Sulzbacher City-Wache stärkt Sicherheitsgefühl der Bürger

Kostenpflichtiger Inhalt: Sulzbach : Sulzbacher City-Wache beruhigt die Bürger

Auch die Anregungs- und Ereignismanagement-App der Stadt kommt gut an und wurde bereits 262-mal genutzt.

Im März 2018 wurde die Sulzbacher City-Wache eröffnet. Seither sind sechs Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes täglich unterwegs, um das Hauptanliegen der Einrichtung umzusetzen: Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung soll gestärkt werden, indem die objektive Sicherheit verbessert wird.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unterwegs, nicht nur um Protokolle zu schreiben. Sie sind auch Ansprechpartner, erkennen die Stimmungslage in der Stadt“, sagt Karl-Heinz Paulus, der stellvertretende Leiter der City-Wache. Der 69-jährige Pensionär kann auf die Erfahrung aus 43 Dienstjahren bei der Polizei zurückgreifen, unter anderem als Leiter der Inspektion Alt-Saarbrücken, „leider hat sich unsere Arbeit in der Stadt noch nicht so rumgesprochen, darum ist die Bevölkerung jederzeit dazu eingeladen, bei uns vorbeizukommen und sich direkt hier in der Lazarettstraße zu informieren.“

Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen sprechen jedoch eine eindeutige Sprache. „Im Stadtgebiet werden 52 Objekte auch wegen Graffiti-Verunreinigungen überwacht. Mussten im vorigen Jahr noch 31 Anzeigen geschrieben werden, waren es in diesem bislang nur elf“, berichtet Alesja Hirsch, die stellvertretende Leiterin der Abteilung Bürgerdienste und Ordnungswesen, „im gleichen Zeitraum sind die geahndeten Verkehrskontrollen von 7216 auf 8390 gewachsen.“

Seit diesem Sommer versucht man Problemen auch ganz modern mit einer Handy-App entgegenzutreten. „Seit Einführung der Anregungs- und Ereignismanagement-App – kurz AEM-App – im Juli 2019 sind zusätzlich 262 Meldungen eingegangen“, weiß Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam, „man kann die App einfach runterladen. Innerhalb von nur einer Minute kann man dann Müllablagerungen, defekte Straßenbeleuchtung oder Schäden an Spielplätzen durchgeben.“ Doch damit nicht genug. „Die Melderin oder der Melder werden über den weiteren Fortgang informiert“, erklärt Alesja Hirsch, „da beispielsweise auch die Mitarbeiter des Bauhofs dann exakt wissen, wo genau das Problem liegt, können wir viel schneller reagieren.“

Übergriffe auf Mitarbeiter der City-Wache seien bislang ausgeblieben. Beschimpfungen dagegen nicht. „Wobei auch wir dieses gesamtgesellschaftliche Problem im Auge haben“, sagt Paulus, „darum werden unsere Mitarbeiter auch immer wieder in Deeskalation geschult.“

Außerdem funktioniere die Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Sulzbach hervorragend. Derzeit könnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der City-Wache ihre Aufgaben auch noch erfüllen. Doch seitens der Verwaltung denkt man über eine Ausweitung nach. „Gerade im Bereich des Schulzentrums am Quierschieder Weg/Mellinweg denke ich, werden wir künftig über eine fest installierte Verkehrsüberwachung nachdenken müssen“, sagt Bürgermeister Adam, „dann muss man auch über eine Aufstockung des Personals sprechen.“ Denn der Blitzer nimmt die Verkehrsverstöße nur auf, bearbeiten muss die Fälle weiter ein Mensch.

Für Adam, der bei der Idee zur Einführung der City-Wache maßgeblich mitgewirkt hat, ist die Einrichtung – wenig überraschend – eine Erfolgsgeschichte, die andernorts Interesse und Nachahmer findet. „Ich habe Anfragen von Amtskolleginnen und -kollegen, die das Modell übernehmen möchten. Wir decken ab, was wir uns vorgenommen haben und haben damit alle unsere Ziele erreicht“, sagt Adam, „die Mitarbeiter sind Ansprechpartner in der Stadt, die Sicherheitslage hat sich verbessert. Wie sind auf dem richtigen Weg.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung