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Coronavirus Kein Rettungswagen für hochansteckende Patienten im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Kein Rettungswagen für hochansteckende Patienten im Saarland

Was wäre, wenn ein Patient mit dem Coronavirus im Saarland transportiert werden müsste? Einen speziellen Rettungswagen für hochansteckende Patienten gibt es hier nicht.

Das Saarland meldete bisher keine Infektion mit dem Coronavirus – nur Verdachtsfälle. Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) sieht die Region für einen „möglichen Ernstfall gerüstet“.

Gilt das auch für den Krankentransport? Diese Frage wirft nun die Antwort der Landesregierung auf eine AfD-Anfrage im Landtag auf. AfD-Fraktionschef Josef Dörr hatte wissen wollen, ob Spezialfahrzeuge für hochinfektiöse Patienten im Saarland zur Fahrzeugflotte gehören – sogenannte Infektions-Rettungswagen, kurz: I-RTW. Tun sie nicht.

Ein solches Fahrzeug werde beim Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF Saar) nicht vorgehalten, erklärte die Landesregierung. Für den Ernstfall haben die Behörden jedoch ein Verfahren erarbeitet, das von der Regierung „als ausreichend angesehen“ wird. Wohl auch, weil das bundesweit für Infektionskrankheiten zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) in seinen Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus den Einsatz von Spezialfahrzeugen nicht vorsieht.

Wenn es der Gesundheitszustand zulasse, verbleibe der Patient im jeweiligen Krankenhaus, so die Regierung im Saarland. Aber was geschieht, wenn ein Erkrankter verlegt werden muss – etwa ins Universitätsklinikum nach Homburg oder auf den Saarbrücker Winterberg, wo man auf Infektionskrankheiten spezialisiert ist?

In diesem Fall käme ein normaler Rettungswagen zum Einsatz, der anschließend „außer Betrieb genommen“ werde, wie es in der Antwort heißt: „Eine hygienische Aufbereitung des Rettungswagens findet nach Kenntnis der endgültigen Diagnose der transportierten Patientin oder des transportierten Patienten statt.“ Für das Personal ist ein „Vollschutz“ vorgesehen, eine persönliche Schutzausrüstung sei vorhanden.

Sollte jedoch eine Behandlung auf einer Sonderisolierstation notwendig werden, sehen die Abläufe anders aus. Deutschlandweit existieren nur sieben Behandlungszentren dieser Art, organisiert über den Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (Stakob) des RKI.

Eine der Stationen befindet sich in Frankfurt, am dortigen Universitätsklinikum. Und die Berufsfeuerwehr der Mainmetropole verfügt über einen Infektions-Rettungswagen, den das Saarland anfordern könnte. Man habe diesbezüglich eine Vereinbarung mit dem Land Hessen.

Worin liegt die Besonderheit eines Spezialfahrzeugs? Anders als beim üblichen Rettungswagen ist der Transportraum eines Infektions-Rettungswagens nach außen abgedichtet – auch zum Führerhaus. Die Belüftung verfügt über Filter und andere Einrichtungen, damit Krankheitserreger nicht übertragen werden. Hersteller solcher Rettungswagen werben damit, dass der Aufbau unter anderem den Schutz vor Sars gewährleistet – dem schon länger bekannten, mit Corona verwandten Virus.

Auf die mögliche Mitnutzung der Isolierstation in Frankfurt verwies das Saar-Gesundheitsministerium übrigens auch, als es konkret um die Maßnahmen gegen das Coronavirus ging. Besteht ein Corona-Verdacht, ist für den Patient ein Einzelzimmer vorgeschrieben. „Dieser erste Schritt kann von jedem Krankenhaus im Saarland realisiert werden“, sagte Ministerin Bachmann. Wird die Infektion mit dem Coronavirus durch zwei Laborbefunde bestätigt, bedarf es laut Ministerium eines Isolierzimmers mit Vorraum oder Schleuse.

Das Robert-Koch-Institut setzt beim Coronavirus auf Eindämmung, das erklärt auch die vorgeschriebene Quarantäne für 14 Tage. Für eine abschließende Beurteilung der Schwere der neuen Atemwegserkrankung lägen gegenwärtig nicht genügend Daten vor, erklärt das RKI in einer aktuellen Mitteilung. Die Gefahr für die Bevölkerung wird jedoch als „weiterhin gering“ eingeschätzt.