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Von Zufriedenheit will Elversberger Stürmer Williams nichts wissen

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Regionalliga Südwest : Von Zufriedenheit will Williams nichts wissen

Der Stürmer scheint bei der SV Elversberg auch in der Rückrunde gesetzt zu sein. Seine Spielweise passt perfekt zum System.

Entspannt und mit einer Seelenruhe beschäftigt sich Del Angelo Williams mit seinem kleinen Sohn, der unbedingt spielen möchte, obwohl der Papa Journalisten-Fragen beantworten will. Da zeigt sich das Multitasking-Talent des 26-jährigen Stürmers der SV Elversberg, der ausführliche Antworten geben wie auch nebenbei noch seinen Filius beschäftigen kann.

Nach den Spielen der SVE in der Fußball-Regionalliga Südwest sieht das oft ganz anders aus. „Heute nicht“, „Keine Lust“ oder „Bitte ein anderes Mal“ – so lauten meist die Antworten von Williams bei Interview-Anfragen. „Ich bin direkt nach den Spielen emotional so geladen, dass ich erst einmal meine Ruhe brauche. Oft sehen ja Außenstehende das Spiel ganz anders als die Spieler. Und bevor ich dann zu viel sage, sage ich lieber nichts“, erklärt der Marburger.

Die zu Ende gehende Vorbereitungszeit beschreibt er mit „in Ordnung“. Es gab keine schlimmeren Verletzungen, die Bedingungen waren bis auf zwei gefrorene Plätze am Morgen top, doch mehr als ein „in Ordnung“ ist aus dem 26-Jährigen nicht rauszuholen. „Es geht immer besser, das weiß jeder Fußballer. Ich bin auch mit unserem Abschneiden in der Hinrunde nicht zufrieden, obwohl wir Grund hätten, es zu sein“, sagt Williams bestimmt. Die SVE hat die beste Hinrunde der Regionalliga-Geschichte gespielt und zudem 47 Tore geschossen. „Aber wir sind nur auf Platz zwei. Wenn wir Erster wären, könnten wir vielleicht über Zufriedenheit reden – so nicht.“

Williams spielte die komplette Jugend und das erste Jahr bei den Aktiven in seinem Heimatverein VfB Marburg. Danach nahm das Offensivtalent seine Zukunft selbst in die Hand. „Bei uns in der Nähe gab es nur noch Eintracht Stadtallendorf als Verein mit Perspektive. Also bin ich dort hingegangen und habe gefragt, ob ich mittrainieren kann“, erklärt der 26-Jährige seinen ungewöhnlichen Weg in den Profifußball. Seine Schnelligkeit und vor allem seine Aggressivität führten dazu, dass der Verein nicht lange überlegen musste und den damals 19-Jährigen sofort verpflichtete.

Von da an ging es steil bergauf, und vor zwei Jahren unterschrieb Williams einen Zweijahresvertrag beim Drittligisten Hansa Rostock. „Das war ein krasser Schritt. In Stadtallendorf konnte ich neben dem Fußball meine Ausbildung als Speditionskaufmann machen, abends war Training. In Rostock war um 10 Uhr Training – also dann, wenn normalerweise die Frühstückspause war. Mein Körper musste sich daran erst gewöhnen“, sagt der Torjäger.

Wenig Spielzeit und private Gründe zwangen ihn vor dieser Saison zum Rückzug aus Rostock, und so unterschrieb er für zwei Jahre bei der SV Elversberg, für die er in 19 Spielen fünf Mal traf. Doch damit ist er natürlich auch nicht zufrieden. „Ich kann mich spontan daran erinnern, dass ich gegen den 1. FC Saarbrücken, in Balingen und gegen Mainz alleine auf das Tor zugelaufen bin und nicht getroffen habe. Es gibt einiges zu verbessern“, sagt Del Angelo Williams. Normalerweise würde man ihn übrigens D’Angelo schreiben und rufen. Da aber seine Mutter das D’ von den deutschen Behörden nicht genehmigt bekam, wurde ein Del daraus.

Williams’ aggressive Spielweise passt bei der SVE perfekt zum System von Trainer Horst Steffen, der so gut wie immer im vollen Galopp nach vorne laufen lässt und den Gegner so früh wie möglich pressen möchte. Eine Spielweise, die super aussieht, viel Erfolg verspricht, aber auch nach hinten losgehen kann. An diesem Samstag um 14 Uhr empfängt die SVE im ersten Spiel nach der Winterpause den VfR Aalen. Im Hinspiel kam die SVE zu einem glücklichen 2:2-Unentschieden. Aalens Trainer, der Ex-Elversberger Roland Seitz, wählte damals eine defensive Taktik und nahm die SVE mit langen Bällen auseinander.

„Das kann man mit unserem heutigen Spiel nicht mehr vergleichen. Wir stehen viel gefestigter und haben uns über die bisherige Saison sehr gut eingespielt. Wenn wir alles abrufen, was wir draufhaben, liegt es nur an uns, was wir in dieser Saison erreichen“, sagt Williams, der auch nach der Winterpause im Elversberger Sturm die erste Wahl sein dürfte.