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Disney+, Netflix, Amazon Prime: Streaming-Dienst - was lohnt sich?

Kostenpflichtiger Inhalt: Streaming-Ratgeber : Disney+, Netflix, Amazon Prime – was lohnt sich für wen?

Mit dem Start von Disney+ wird die Streaming-Landschaft noch einmal unübersichtlicher. Alle verlangen Geld für ihre Dienste. Doch welches Angebot eignet sich für wen? Wie meldet man sich an? Was kostet es? Wir geben Antworten.

In Zeiten, in denen viele wegen der Corona-Krise zu Hause sitzen müssen, stellt sich schnell Langweile ein. Das klassische Fernsehprogramm ist zwar auf Unterhaltung und Bildung ausgelegt – aber nicht 24 Stunden am Tag und jeden Tag in der Woche. Eine Alternative sind hier die diversen Streaming-Angebote. Werbefrei und jederzeit abrufbar bieten sie Filme und Serien an. Neben den beiden großen Streaming-Diensten Netflix und Amazon Prime ist mit Disney+ nun ein dritter Anbieter in Deutschland vertreten, hinter dem die Markenmacht des Mickey-Maus-Konzerns steht.

Wer bietet was?

Wir beginnen bei unserer Übersicht zunächst mit den Inhalten, später dann gehen wir auf Preise und Technik ein.

  • Disney+

Fast alles, was unter dem Namen Disney veröffentlicht worden ist, lässt sich dort finden. Zum Beispiel die Marvel-Superhelden-Filme und -Serien und alles, was mit „Krieg der Sterne“ zu tun hat. Dazu kommen die Animationsfilme aus dem Hause Pixar wie „Toy Story“ oder „Frozen“ und jede Menge Teenie- oder Kinder-Filme, bis hin zu den Klassikern wie „Bambi“ oder „101 Dalmatiner“. Abgerundet wird das Angebot von Disney+ durch Filme wie Avatar, die „Fluch der Karibik“-Reihe, alle Staffeln der „Simpsons“ und hochklassige Dokumentation von National Geographic.

Darin zeigt sich aber auch die Schwäche des Dienstes: Es gibt wenige Überraschungen oder Neuheiten wie die „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“, von der indes zu Beginn nur zwei Episoden zur Verfügung standen. Wochenweise kommt dann eine weitere Folge hinzu – obwohl die Reihe in den USA, Kanada oder den Niederlanden bereits komplett gezeigt wurde. Andere exklusive Serien sollen folgen. Die spielen aber dann wieder im „Krieg der Sterne“- oder Marvel-Superhelden-Universum. Wer damit nichts anfangen kann, hat immer noch das große Angebot des Altbewährten.

Bislang gilt: Bei Disney+ weiß man, was man hat und das ist vor allem Nostalgie. Die wenigen Überraschungen und grundsätzliche Familienfreundlichkeit heißt indes auch: Bei Inhalten für Kinder muss man keine Bedenken haben. Wer indes nur selten Filme noch einmal schaut und lieber etwas Neues sehen möchte, für den ist Disney+ nicht unbedingt erste Wahl.

  • Netflix

Der Start von Disney+ bedeutete für Netflix als einem der weltweit größten Streaming-Dienste zunächst einen Tiefschlag: Die Inhalte des Mickey-Maus-Konzerns werden schrittweise aus dem Angebot von Netflix entfernt ­– falls sie nicht bereits verschwunden sind. Kinofilme aber, die nicht zu Disney gehören, bleiben verfügbar. Die Stärke von Netflix sind jedoch ohnehin die Masse der selbst produzierten Inhalte oder Produktionen, an denen der Anbieter selbst beteiligt ist. Die decken eine große Bandbreite ab: Sei es die Comicbuch-Serie „Umbrella Academy“, Science-Fiction-Reihen wie „Lost in Space“ oder „Altered Carbon“, das Stalking-Drama „You“, die Mystery-Serie „Stranger Things“, das Epos über die südamerikanischen Drogenbarone „Narcos“ oder Filme wie „Marriage Story“: Netflix produziert eine ganze Menge selbst.

Nicht alles ist immer hochklassig, manches ist dafür im Rennen um die Oscars mit dabei. Vor allem aber: Jeder kann etwas dort finden. Seien es Horror, Science Fiction, Komödien, Krimis, Thriller oder Beziehungsdramen. Und der Streaming-Dienst lebt seine Internationalität. Darum finden sich dort neben US-Produktionen auch britische, deutsche oder dänische Reihen und asiatische Anime.

Doch nicht alles ist immer für sensible Gemüter: Netflix lässt seinen Serien- und Filmemachern sehr viele Freiheiten. Bei der Sprache, bei der Darstellung von Sex und auch bei der Inszenierung von Gewalt. Wo Disney sich Familienfreundlichkeit auf die Fahnen schreibt, testet Netflix ab und an die Grenzen aus. Natürlich gibt es auch Kinderfilme und -Serien bei Netflix. Weil die aber anders als die Produktionen des Mickey-Maus-Konzerns nicht immer so bekannt sind, werden viele Eltern die oft nicht bedenkenlos abrufen wollen – sondern sich lieber selbst einen Eindruck verschaffen. Wer sich indes gerne überraschen lässt und nicht nur das Erwartbare oder Bekannte sehen möchte, ist bei Netflix richtig. Zumal die Produktionsqualität meist sehr hoch ist und Hollywood-Filmen kaum in etwas nachsteht.

  • Amazon Prime

Der Dienst hieß noch vor acht Jahren „Love Film“ und hatte nur etwas mehr als rund 150 Filme oder Serien im Streaming-Angebot. Mittlerweile sind es Tausende. Das Angebot firmiert zudem längst unter dem Namen des Mutterkonzerns. Zwar produziert Amazon auch selbst Inhalte – aber nicht in einem solchen Umfang wie der Konkurrent Netflix. Dennoch finden sich auch bei „Prime“ eine Vielzahl hochklassiger Serien: „Man in the High Castle“ spielt in einer Welt, in der die Nazis und das japanische Reich den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben. „The Boys“ ist eine düstere, zynische Variante der Superhelden-Comic-Verfilmungen mit sehr viel schwarzem Humor. „The Expanse“ ist eine der derzeit besten Science-Fiction-Serien. Mehrfach ausgezeichnet sind auch die Dramen und Komödien „Transparent“ und „The Marvelous Mrs. Maisel“, dazu kommen Fantasy-Reihen wie „Carnival Row“. Das selbstproduzierte Angebot ist aber insgesamt nicht so vielfältig wie bei der Netflix-Konkurrenz.

Dafür gibt es viele Filme. Vor allem solche, die nicht aus den USA stammen. Bei Amazon finden sich viele hochklassige Werke aus China und Südkorea, Russland, Schweden, Norwegen und den Niederlanden. Zudem funktioniert der Prime-Algorithmus sehr gut: Anhand der geschauten Inhalte werden Empfehlungen ausgesprochen, die oft sehr genau den Geschmack des Zuschauers treffen. Außerdem lassen sich noch aktuelle Serien und Filme kaufen oder leihen. Und für zwei bis zehn Euro im Monat können zusätzlich Sparten-Kanäle abonniert werden. „Arthouse“ beispielsweise bietet Programmkino, „Bloody Movies“ Horrorfilme, „Fernsehen fürs Herz“ Romantik- und Heimatfilme. Zudem hat Amazon ab der Saison 2021/22 auch die Rechte an der Champions League gekauft, die man sich mit DAZN teilt.

Einer der größten Vorteile für Online-Vielbesteller ist jedoch: Im Abo von Amazon Prime ist für Bestellungen im gleichnamigen Internet-Kaufhaus auch der Premiumversand und in einigen Fälle sogar die Lieferung am selben Tag enthalten.

Alternativen

Wer gezielt bestimmte Filme oder Serien schauen möchte, kann die bei Apple iTunes, Google Play, dem Playstation- oder Xbox-Store auch einzeln beziehen – ohne ein Abo.

Preise, Technik, Registrierung

Bevor wir ins Detail gehen ist wichtig zu wissen: Ohne eine eigene E-Mail-Adresse kann man sich bei keinem der Dienste anmelden. Vorteilhaft ist zudem eine Kreditkarte.

  • Disney+

Wer sich nicht sicher ist, ob Disney+ die passenden Inhalte bietet, kann für sieben Tage ein kostenfreies Probe-Abo abschließen. Danach kostet der Dienst 6,99 Euro im Monat (monatlich kündbar). Im Jahresabo ist es mit 69,99 Euro günstiger. Akzeptiert werden für die Bezahlung Kreditkarten, das Lastschriftverfahren und PayPal.

Disney+ bietet seine Inhalte mindestens in HD-Auflösung, nach Möglichkeit aber auch ohne Aufpreis in 4K und mit HDR (High Dynamic Range) für bessere Farben sowie Kontraste an.

Der Konzern hat Familien im Blick: Mit einer Anmeldung können darum bis zu vier Nutzer gleichzeitig Disney+ nutzen. Und: Die Inhalte lassen sich auch herunterladen, um sie später oder unterwegs ohne eine Internetverbindung sehen zu können.

  • Netflix

Wer sich bei Netflix das erste Mal registriert, kann 30 Tage lange das Angebot kostenfrei ausprobieren.Das Preis-Modell ist bei Netflix indes etwas komplizierter. Grundsätzlich gilt: Es gibt nur Monatsabos, die jederzeit kündbar sind. Die Inhalte lassen sich auch auf Smartphones oder Tablets herunterladen, um sie später oder unterwegs ohne aktive Internet-Verbindung zu sehen. Allerdings gibt es drei Varianten:

Beim Basis-Abo kann immer nur auf einem Gerät geschaut werden. Die Inhalte werden in der mittlerweile als veraltet geltenden Standard-Auflösung zur Verfügung gestellt. Und man kann die Inhalte nur auf ein Smartphone oder Tablet herunterladen. Derzeit liegt der Preis dafür bei 7,99 Euro im Monat.

Beim Standard-Abo können unter einer Registrierung zwei Nutzer auf Netflix zugreifen. Entsprechend lassen sich Inhalte auf zwei Smartphones oder Tablets herunterladen. Die Serien und Filme werden in HD-Qualität angeboten. Der Preis liegt bei 11,99 Euro im Monat.

Das Premium-Abo dagegen erlaubt mit einer Registrierung vier Leuten den Zugriff auf Netflix. Darum können auch auf vier Smartphones oder Tablets die Filme oder Serien heruntergeladen werden. Die Inhalte werden mindestens in HD-Qualität angeboten, oft aber bei neueren und vor allem bei den Netflix-Eigenproduktionen in 4K-Auflösung samt bildverbessernder HDR-Option. Der Preis liegt bei 15,99 Euro im Monat.

Als Zahlungsarten akzeptiert Netflix Kreditkarten, Paypal, Lastschrift oder die Geschenkkarten, die es bei vielen Lebensmittelhändlern, Kiosken und Elektronikmärkten gibt.

  • Amazon Prime

Auch Amazon Prime Video bietet für 30 Tage ein Probeabo. Die Inhalte werden dabei mindestens in HD-Qualität, oft aber bereits auch in 4K-Auflösung und mit HDR ausgegeben. Danach kann man sich entscheiden, ob man das Streaming-Angebot für 7,99 Euro im Monat (jederzeit kündbar) nutzen möchte. Alternativ kann man auch gleich für ein Jahr abonnieren. Das kosten dann 69 Euro.

Mit dem Abo bekommt man dann neben den Zugriff auf das Streaming-Angebot auch den Premiumversand über Amazon. Das heißt, viele Artikel werden kostenlos und oft innerhalb eines Werktages geliefert. Man erhält zudem den Zugriff auf den Musik-Streaming-Dienst Prime Music und kann Fotos bei Amazon Drive speichern – bei unbegrenztem Speicherplatz. Zudem gibt es jeden Monat ein E-Book aus der Kindle-Leihbücherei. Als Zahlungsarten werden Kreditkarte und Bankeinzug akzeptiert.

Wie kann ich nun alles sehen?

Man kann jeden der Dienste nutzen, indem man die entsprechenden Seiten im Webbrowser öffnet. Das ist bei Disney+ die Adresse www.disneyplus.com, bei Netflix ist es www.netflix.de und bei Amazon www.amazon.de. Man kann aber auch die Apps auf dem Tablet oder dem Smartphone installieren. Dazu muss man nur bei Google Play auf Android-Geräten oder im App-Store von Apple nach den Namen des Dienstes suchen. Das geht auch auf einer Apple-TV-Box, Google Chromecast sowie einem Amazon Fire-TV-Stick.

Noch komfortabler ist es aber, wenn man das interne App-Angebot modernerer TV-Geräte nutzt. Wichtig: Der Fernseher muss mit dem Internet verbunden sein, sei es über WLAN oder mit einem Netzwerkkabel.

Wie man nun zu den Apps kommt, ist bei jedem Fernseh-Hersteller ein wenig anders. Teilweise unterscheidet es sich sogar von Modell zu Modell. Als eine grobe Orientierung kann aber dienen: Bei Philips und Samsung hilft „Smart" oder „Smart Hub" auf der Fernbedienung weiter. Bei Sharp, LG und Panasonic sollte man „Home", bei Panasonic gegebenenfalls auch „Viera Cast" ausprobieren. Aber: Bei Panasonic ist Disney+ derzeit noch nicht im internen App-Angebot verfügbar (Stand: Ende März 2020).

Danach navigiert man mit den Pfeiltasten auf der Fernbedienung zur Kategorie „Apps". Dort kann man dann unter „Video“ oder „Film“ die gewünschte Anwendung finden und herunterladen. Wenn man die App anschließend startet, meldet man sich einmal mit seinen Daten an und kann Disney+, Netflix oder Amazon nutzen.