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FCH: Homburg verzichtet auf Lizenz für die 3. Liga, Fans mit Unmut

Kostenpflichtiger Inhalt: Ärger beim FC Homburg : Unverständnis nach Verzicht auf Drittliga-Lizenz

Teile der Fans des FC Homburg ärgern sich über die Entscheidung der Vereinsführung. Samstag Heimspiel gegen Bahlingen.

Die Siege gegen den FC Freiburg II (3:0) und beim VfR Aalen (3:1) haben beim Anhang des FC Homburg für viel Freude gesorgt. Die Hoffnung ist groß, dass der Fußball-Regionalligist gegen den Bahlinger SC, der am Samstag um 14 Uhr im Homburger Waldstadion antritt, den dritten Dreier nach der Winterpause nachlegt. So mancher Fan des Tabellenvierten dürfte sogar wieder einen Blick in Richtung Tabellenspitze riskiert haben – auch wenn der Rückstand von zwölf Punkten und einem um 24 Treffer schlechteren Torverhältnis auf Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken kaum noch aufholbar erscheint.

Dass der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga selbst unter Einbeziehung der größten Unwahrscheinlichkeiten in dieser Saison ein Traum bleiben wird, dafür hat in dieser Woche die Nachricht gesorgt, dass der FCH für die kommende Spielzeit keine Lizenz für die 3. Liga beantragt hat. Bei Teilen der Fans sorgte die Bekanntgabe für Unverständnis. Der Vorwurf lautet, dass der Verein dadurch die Saison de facto bereits nach dem 22. Spieltag beendet hat.

FCH-Vorstandsvorsitzender Herbert Eder verteidigt die Entscheidung: „Das hat nichts damit zu tun, dass wir die Saison aufgeben. Das war eine rein rationale Entscheidung. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Saarbrücken und Elversberg (die SVE ist Tabellenzweiter mit sechs Punkten Vorsprung auf den FCH, Anm. d. Red.), so viele Spiele verlieren werden und wir zugleich alles gewinnen.“ Dass sich die Vereinsführung gegen den Lizenzantrag entschieden hat, erklärt Eder mit den Kosten, die weit höher lägen als die kolportierten 15 000 Euro.

„Die 15 000 Euro, über die geredet wird, decken höchstens die Kosten für den Wirtschaftsprüfer, der den Antrag abnimmt. Man muss sich dabei auch mit vielen externen Dienstleistern absprechen, was hohe Kosten verursacht. Am Ende reden wir mit Sicherheit von einer Gesamt­summe von 60 000 bis 70 000 Euro. Da muss man sich Gedanken machen, ob das angesichts der Tabellensituation wirklich Sinn macht. Immerhin ist es unsere Aufgabe, mit den Geldern unseres Hauptsponsors verantwortungsvoll umzugehen“, sagt der Vereinschef.

Ein weiteres Problem sei der nicht Drittliga-taugliche Zustand des Waldstadions. Eder berichtet von einem seit Kurzem vorliegenden Gutachten, das die Kosten für die Modernisierung der Spielstätte deutlich höher ausweist als bislang angenommen. „Ich bin bisher davon ausgegangen, dass wir im Falle des Aufstiegs zunächst mit einer Sondergenehmigung spielen könnten. Das ist aber aufgrund einer veränderten Gesetzeslage nicht möglich. Es geht schon in Richtung zweistelliger Millionen-Beträge, damit das Stadion den gesetzlichen Anforderungen für Veranstaltungen dieser Größenordnung entspricht. Dazu kommen dann noch die Auflagen, die der DFB macht“, sagt der als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätige Vorstandsvorsitzende.