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Wandern ist im Saarland in Coronazeiten sehr beliebt

Kostenpflichtiger Inhalt: Bis zu fünf Personen erlaubt : Das Wandern ist des Saarländers Lust

Die saarländischen Wälder ziehen die Menschen in Corona-Zeiten wie magisch an. Wandern ist hip, derzeit aber nur in kleinen Gruppen erlaubt.

Frischauf zu Waldluft und Geselligkeit: Wandern ist nach den gelockerten Corona-Beschränkungen im Saarland nun auch in kleinen Gruppen bis fünf Personen mit Abstandhalten und Hygieneregeln wieder möglich. Der traditionsreiche Saarwald-Verein, der 4000 Mitglieder in 37 Ortsvereinen umfasst, will deshalb von Anfang Juni an sein Tourenprogramm wieder aufnehmen; auch beim Regionalverband Saarbrücken steht mit einer geführten Exkursion zum Urwald vor den Toren der Stadt der erste Wandertermin im Juni wieder im Kalender. Die beliebten IVV-Wandertouren des Deutschen Volkssportverbandes (DVV), die von 35 Saar-Vereinen organisiert an Wochenenden und Feiertagen oftmals bis zu 1500 Menschen anziehen, bleiben – da Großveranstaltungen – noch bis Ende August abgesagt.

„Wir haben schon drei Wanderführer angeschrieben, die im Juni wieder wandern wollen“, freut sich Saarwaldverein-Sprecher Hans-Jürgen Deutsch (76). Er selbst will am 5. Juni eine Sechs-Kilometer-Wandertour „Rotenbühl“ ab Bushaltestelle „Telekom Eschberg“ und am 13. Juni eine Acht-Kilometer-Wanderung in Bischmisheim führen. Er empfiehlt Rucksack-Verpflegung, da die ursprünglich vorgesehenen Schlussrasten im „Bistro Malzeit“ an der Scheidterstraße und „Zur Linde“ in Bisschmisheim noch nicht sicher sind. Unklar sei auch, ob bereits am 1. Juni eine 15-Kilometer-Wanderung mit den Führern Ursula und Karl-Heinz Kremp „Durch das Simbachtal“ mit Schlussrast in der ‚Wilden Ente’“ in Saarbrücken-Güdingen stattfinden könne.

Dagegen wolle die Vize-Vorsitzende des Saarwald-Vereins, Jutta Vieh, ihre geführte Sieben-Kilometer-Wanderung „Der Keltenstein“ am 24. Juni ab dem Saarbrücker Tabaksweiher ebenso durchziehen wie Uwe Mathieu am 13. Juni die Saarwaldverein-Tour – mit der Regionalbahn zunächst nach Neustadt/Weinstraße, danach eine 14-Kilometer-Wanderung durch das idyllische Winzerdörfchen St. Martin. Der Deutsche Wanderverband rät in einer Empfehlungsliste, beim Gruppenwandern auf jeden Fall 1,50 bis zwei Meter Abstand zu halten, auf Händeschütteln und Begrüßungsumarmungen zu verzichten, nur in Papiertaschentücher zu niesen und diese später in Mülltonnen mit Deckel zu entsorgen sowie bei der Rucksack-Verpflegung keine Trinkflaschen, Obst oder Müsli-Riegel mit anderen Wanderern zu teilen. Geraten wird zudem, Corona-Atemschutzmasken mitzunehmen, die bei der Anreise zu den Wandertouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben sind.

Im Regionalverband Saarbrücken wird nach der Corona-Pause laut Website-Kalender die erste von Martin Bambach geführte Wanderung („Exkursion durch den nördlichen Urwald“) am 6. Juni ab Saarbahnhaltestelle Riegelsberg-Süd starten. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist für die 6,5-Stunden-Tour unbedingt eine Anmeldung bei der Tourist-Info Saarbrücker Schloss (Tel.: (06 81) 506 60 06) erforderlich.

„Die Waldparkplätze stehen voll mit Autos. Wandern erfreut sich wieder großer Beliebtheit – aber unsere IVV-Wanderungen sind noch bis Ende August untersagt“, bedauert Gerhard Laux (69), Mitglied im Saar-Landesvorstand des DVV-Wanderverbandes. So bleibt auch die von Laux‘s Verein „Kilometerfresser Schmelz“ für den 5./6. Juni vorgesehene IVV-Wanderung in Schmelz abgesagt. Dabei hatte es bis nach Wiesbaden hin Busanfragen von Wandervereinen zu IVV-Veranstaltungen im Saarland gegeben. Drei Euro (inclusive Versicherung) kosten normalerweise die Startkarten für die IVV-Wanderer. 0,50 Cent davon gehen an den Verband. „Doch für alle Veranstaltungen bis Ende August mussten wir die Startkarten wieder zurücknehmen“, sagt Laux. Die kommissarische DVV-Landesvorsitzende Sieglinde Lüttecke hofft, am 5./6. September in Saarbrücken-Ensheim grünes Licht für die erste IVV-Tour nach der Pause geben zu können.