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Ärzte im Saarland erleichtert: Schutzmasken sollen in Kürze eintreffen

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Pandemie : Saar-Ärzte erleichtert: Schutzmasken für Praxen sollen in Kürze eintreffen

Die Kassenärztliche Vereinigung hat auf eigene Faust 100 000 Schutzmasken bestellt. Das schafft erst einmal etwas Luft, eine weitere Lieferung wird erwartet. Ein großes Unternehmen spendet den Saar-Praxen zudem Schutzausstattung.

Der dramatische Engpass bei Schutzmasken für das Personal in den Praxen der niedergelassenen Ärzte im Saarland ist fürs erste beseitigt. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat nach eigenen Angaben 100 000 Exemplare bestellt, die Praxen ab Freitag, 10 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, über ein Bestellportal der KV ordern können. Die Masken sollen am Montag eintreffen und dann sofort in den Praxen verteilt werden. „Es geht jetzt los, wir sind echt froh“, sagte KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann der SZ.

Als erstes sollen Dialyse-Ärzte mit den dringend notwendigen Masken ausgestattet werden. „Da brennt’s am meisten“, sagte Hauptmann. Anschließend seien alle anderen Ärzte an der Reihe. Bis Ende der kommenden Woche sollen weitere 100 000 Masken geliefert werden.

Die KV habe Masken im Wert von 700 000 Euro bestellt. Auf diese Weise soll die Zeit überbrückt werden, bis die vom Bund in großem Stil bestellte Schutzausstattung im Saarland ankommt. Bezüglich der Bestellung von Schutzanzügen, die ebenfalls vor allem bei Dialyse-Ärzte (Nephrologen) fehlten, stehe man in Kontakt mit einem seriösen Lieferanten aus China, sagte Hauptmann. Zudem habe der Kosmetikhersteller L’Oréal 10.000 Masken und 12.000 Paar Schutzhandschuhe gespendet.

Hauptmann äußerte sich auch zur Diskussion um Arztbesuche in der Corona-Krise. Der Vorsitzende der KV-Vertreterversammlung, Dr. Dirk Jesinghaus, hatte Patienten geraten, nur noch in dringenden Fällen Praxen aufzusuchen und zum Beispiel routinemäßige Kontrolluntersuchungen oder Vorsorgeuntersuchungen zu verschieben.

Dazu sagte KV-Chef Hauptmann, die Praxen sollten den normalen Betrieb aufrechterhalten, ohne Patienten und Praxispersonal zu gefährden. Patienten, die Zweifel hätten, ob sie zu einer Untersuchung gehen sollen, riet Hauptmann, mit ihrer Praxis in Verbindung zu treten. Dies müsse im Einzelfall entschieden werden.