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Prokurist Stéphane Bihler zur Entwicklung bei Schmidt Küchen in Corona-Zeiten

Kostenpflichtiger Inhalt: Küchenkauf in Corona-Zeiten : Krise hat Auswirkungen auf Schmidt Küchen in Türkismühle

Existenzängste, Homeoffice, Sorgen um die Gesundheit. Wer denkt in diesen Corona-Zeiten schon daran, eine neue Küche zu kaufen? Das hat auch Auswirkungen auf Schmidt Küchen mit dem Stammsitz Türkismühle. Prokurist Stéphane Bihler spricht über wirtschaftliche Ziele und Sicherheitsmaßnahmen bei Schmidt Küchen.

Existenzängste, Homeoffice, Sorgen um die Gesundheit. Wer denkt in diesen Corona-Zeiten schon daran, eine neue Küche zu kaufen? Das hat auch Auswirkungen auf Schmidt-Küchen mit dem Stammsitz Türkismühle. Kurz bevor am kommenden Montag auf dem französischen Markt, wo Schmidt Branchenführer ist, die Geschäfte wieder öffnen dürfen, erzählt Prokurist Stéphane Bihler, was die Krise für das Unternehmen bedeutet.

Wie läuft die Produktion in diesen Corona-Zeiten bei Schmidt Küchen, vor allem in Türkismühle? Gibt es Einschränkungen, besondere Vorsichtsmaßnahmen, Homeoffice, Kurzarbeit?

Stéphane Bihler: Die Schmidt-Groupe hatte ihre Produktionsaktivitäten in allen Werken seit dem 17. März eingestellt. Am 27. April wurde die Produktion unter Berücksichtigung höchster Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sukzessive hochgefahren mit dem Ziel, dass schnellstmöglich wieder mit voller Kapazität produziert werden kann. Dabei stehen aber die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter an erster Stelle. So gibt es ein umfangreiches und stimmiges Infektionsschutzkonzept, in dem alle nötigen strengen Kontroll- und Hygienemaßnahmen umgesetzt sind.

Stéphane Bihler, Prokurist der Schmidt Küchen GmbH & Co. KG und Vertriebsleiter International. Foto: Benjamin Theobald

Wie sieht es im Werk Türkismühle aus?

Bihler: Auch am Standort Türkismühle ist die Produktion angelaufen, allerdings werden die Bürotätigkeiten derzeit noch bis auf ein paar Ausnahmen per Homeoffice und über Video-Konferenzen abgearbeitet. Doch auch hier kehrt die Belegschaft peu à peu in den nächsten Tagen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Es gilt, das Unternehmen stabil, nachhaltig und vor allem für alle sicher wieder im normalen Betrieb zu führen.

Und die Situation bei den Verkaufshäusern?

Bihler: Was die Schmidt-Partnerhäuser betrifft, ist es vor allem ein großer Unterschied, in welchem Land man sich gerade befindet. Während die Studios in Deutschland seit 20. April wieder geöffnet haben, sind sie in Frankreich noch geschlossen und öffnen erst am 11. Mai. In den Partnerhäusern wurden aber entsprechende Maßnahmen für den Kundenverkehr umgesetzt – und das in beide Richtungen. Zum einen wurde ein Abarbeiten über digitale Medien ermöglicht, zum anderen wurden die Studios – die ihre Türen laut der jeweiligen Verordnung der Länder wieder aufsperren durften – unter Berücksichtigung höchster Sicherheits- und Hygienemaßnahmen geöffnet. Voraussetzung dafür waren die strikte Einhaltung von Abstandsregelungen sowie weitreichende Vorkehrungen zur Hygiene und Desinfektion. Damit wir in den Studios unsere Kunden rundum sicher und sorglos willkommen heißen dürfen.

Mit welchen Umsatzeinbußen rechnen Sie für das laufende Geschäftsjahr?

Bihler: Das ist eine Frage, die wahrscheinlich kaum ein Unternehmen der Möbelindustrie hinreichend beantworten kann. Eine seriöse und genaue Prognose sowohl für die Wirtschaftsentwicklung allgemein als auch für die Entwicklung der Schmidt Groupe für das Gesamtjahr 2020 ist aktuell nicht möglich. Die Möbel-Branche ist aber keine, in der das Produkt – das eine gewisse kurze Zeit nicht verfügbar war – nicht mehr gekauft wird. Der Kauf ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Wer während der Wochen des Lockdowns eine Küche benötigte, der braucht und kauft sich auch einen Monat später noch eine. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir die entgangenen Umsätze zurückholen können – zumal ja alle betroffen waren und auch keiner der Mitbewerber in der Zeit Küchen oder Möbel verkaufen konnte. Auch waren die Teams der Partnerhäuser während des Lockdowns im Einsatz, sie haben die Kunden-Fragen telefonisch beantwortet und auch Aufträge bearbeitet. Und wir hatten E-Learning-Module eingerichtet, damit unsere Verkäufer ihr Wissen pflegen oder weiterentwickeln können.

Gibt es Engpässe beim Material oder bei Ersatzteilen?

Bihler: Natürlich hatte die Corona-Krise auch Folgen auf die Distribution und selbstverständlich gab es bei einigen wenigen Lieferanten eine kurze Zeit lang ein paar Verzögerungen. Aber auch die Nachfrage war ja aufgrund der Ausgangssperre verebbt und die Schmidt-Partnerhäuser waren weltweit größtenteils geschlossen. Nun wird die Produktion wieder stufenweise hochgefahren und wie Sie ja durch Ihre Besuche bei uns wissen, verfügen wir über einen sehr hohen Automatisierungsgrad, der ein Garant für eine schnelle Abarbeitung der Aufträge ist. Das ist nun sehr von Nutzen. Zudem ist es natürlich ein Vorteil, dass die branchentypischen mehrwöchigen Liefertermine helfen, den Übergang in die hoffentlich baldige Normalisierung zu stemmen.

Gibt es für Sie einen besonderen Fahrplan für nach der Krise?

Bihler: Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv vorbereitet, zum Schutz unserer Mitarbeiter zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen und unsere hohen Hygienestandards noch verstärkt. Neben der Erarbeitung von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz hatten wir während des Lockdowns einen Stufenplan entwickelt. Angesichts der Gesamtdynamik der Pandemie haben wir schon frühzeitig damit begonnen, die sich rasch verändernden Umstände fortlaufend zu bewerten, um notwendige Maßnahmen festzulegen. Da Schmidt auf europäischer Ebene auch Mitarbeiter in Spanien, Großbritannien und anderen Ländern hat, wurde ein Krisenplan für drei Zellen umgesetzt: geschäftsorientierte Prozesse für Frankreich und International – inklusive eines Marketingplans sowohl für die Studios als auch für den Endverbraucher. Eine weitere Zelle widmet sich dem operativen Geschäft. und eine dritte verwaltet die Personal- und Support-Funktionen. Was aber klar sein dürfte: Die nun umgesetzte Implementation von Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen wird uns noch länger begleiten. Aber trotz der aktuellen Herausforderungen halten wir an unseren wirtschaftlichen Zielen für 2020 fest und setzen strategisch weiter auf Wachstum und Internationalisierung.