KSK-Parkhaus schließt Ende 2020, Neubau in Fort-Rauch-Straße geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Parkhaus in Saarlouis wird geschlossen : Statik passt nicht mehr - Ersatz für altes Parkhaus muss her

Neue Parkplätze müssen her, sonst fehlen Ende 2020 in Saarlouis 400 davon. Der Grund: Das Parkhaus der Kreissparkasse muss aufgegeben werden.

Jetzt muss es zügig laufen, sonst fehlen in Saarlouis um die 400 Stellplätze für Autos. Denn das Parkhaus der Kreissparkasse zwischen Lisdorfer Straße und Oberförstereistraße wird aus statischen Gründen Ende 2020 geschlossen. Über eine Lösung informierten Stadtverwaltung und KSK jetzt in der Hans-Welsch-Halle in Lisdorf.

Etwa 50 Jahre alt ist das KSK-Parkhaus. Genutzt wird es nahezu ausschließlich von Dauer- und Mietparkern, erläuterte Stephan Eisenbart vom KSK-Vorstand. Dass dies nur noch rund ein Jahr lang möglich sein wird, sei das überraschende Ergebnis einer Überprüfung gewesen. Als Ersatz ist ein neues Parkhaus am nördlichen Eingang der Straße Fort Rauch geplant. Dessen Standort liegt etwa 150 Meter von der Walter-Bloch-Straße entfernt zwischen Altem Friedhof und Fort Rauch gleich hinter den Gebäuden der Energis und VSE.

Dort steht eine Halle, in der aktuell ein Betrieb für Elektromaschinenbau untergebracht ist. Direkt dahinter befinden sich große Transformatoren der VSE. Aus diesem Grund war vor Jahren eine Wohnbebauung verworfen worden. Das Gelände gehört der KSK. Wird der Bauplan in den zuständigen Gremien akzeptiert, wäre „Baubeginn im April 2020“, sagte Eisenbart. „Fertigstellung wäre Ende des Jahres.“

Das Parkhaus in Saarlouis mit KSK-Verwaltung von der Lisdorfer Straße aus gesehen: Der Bau muss aus statischen Gründen 2020 geschlossen werden. Foto: Bodwing

Das neue Parkhaus ist geplant mit einer Länge von 54 Metern und einer Breite von 32 Metern. Fünf Parkebenen wären es insgesamt, die oberste läge bei etwa zwölf Metern über Grund. Ein Treppenhaus an der nördlichen Fassade reicht 15 Meter hoch. Damit bleibt das Parkhaus rund einen halben Meter unter der Höhe eines benachbarten Einrichtungshauses.

Von der Wohnbebauung in Fort Rauch getrennt ist es durch eine Garagenzeile und ein Pulvermagazin der ehemaligen Festungsstadt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen großflächig Gewächshäuser.

Verkehrsplaner Axel Thös erklärt Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung in der Saarlouiser Fort -Rauch-Straße. Foto: Bodwing

Vom Ende des alten KSK-Parkhauses betroffen ist auch das Kinder-, Jugend- und Familienhaus in der Lisdorfer Straße. Das hat die Stadt im Erdgeschoss eingerichtet. Außerdem befindet sich dort das selbstverwaltete Jugendzentrum JUZ Utopia. Für diese Einrichtungen suche die Stadt jetzt nach Alternativen, war auf Anfrage zu erfahren.

Nachteile für die Verkehrssituation in Fort Rauch soll es durch das neue Parkhaus nicht geben. Die Zufahrt werde so angelegt, stellte Verkehrsplaner Axel Thös vom Büro ATP vor, dass die Autos von und zur Walter-Bloch-Straße geleitet würden. Dazu werde die Ausfahrt als Linksabbieger ausgelegt. Das tägliche Aufkommen durch das Parkhaus ermittelte Thös mit um die 740 Fahrten für Zu- und Abfahrten. Davon werde auch die nahe gelegene Kreuzung in der Lisdorfer Straße nicht beeinträchtigt.

Doch die rund 55 Zuhörer in der Hans-Welsch-Halle beschäftigte ein anderes Thema. Sie plagt die seit Jahren bestehende Belastung infolge Durchgangsverkehr in Fort Rauch. Gut eineinhalb Stunden lang dauerte der Termin, nahezu die gesamte Zeit ging es nur um diese Situation. „Was interessiert uns das Parkhaus der KSK“, meinte ein vom Autoverkehr Betroffener. Obwohl die Zufahrt von Ensdorf her mittels Schildern untersagt sei, rollten Autos rücksichtslos durch die Straße. Die werde genutzt, um die Ampelanlage an Lisdorfer und Ensdorfer Straße zu umgehen.

Die Verkehrsplage betrifft etwa 30 Wohngebäude mit insgesamt 85 Bewohnern. Kritisiert wurde unter anderen, dass in Fort Rauch weder die 30-Kilometer-Regelung kontrolliert wird, noch das Parken durch Auswärtige auf privaten Stellflächen. Ständig gebe es Schäden an abgestellten Autos der Bewohner. Eine nicht hinnehmbare Situation, war die Meinung der Mehrheit. Zumal die Straße auch von radfahrenden Schülern stark genutzt werde.

Verkehrsplaner Thös stellte sechs Varianten als mögliche Lösung vor. Was die meisten der anwesenden Anwohner bevorzugten, war eine Sperre in Fort Rauch. Lieber über Lisdorf ins Stadtzentrum fahren, als weiterhin dem Durchgangsverkehr ausgeliefert zu sein, war die Grundeinstellung.

Schließlich griff Oberbürgermeister Peter Demmer einen Vorschlag aus den Reihen der Anwohner auf. Demnach soll in Fort Rauch probeweise eine Sperre errichtet werden, um zu testen, in welcher Form sie die erhoffte Wirkung bringt. „Das können wir gerne mal machen“, stimmte Demmer zu.

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