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Streit um Brett Kavanaugh
Maximale Heuchelei

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der in Washington derzeit tobende Streit um die Bestätigung von Donald Trumps Richter-Kandidaten, Brett Kavanaugh, eignet sich bestens, um ein weltweit beliebtes Bürger-Vorurteil zu bestätigen. Von Friedemann Diederichs

Und das lautet: Politik ist ein schmutziges Geschäft mit viel Heuchelei. Das gilt auch im Fall Kavanaugh und dem Vorwurf, dieser habe vor 36 Jahren als Schüler im Alter von 17 Jahren eine 15-Jährige sexuell bedrängt. Der Präsident hat sich und seiner Partei mit seiner Twitter-Attacke gegen das mutmaßliche Opfer keinen Gefallen getan – zumal ihn selbst ein Dutzend Frauen unerwünschter sexueller Avancen beschuldigt haben. Er hätte in diesem Fall besser geschwiegen. Und die Demokraten vereinnahmen die Vorwürfe der Frau – einer Anti-Trump-Aktivistin und Parteispenderin – als politische Waffe für sich, um die Ernennung Kavanaughs zum Richter zu verhindern. Mit ihrer Strategie streben sie eine maximale Verzögerung der Abstimmung bis nach den Kongress-Zwischenwahlen am 6. November an. Für den Fall selbst gilt: Zeugen können sich an nichts erinnern und strafrechtlich ist die Verjährung eingetreten. Am Ende des Schmierentheaters würde lediglich Aussage gegen Aussage stehen.