Saarwellinger Clemens startet beim Players Championship Finale in Minehead

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarwellinger Darts-Profi Gabriel Clemens : Für „Gaga“ geht es vor der WM Schlag auf Schlag weiter

Darts-Profi Gabriel Clemens aus Saarwellingen startet beim Players Championship Finale in Minehead. Den 36-Jährigen plagt ein Sprachen-Problem.

Entspannt und Hand in Hand schlenderten Gabriel Clemens und seine Freundin Lisa Heuser am Dienstag gemeinsam durch London. Ein bisschen Abschalten von dem Darts-Stress und gemeinsam Zeit verbringen – das war das Motto. „Ich war die vergangenen Wochen viel alleine unterwegs, und wir haben uns kaum gesehen. Es tut gut, mal wieder zusammen zu sein“, sagt der saarländische Darts-Profi, den alle nur „Gaga“ nennen.

Ganz die Finger von den Pfeilen kann der 36-Jährige aber nicht lassen. „Ich trainiere schon ein paar Stunden am Tag, aber das muss ich auch, wenn ich mich verbessern möchte“, sagt Clemens, der sich vor einer Woche noch anders, sehr viel enttäuschter angehört hatte.

Im Achtelfinale des Grand Slam of Darts im englischen Wolverhampton hatte der Saarwellinger gegen den dreimaligen BDO-Weltmeister Glen Durrant die gesamte Partie über geführt, musste sich am Ende jedoch hauchdünn mit 9:10 geschlagen geben. „Das war schon bitter, aber so ist das nun mal. In der Weltspitze geht alles sehr knapp zu. Das Gute ist, dass man wenig Zeit zum Nachdenken hat. Es geht direkt weiter“, sagt Clemens.

Sehr wenig Zeit – denn am kommenden Wochenende spielt Clemens bereits sein drittes Major-Turnier (größte Turniere auf der Profitour) in Folge. Am Freitag beginnt im englischen Minehead das Players Championship Finale. Für das Turnier qualifizieren sich nur die besten Profis der abgelaufenen Tour. Max Hopp, die deutsche Nummer eins, und Martin Schindler, die deutsche Nummer drei, starten bereits am Freitag in das Turnier. Clemens ist erst am Samstagabend an der Reihe und bekommt es in der ersten Runde mit dem Engländer Mark McGeeney zu tun.

Während Clemens als deutsche Nummer zwei auf Platz 42 der Weltrangliste steht, belegt der 47-jährige McGeeney den 87. Rang. „Er ist sehr gut und sehr erfahren. Ich muss mein bestes Spiel abrufen, um ihn zu schlagen“, sagte der Saarländer.

Clemens ist der Favorit, ohnehin spielt er aktuell in der Form seines Lebens und unterstrich das auch zuletzt in der Gruppenphase des Grand Slam of Darts, als er einen Drei-Dart-Average (durchschnittliche Punktezahl mit drei geworfenen Pfeilen) von 110,27 Punkten spielte. Noch nie war das einem deutschen Darts-Spieler bei einem Turnier vor laufenden TV-Kameras gelungen.

„Das sind Momentaufnahmen. Wenn du in einem Turnier weit kommen möchtest, musst du konstant gute Leistungen abrufen. Deshalb hole ich mir für jedes Spiel und jedes Turnier auch nur vor, einfach gut zu spielen“, sagt der 36-Jährige. Neben dem täglichen Training hat er auch ständigen Kontakt zu seinem Mentaltrainer und versucht, seine Herangehensweise an den Sport und sein Auftreten auf der großen Darts-Bühne zu verbessern.

Für viele Darts-Profis und auch viele Darts-Kommentatoren ist „Gaga“ der aktuell stärkste deutsche Spieler mit den größten Chancen auf einen Erfolg bei den Topturnieren. Diese Prognosen interessieren den ruhigen und gelassenen Darts-Profi aus dem Saarland aber nicht besonders. Er hat außerhalb des Darts ganz andere Probleme. „Ich hatte in der Schule kein Englisch und möchte unbedingt einen Kurs belegen. Ich kann mich zwar verständigen, aber richtig sprechen, das würde ich schon gerne lernen“, sagt der Saarwellinger, der gerade bei den englischen TV-Sendern, die den Darts­sport live übertragen, ein immer beliebterer Gesprächspartner wird. In dieser Woche kann er in England aber viel Deutsch mit seinen Kollegen Hopp und Schindler und vor allem saarländisches Platt mit Freundin Lisa reden.

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