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466 Infizierte: Was die Corona-Fallzahlen aus dem Saarland zeigen

Kostenpflichtiger Inhalt: 466 Menschen infiziert : Was die neuen Corona-Fallzahlen aus dem Saarland zeigen

466 Corona-Fälle gibt es derzeit im Saarland. In einer neuen Analyse zeigt unsere Zeitung mit aktuellen Grafiken, wie sich das Coronavirus lokal ausbreitet. Zunehmend trifft die Lungenkrankheit Covid-19 auch Senioren.

Die Risikogruppe der älteren Menschen ist in der Statistik noch immer unscheinbar. In der aktuellsten Auswertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind elf von 399 erfassten Erkrankten aus dem Saarland über 80 Jahre alt. Damit entfällt auf diese Altersgruppe bisher nur ein Bruchteil der Corona-Fälle in der Region. Zuletzt hatte das RKI in seiner Zählung jedoch nur einen einzigen Krankheitsfall in diesem Alter ausgewiesen. Insgesamt machen Patienten über 60 Jahre im Saarland nun rund 15 Prozent der Krankheitsfälle aus.

Nicht anders als im restlichen Bundesgebiet ist die überwiegende Mehrheit der Erkrankten im Saarland zwischen 35 und 59 Jahren alt. Das Durchschnittalter der Corona-Patienten in Deutschland liegt laut RKI bei 45 Jahren – ein großer Unterschied zu Italien, wo der Schnitt über 60 Jahre beträgt. In der Bundesrepublik ergibt sich bei den Todesfällen im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus ein Durchschnittsalter von 81 Jahren.

Auch im Saarland sind die bisherigen Corona-Toten fortgeschrittenen Alters. Nachdem am vergangenen Freitag in Homburg ein Mann von über 80 Jahren gestorben war, erlagen am Dienstag in Saarbrücken zwei Frauen, 58 und 72 Jahre alt, der Lungenkrankheit Covid-19. Die Verstorbenen litten laut Behördenangaben allesamt unter Vorerkrankungen.

RKI-Chef Lothar Wieler griff am Mittwoch auf, dass die Sterblichkeit in Deutschland niedriger ausfällt als in anderen Staaten und auch ältere Menschen seltener an Covid-19 erkranken. „Das ist auch ein Fakt, der sich in den Todeszahlen und Altersschwankungen darstellt“, sagte er in Berlin. Allerdings wollte Wieler über mögliche Ursachen nicht spekulieren. Stattdessen betonte er: „Wir sind am Anfang der Epidemie.“ Es sei offen, wie diese sich weiter entwickele, sagte er. „Und natürlich steigt auch in Deutschland die Anzahl der Todesfälle.“

Nach den Daten des RKI sind in der Bundesrepublik bisher 149 Menschen am Coronavirus gestorben, insgesamt bezifferte Wieler die Gesamtzahl der Infektionsfälle auf 31554. Länger sprach der Chefexperte über diese „amtlichen Zahlen“, die in den vergangenen Tagen wegen eines erheblichen Meldeverzugs in die Kritik geraten waren. Wieler verteidigte die Datenerhebung durch die offiziellen Stellen. Einmal wich der RKI-Präsident jedoch von den genauen Zahlen ab – als er sich auf die Schätzung seines Hauses berief, dass mittlerweile „mindestens 5600 Infizierte genesen“ seien.

Wie haben sich die Fallzahlen im Saarland bis zur Wochenmitte entwickelt? Der rasante Anstieg der Krankheitsfälle, mit dem Experten und auch die Landesregierung gerechnet hatten, ist vorerst ausgeblieben. Breitet sich das Virus in der Region langsamer aus? „Zumindest haben wir Hinweise aufgrund der aktuellen Fallmeldungen, dass es einen leichten Dämpfungseffekt zu geben scheint“, sagte der Virologe Jürgen Rissland vom Uniklinikum in Homburg am Dienstag unserer Zeitung. „Nur ob der anhaltend ist und wie stark er sich auswirken wird, das ist derzeit noch nicht richtig absehbar.“ Nach Angaben des Gesundheitsministeriums zählte das Saarland bis Mittwoch (15 Uhr) insgesamt 466 Infektionen mit dem Coronavirus.

169 Corona-Fälle entfallen auf den Regionalverband Saarbrücken, davon 109 auf die Landeshauptstadt. Der Saarpfalz-Kreis folgt an zweiter Stelle mit 94 Infizierten, deutlich mehr als die Kreise Saarlouis und St. Wendel mit jeweils 62 am Mittwoch meldeten. Der Trend im Saarpfalz-Kreis hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet. Kaum angewachsen ist die Zahl der Erkrankten im Kreis Neunkirchen, wo bisher 49 Infektionen nachgewiesen sind. Merzig-Wadern zählt nun 30 Fälle.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gelten 21 Corona-Patienten in der Region mittlerweile als geheilt, während 35 Menschen derzeit in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus sind. Unter ihnen befinden sich 16 Menschen, die intensivmedizinische Hilfe benötigen.