Tholey beteiligt sich an der Kinderrechts-Kampagne des Kinderhilfswerks

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampage des Deutschen Kinderhilfswerks : Gemeinde Tholey macht sich mit Aktionen für Kinderrechte stark

Startschuss für die gemeinsame Kampagne mit dem Deutschen Kinderhilfswerk ist am Weltkindertag, der in Deutschland am 20. September zelebriert wird.

Nicht benachteiligt werden, zur Schule gehen und spielen dürfen, nicht ausgebeutet werden, geschützt aufwachsen dürfen. Dies sind Beispiele für die Rechte von Kindern, festgeschrieben in der UN-Kinderrechtskonvention. Diese wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Somit sind die Kinderrechte jetzt 30 Jahre alt. Diesen runden Geburtstag nimmt das Deutsche Kinderhilfswerk zum Anlass, sich mit einer Kampagne für die Stärkung dieser Rechte einzusetzen. Und das nicht alleine. Sondern zusammen mit Partnern. Wie der Homepage der Kinderrechtsorganisation zu entnehmen ist, beteiligen sich deutschlandweit mehr als 20 Städte und Gemeinden an der Aktion „30 Jahre Kinderrechte.“ Im Saarland ist dies neben der Landeshauptstadt Saarbrücken die Gemeinde Tholey.

Bereits seit 2017 stehen die Kommune und die Kinderrechtsorganisation im Austausch miteinander. Unter dem Motto „Jugendbeteiligung vor Ort“ startete 2018 die erste Kooperation zwischen beiden in die „aktive Phase“, wie es Elaine Neumann, Generationenbeauftragte der Gemeinde, beschreibt. Zunächst gab es eine Beteiligungswerkstatt, bei der Jugendliche die Gelegenheit hatten, Themen zu nennen, die sie bewegen. In einem nächsten Schritt wurde der Jugendbeirat geschaffen, der am vergangenen Dienstag zur konstituierenden Sitzung zusammenkam. Für Elaine Neumann ist dieses Gremium nicht nur ein Sprachrohr für die Jugendlichen, sondern auch eine Möglichkeit, Demokratie zu lernen und „erste Gehversuche auf dem politischen Parkett zu unternehmen“. Tholeys Mitgliedschaft im Kinderrechts-Bündnis sei die perfekte Ergänzung zur Jugendbeteiligung, da nun auch die noch jüngere Generation in den Blickpunkt rücke.

„Auch wenn es seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor fast 30 Jahren eine Reihe von Verbesserungen gegeben hat, müssen wir in der Gesamtschau eine anhaltende Ausblendung und Verdrängung von Kinderinteressen feststellen“, sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks. Wer aber verantwortlich handeln und dabei vor den zukünftigen Generationen bestehen wolle, müsse die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen als einen vorrangigen Gesichtspunkt für politisches Handeln in den Blick nehmen.

Für Elaine Neumann spielt es dabei keine Rolle, ob es sich nun um einen Landkreis wie den St. Wendeler handele, in dem beispielsweise Kinderarmut kein großes Thema ist,  oder um eine soziale Brennpunkt-Region.  „Es ist ein Ziel der Kampagne, dass die Kinderrechte auch im Grundrecht festgeschrieben werden“, sagt Neumann. Wenn das passiere, dann profitierten alle davon, auch jene Kinder, die in schlechteren Verhältnissen aufwachsen. „Es geht darum, solidarisch zu sein mit jenen, denen es nicht so gut geht wie uns“, sagt die Generationenbeauftragte.

Passend zum heutigen Weltkindertag, 20. September, startet die Kampagne. Das Deutsche Kinderhilfswerk hatte unter dem Schlagwort „Sichtbarmachen“ dazu aufgerufen, öffentliche Orte in der Gemeinde zu bespielen. Das selbstverwaltete Jugendzentrum Tholey beteiligt sich mit einer Fotoaktion daran. Der 20. September ist zugleich Start eines Wettbewerbs: „Kinderrecht in Kunst.“ „Dabei sollen die Kinder eines der Rechte künstlerisch bearbeiten“, erklärt Neumann. Was das Material betrifft, gibt es keine Vorgaben. Bis zum 10. November müssen die Arbeiten eingereicht werden. Hier seien Kinder ab dem Grundschulalter angesprochen.

Die Jüngeren, die noch in den Kindergarten gehen, können sich ebenfalls an der Kampagne beteiligen, indem sie Wimpelketten zum Thema Kinderrechte basteln. Aufgehängt werden sollen diese am 20. November, wenn sich die Verabschiedung der Kinderrechtskonvention zum 30. Mal jährt. An diesem Aktionstag werden die eingereichten Kinderrechts-Kunstwerke im Generationenbüro der Gemeinde (Erdgeschoss der Grundschule in Tholey) ausgestellt.

Für Vorschulgruppen in den Kindertagesstätten, die sich näher mit dem Thema „Kinderrechte“ beschäftigen möchten, besteht laut Neumann von Ende November bis Ende Mai die Möglichkeit auf einen Workshop. Mit Hilfe eines japanischen Erzähltheaters sollen die Kinder dabei spielerisch lernen, welche Rechte sie haben.

Abschluss der Kampagne bildet im kommenden Jahr ein „Weltspieltag“ (28. Mai). Diesen gestaltet die Gemeinde Tholey als Familientag. Für die jüngeren Gäste gibt es eine Kinderrechts-Rallye am Herzweg. „Unterwegs müssen sie zum Thema passende Aufgaben erfüllen“, erläutert die Generationenbeauftragte.

„Ich denke, wir haben ein gutes Programm zusammengestellt, das auf die Kinderrechte aufmerksam macht“, sagt Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Ein wichtiger Punkt dabei sei, dass die Kinder selbst dazu beitragen. Das fördere ihre Persönlichkeitsentwicklung.

www.dkhw.de

www.tholey.de/30-jahre-kinderrechte/

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