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Kleine Crossover im Vergleich: Kia Stonic, Nissan Juke, Seat Arona

Kostenpflichtiger Inhalt: Vergleichstest : Kleine Lieblinge überzeugen mit viel Platz

Drei kleine Crossover mit 1,0-Liter-Turbo-Benzinmotoren und Leistungen zwischen 115 und 120 PS im Vergleich: Kia Stonic 1.0 T-GDI, Nissan Juke DIG-T 117und Seat Arona 1.0 TSI

Nicht zufällig stehen die kleinen Crossover, eine Mischung aus Limousine und Geländewagen, in der Gunst der Autokäufer weit oben. Bieten sie doch für überschaubares Geld viel Auto: überraschend viel Platz für Insassen und Gepäck, dazu kleine turbogeladene Benzinmotoren, die für die überwiegende Mehrheit der Kunden stark genug sind und sparsam obendrein. Zu den weiteren Vorzügen zählen die höhere Sitzposition und das oft praktischere Konzept gegenüber ihren konventionellen Kleinwagen-Schwestern.

Frisch auf dem Markt ist der Nissan Juke in zweiter Generation, aber auch die beiden anderen Crossover sind recht neu. Das gilt insbesondere für den Seat Arona. Er mischt das Segment nicht zuletzt durch seine sportliche Abstimmung auf, speziell in der FR-Ausstattung. Ein ordentlicher Schuss Dynamik durch die straffe Abstimmung tut ihm jedenfalls gut und erhöht den Fahrspaß. Kurven mag er, absolviert sie fast ohne Seitenneigung.

Unebenheiten steckt der Arona gekonnt weg und lässt gerade in dieser Disziplin Juke und Stonic hinter sich. Zu dem guten Eindruck trägt auch die exakt und direkt agierende Lenkung bei. Er ist mit dem 115 PS starken 1,0-Liter-Turbo und der Siebengang-Direktschaltautomatik auch flott motorisiert. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er in 9,8 Sekunden, in der Spitze erreicht er von 190 km/h. Beides sind Bestwerte im Vergleich. Gefallen hat uns auch die ruhige Laufkultur des kleinen Benziners. Dass er zudem mit 6,5 Liter im Praxisverbrauch der Sparsamste im Trio ist, wenn auch knapp, kann kein Nachteil sein.

Obwohl der Seat mit 4,14 Metern Außenlänge der kürzeste der drei ist, passt einiges hinein. Das Gepäckabteil fasst 400 bis 1280 Liter. Da steckt er mehr weg als der Kia (352 bis 1155 Liter), der wie die Kontrahenten eine überwiegend ebene Ladefläche aufweist. Nur beim Juke kann man in den Normal-Kofferraum (422 Liter) noch etwas mehr einpacken.

Vorn fühlen sich die Insassen im Arona luftiger untergebracht als in den Konkurrenten. Beim FR thronen sie auf serienmäßig stark ausgeformten Sportsitzen. Selbst Fondpassagiere müssen auf der wohlgeformten Rückbank nicht beengt sitzen. Auch im rundum gewachsenen Juke (plus acht Zentimeter in der Länge, elf im Radstand) hat sich der Reisekomfort verbessert, besonders hinten. Was keiner der drei Kandidaten offeriert, ist eine verschiebbare Rückbank; diesen Pluspunkt bietet im Segment der Citroën C3 Aircross, der insgesamt komfortbetonter ausgelegt ist.

Mit 120 PS Leistung ist der Stonic nominell der Stärkste in der Runde. Die Messwerte seiner Fahrleistung liegen fast auf dem Niveau des Arona. Der Antrieb, ein quirliger, etwas kernig klingender Dreizylinder, kombiniert mit geschmeidigem Doppelkupplungsgetriebe, überzeugt. Im Raumangebot steht er auf einer Stufe mit dem Juke. Auf den ausgeformten Sitzen fühlen sich die Insassen im Stonic vorne und auch hinten wohl. Gute Verarbeitung und einfache Bedienung sind weitere Kriterien. Nachholbedarf besteht bei den Fahrerassistenzsystemen, darunter der Verkehrszeichenerkennung. Wenn er ein bisschen harmonischer federn und präziser lenken würde, wäre das auch kein Nachteil.

Der Juke ist im neuen Jahrgang nicht nur gereift, sondern auch erwachsener geworden. Die etwas pummeligen Proportionen hat er weitgehend abgelegt. Das nach hinten gezogene Dach sorgt für mehr Raum im Fond. Die Beinfreiheit und Oberschenkelauflage tragen zu einem besseren Sitzkomfort bei.

Für Stadtfahrten empfiehlt sich die Automatik, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe für 1600 Euro Aufpreis. Aber zum einzigen bisher lieferbaren Dreizylindermotor mit 117 PS passt nach unseren Erfahrungen die Sechsgangschaltung besser. Auf manche Fahrbahnverwerfung könnte der Juke etwas sanfter reagieren und die Lenkung könnte in haarigen Kurven zielgenauer sein.

Im komplett neuen Cockpit findet man sich schnell zurecht, nur die Menüführung im Bordcomputer sollte einfacher sein. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen und auch nicht an den umfangreichen serienmäßigen Assistenten. Vieles ist schon ab der Basisstufe an Bord.

Der Nissan Juke in neuer Generation nicht nur gereift, sondern auch erwachsener geworden. Die etwas pummeligen Proportionen hat er abgelegt. Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín, Nissan
Der Seat Arona ist in der FR-Version sportlich abgestimmt. Zudem haben ihn die Ingenieure einen ordentlichen Schuss Dynamik mitgegeben. Foto: Seat
Die Materialien im Cockpit des Stonic wirken nicht sonderlich hochwertig. Foto: Koa/WGM, Kia
Im Cockpit des neuen Juke bleibt es bei Rundinstrumente und Tasten. Foto: Nissan
Der Arona ist mit virtuellem, konfigurierbarem Cockpit erhältlich. Foto: Seat

Der Nissan Juke kostet in der gefahrenen und ansehnlich ausgestatteten Stufe N-Connecta 24 590 Euro. Berücksichtigt man den jeweiligen Ausstattungsumfang nicht genau, erscheinen auf den ersten Blick der Kia Stonic 1.0 Spirit (23 850 Euro) und der Seat Arona 1.0 TSI FR (24 060 Euro) etwas preiswerter.