Landtag im Saarland befasst sich mit Gesetz zum Landessportverband LSVS

Kostenpflichtiger Inhalt: Anhörung im Landtag : Was der Sport am LSVS-Gesetz ändern will

Der Innenausschuss des Landtages hat sich am Donnerstag mit dem neuen Gesetz zum Landessportverband (LSVS) befasst.

In einer Anhörung trugen das LSVS-Präsidium und neun Fachverbände ihre Änderungswünsche vor. Unter ihnen befand sich der Saarländische Turnerbund, der zweitgrößte Verband im Land. Mit dem ATSV Saarbrücken meldete sich auch ein Großsportverein zu Wort. Zum Leistungssport äußerte sich Tim Meyer, Sportmediziner an der Saar-Uni und Initiatior der „Allianz für die Zukunft des Saarsports“.

Der Termin war mit einiger Spannung erwartet worden, nachdem der Gesetzesentwurf von CDU und SPD im Juni auf Kritik aus dem Sport gestoßen war. Aber auch, weil es zwischen dem LSVS als Dachorganisation und einzelnen Verbänden zuletzt zum Konflikt um Geschäftsstellen an der Hermann-Neuberger-Sportschule gekommen war. Am Mittwoch hatten sich deshalb in Saarbrücken mehrere hundert Mitglieder aus Sportvereinen und Fachverbänden zu einer großen Demonstration versammelt.

In Zukunft soll ein hauptamtlicher Vorstand den LSVS führen. Nach der Finanzaffäre steht im Gesetzentwurf, die neue Führung solle „ökonomische Fachkenntnis“ mitbringen. Der LSVS will, dass der Gesetzgeber auch sportliche Kompetenzen verlangt. Das berichteten Teilnehmer der Sitzung. Neu ist der Wunsch, das Spitzenpersonal aus der Staatskasse bezahlen zu lassen.

Geht es nach dem LSVS, dann soll der künftige Aufsichtsrat mehr sein als ein Kontrollorgan. Das Gremium, das an die Stelle des bisherigen Präsidiums tritt, soll auch die sportpolitischen Ziele des LSVS formulieren, ihn überregional vertreten dürfen.

Wie die Mitgliederversammlungen des LSVS in Zukunft aussehen werden, wie viele Delegierte die Verbände jeweils entsenden, worüber sie entscheiden – auch darüber wurde laut Teilnehmern im Innenausschuss gesprochen. Mehrere Fachverbände, darunter Turner, Leichtathleten und Handballer, wollen die umstrittenen Geschäftsstellen im Gesetz festgeschrieben sehen.

Im Parlament zeigte man sich offen für Änderungen am Gesetzestext. Es sei gut, dass viele Fachverbände der Einladung in den Ausschuss gefolgt seien, sagte Raphael Schäfer, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Schäfer sprach von „konstruktiven Vorschlägen“. Jochen Flackus, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken, sagte, es sei deutlich geworden, dass im Gesetzentwurf bei der Demokratie innerhalb des Verbandes „noch Luft nach oben“ sei. Der Entwurf müsse verändert werden, so Flackus. SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn (SPD) signalisierte die Bereitschaft zu einer Überarbeitung. Er gewann im Ausschuss aber auch einen anderen Eindruck: „Das Gesetz ist nicht so schlecht, wie manche es gemacht haben.“

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