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Für FCS zählt erst der Liga-Alltag, dann die Auslosung

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Erst der Liga-Alltag, dann die Auslosung

Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken ist zurück im Tagesgeschäft – und spielt diesen Samstag bei Astoria Walldorf.

„Nach der Pokalschlacht kommt nun der Liga-Alltag“, sagt Marcus Mann, der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, nach dem Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal und vor dem Ligaspiel beim FC Astoria Walldorf an diesem Samstag um 14 Uhr. „Die Umstellung wird kein Problem“, sagt Trainer Lukas Kwasniok: „Die Mannschaft hatte am Mittwoch frei, ich habe sie am Donnerstag weitestgehend in Ruhe gelassen und nur locker trainiert.“ Die historische Nacht verarbeitet hat jeder Spieler für sich selbst. „Ich habe in den ersten 24 Stunden jedes Video geschaut, das ich bekommen konnte“, erzählt Innenverteidiger Christopher Schorch, „so lange, bis ich es nicht mehr sehen konnte“.

Seit Freitag liegt der komplette Fokus nun auf dem Spiel in Walldorf. „Ein Spitzenspiel“, wie der Trainer sagt: „Die haben auch die ersten beiden Spiele gewonnen.“ Und der FCS negative Erfahrung gemacht mit Partien nach Pokal-Sensationen. Nach dem Sieg gegen Bundesligist 1. FC Köln unterlag das Team mit dem damaligen Trainer Dirk Lottner der SV Elversberg mit 0:3. „In der Mannschaft hat sich seither was verändert. Da ist etwas gewachsen“, findet Schorch, der in Walldorf auch Liga-Topstürmer André Becker (20Tore) stoppen muss: „Wir müssen zeigen, dass wir gegen die vermeintlich kleineren Gegner dominant auftreten können. Wir können mit breiter Brust ins Spiel gehen.“

Allerdings ohne Boné Uaferro, der Innenverteidiger wird wegen einer Zerrung nicht zur Verfügung stehen. Ob Gillian Jurcher (Knieprobleme) dabei sein wird, entscheidet sich kurzfristig. Doch mit José Pierre Vunguidica, Stephan Andrist und Sebastian Jacob stehen drei andere Angreifer wieder zur Verfügung, Fabian Eisele ist ohnehin da. „Sebastian ist natürlich eine Hausnummer für die Liga“, sagt Kwasniok: „Wir werden sehen, wieviele Spielminuten er bekommt. Für 90 ist er aber sicher nicht zu haben.“

Der Fußball-Lehrer will genau in die Mannschaft hineinhören, muss auch sehen, wie die nach einem solchen Spiel üblichen Wehwehchen von der medizinischen Abteilung wegbehandelt werden. Die ganz große Rotation ist aber nicht zu erwarten. „Ich habe zwei, drei Dinge im Kopf, aber das ist alles noch nicht abgeschlossen“, sagt Kwasniok: „Das läuft in dieser Woche alles einen Tag später als sonst.“

Walldorf gehört zu den Vereinen, die von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und seinen Unternehmen unterstützt werden. Auch die Saarbrücker Fans hielten sich in der Vergangenheit nicht immer zurück mit Schmähgesängen gegen Hopp, der als Synonym für die Kommerzialisierung des modernen Fußballs steht. „Die Unterstützung am Dienstag war großartig, und die geäußerte Kritik muss man loben: Sie war sachlich und ohne Beleidigung“, sagt Sportdirektor Mann über die eigenen Anhänger: „So stellt man sich das vor. Wir haben da ein gutes Bild abgegeben. Und ich denke, dass wir das auch in Walldorf tun werden.“

Wie die Mannschaft, die nach dem Düsseldorf-Triumph nachlegen möchte. „Wir sind in einer Position, dass wir auf niemanden schauen müssen“, betont Schorch: „Wenn wir gewinnen, können die dahinter machen, was sie wollen.“

Und was die Saarbrücker am Sonntag um 18 Uhr machen wollen und machen werden, ist ohnehin klar: Dann läuft in der ARD die Auslosung des DFB-Pokal-Halbfinales. Bayern München, Bayer Leverkusen oder Eintracht Frankfurt (ohne den für vier Spiele gesperrten Topspieler Filip Kostic) sind die möglichen Gegner. „Wir reden nach dem Walldorf-Spiel darüber“, winkt Schorch ab: „Jetzt gilt die ganze Aufmerksamkeit den drei Punkten.“