlagerung von Betten nach St. Wendel : Ottweiler Klinik soll Zentrum für ambulante Operationen werden

Durch Betten-Verlagerungen wächst das Krankenhaus in St. Wendel merklich. Marienhaus spricht von einer „deutlichen Aufwertung“ des Nordsaarlandes.

Für die künftige Nutzung des Gebäudekomplexes der Ottweiler Marienhausklinik, die bis zum Ende des Jahres nach St. Wendel umziehen wird, gibt es erste konkrete Pläne. Der Träger Marienhaus will dort unter anderem ein neues Zentrum für ambulante Operationen ansiedeln, um auf diese Weise seine Standorte
St. Wendel und Neunkirchen-Kohlhof zu entlasten. „Wir schätzen, dass wir im Juli anfangen können“, sagte Dr. Ernst Konrad, der Sprecher der Ärztlichen Direktoren des Klinikverbundes Saar-Ost, der SZ. Zudem sollen große Teile der Verwaltung von
St. Wendel und Neunkirchen nach Ottweiler umziehen.

In einem ersten Schritt soll zunächst das Marienkrankenhaus St. Wendel ambulante OPs in dem neuen OP-Zentrum in Ottweiler durchführen lassen, später auch die Marienhausklinik Kohlhof. Auch niedergelassene Chirurgen oder Gynäkologen könnten dort künftig operieren, sagte Konrad. Die drei Kliniken St. Wendel, Kohlhof und Ottweiler bilden bei Marienhaus den Klinikverbund Saar-Ost.

Konrad sagte, auf Grund der vom Bund beschlossenen Reformgesetze werde immer mehr ambulant operiert. Allein in St. Wendel und Ottweiler habe es im vergangenen Jahr mehr als 1200 ambulante Operationen gegeben. „Wir operieren in den OP-Räumen, die schon da sind“, sagte Konrad. Derzeit gibt es in Ottweiler drei OP-Säle, von denen künftig zwei genutzt werden sollen, der dritte soll zum Aufwachraum werden.

In Ottweiler ist es derzeit nur noch die Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie mit Intensivstation. Für die erwartete Welle von Corona-Patienten war Ottweiler zur Corona-Klinik ausgebaut worden, um umliegende Krankenhäuser zu entlasten. Allerdings werden derzeit nur noch sehr wenige Corona-Verdachtsfälle und -Patienten in Ottweiler behandelt.

Die bevorstehende Verlagerung der Klinik Ottweiler (laut Krankenhausplan 152 Betten) geht mit einer deutlichen Stärkung des Standorts St. Wendel einher (laut Plan 298 Betten). Die Gefäßchirurgie und die Orthopädie/Unfallchirurgie waren bereits Ende März umgezogen. Bis zum Jahresende wird auch das Herzkatheterlabor zur Behandlung von Herzinfarkten nach St. Wendel verlagert. Über 100 Betten stehen allein in den Bereichen Orthopädie/Unfallchirurgie, Allgemein- und Gefäßchirurgie zur Verfügung. Zum Vergleich: Der Winterberg hält in diesen Bereichen laut Krankenhausplan rund 130 Betten vor. Ebenfalls in diesem Jahr war die konservative Orthopädie mit ihren 58 Betten aus Losheim nach St. Wendel umgezogen.

Mit dem chirurgischen Schwerpunkt, dem Herzkatheterlabor und der „Stroke Unit“ zur Behandlung von Schlaganfällen in St. Wendel sei das Nordsaarland inzwischen sehr gut versorgt. „Damit haben wir eine deutliche Aufwertung der Region erreicht“, sagte Konrad.

Inzwischen können diese Kapazitäten wieder stärker ausgelastet werden, weil die Kliniken schrittweise wieder in den Normalbetrieb zurückkehren dürfen. Konrad appellierte an Patienten, bei akuten Beschwerden sofort in die Kliniken zu kommen. „Es nutzt nichts, aus Angst vor Covid nicht ins Krankenhaus zu gehen und dann wegen eines Schlaganfalls zu sterben. Wir sind voll leistungsfähig.“ Es gebe hervorragende Hygiene-Konzepte. Jeder Patient, der stationär aufgenommen werde, werde auf Corona getestet.