Todesfall in Püttlinger Klinik nach möglicher Fehldiagnose des Pathologen

Kostenpflichtiger Inhalt: Skandal um Pathologen : Todesfall in Püttlinger Klinik nach möglicher Fehldiagnose

Staatsanwalt prüft Verdacht, dass Operation nach falschem Befund des niedergelassenen Pathologen tödlich endete.

Im Skandal um mutmaßliche Fehldiagnosen eines niedergelassenen Pathologen aus dem Saarpfalzkreis gibt es Hinweise auf eine mögliche weitere Panne bei der Ärztekammer des Saarlandes. Deren Präsident Dr. Josef Mischo teilte auf Anfrage mit, dass die Chefärztin vom Klinikum Saarbrücken, die Anfang des Monats über einen Anwalt Strafanzeige gegen den Mediziner gestellt hat, im Frühjahr 2018 telefonisch gegenüber einer Mitarbeiterin der Rechtsabteilung der Kammer den Verdacht auf falsche Befunde durch den Pathologen geäußert habe. Sie habe deswegen bei der Kammer um Rat gefragt. Ihr seien „die rechtlichen Möglichkeiten der Ärztekammer im Rahmen eines berufsrechtlichen Ermittlungsverfahrens erläutert und erklärt worden“. Nach Mischos Angaben wusste die Mitarbeiterin der Rechtsabteilung damals nicht, dass der betreffende Pathologe 2014 in das Interventionsprogramm für suchtkranke Ärzte aufgenommen worden war. Wie bereits berichtet, tauchten „kritische medizinische Befunde“ aus den Therapieunterlagen des Mediziners erst kürzlich bei internen Ermittlungen der Kammer wieder auf.

Im Frühjahr 2018, konkret am 6. Mai, kam es auch in der Püttlinger Knappschaftsklinik zu einem Todesfall. Pressestaatsanwalt Dennis Zahedi bestätigte jetzt auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Tod eines Polizeibeamten im Rahmen der Ermittlungen gegen den niedergelassenen Pathologen genauer untersucht werde. „Hier besteht der Verdacht, dass der durchgeführten Operation eine falsche Vorbefundung zugrunde liegt.“ Der Patient soll, so heißt es, angeblich nach Komplikationen während oder nach dem Eingriff verstorben sein. Der Fall befindet sich, so Zahedi, derzeit „in rechtsmedizinischer Begutachtung“. Die Staatsanwaltschaft war bei diesem Todesfall bereits eingeschaltet und wurde jetzt erneut vom Gesundheitsministerium darauf hingewiesen. Das Knappschaftsklinikum Saar hatte kürzlich die Krankenhausaufsicht beim Gesundheitsministerium schriftlich darüber informiert. Dieses Schreiben leitete das Ministerium an die Ermittler weiter. Zuvor hatten Ministerium und die Saarländische Krankenhausgesellschaft die Kliniken im Land aufgefordert, bei Befunden des niedergelassenen Pathologen besondere Vorsicht walten zu lassen.

Der Ärztekammer ist, so ihr Justitiar Martin Partzsch, dieser konkrete Vorfall erstmals durch Einsichtnahme in ein Vernehmungsprotokoll der Chefärztin vom Winterberg bekannt geworden. „Wir gehen davon aus, dass es sich hier um einen der 26 bereits bekannten Fälle handelt“, sagte Partzsch. Entsprechende berufsrechtliche Untersuchungen seien eingeleitet.