Saarbrücken modernisiert seine Stadtbeleuchtung

Kostenpflichtiger Inhalt: Modernisierung der Stadtbeleuchtung : Saarbrücken tauscht 26 000 „Birnen“ aus

Gemäß dem „Lichtmasterplan“ der Verwaltung verschwinden zunächst die von der EU bemängelten Quecksilber-Hochdruckleuchten

Wenn es Nacht wird, knipst die Stadtverwaltung 26 000 Lichter an. Damit die Saarbrücker nicht im Dunkeln stehen, sondern sehen, wohin sie fahren und gehen. Die Stadtbeleuchtung ist vielfältig. Da sind Lampen, die hängen an riesigen Masten wie die Flutlichter im Stadion, andere sind knapp über dem Boden, beleuchten Treppen und Bordsteine.

Dann gibt’s noch Straßenlaternen in Pilzform, Neonröhren, die über den Markierungen in der Mitte von Straßen baumeln und, und, und. In Sachen Licht herrscht in Saarbrücken zurzeit noch bunte Vielfalt. Das soll sich ändern.

Die Verwaltung möchte dahin kommen, dass in der Stadt irgendwann – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur noch sechs Sorten von Lampen leuchten. „Unser Ziel ist es, ein einheitlicheres Bild zu schaffen“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug.

Die sechs Modelle sind zum Teil schon im Einsatz. Zum Beispiel in der Stengelstraße. Da ließ die Stadt die neuen LED-Leuchten installieren, als die Straße im Rahmen des Projektes „Barock trifft Moderne“ saniert wurde.

Dasselbe Modell soll in Zukunft auf allen Hauptstraßen und großen Brücken in Saarbrücken leuchten. Weitere einheitliche Lampentypen sind noch für Wohn- und Nebenstraßen oder Fußgängerzonen geplant. In alle historischen Bereichen der Stadt sollen zukünftig sogenannte Altgasleuchten kommen. Konzipiert nach dem Vorbild einer historischen Leuchte in der Fröschengasse. Rund um den Ludwigsplatz hat die Stadt Lampen diese Typ bereits angebracht. Der St. Johanner Markt soll folgen.

Dass die Stadt die Lichtquellen in seiner Straße austauscht, hofft auch Martin Schuch. Der SZ-Leser wohnt in der Vorstadtstraße. Ihn stören die hohen Masten dort. Das Licht scheine von oben in seine Wohnung. Die Stadt will langfristig auch in der Vorstadtstraße neue Leuchten anbringen. Erst mal sind aber andere Straßen dran.

Beim Austausch der Straßenbeleuchtung folgt die Verwaltung dem „Lichtmasterplan“, den das Amt für Straßenbau zusammen mit dem Planungsbüro „Projekt Licht“ erstellt hat. 2015 war er im Ausschuss für Bau, Verkehr und Freiraum vorgestellt worden.

Der „Lichtmasterplan“ sieht vor, erst mal alle Quecksilber-Hochdruckleuchten zu ersetzen. „Das hat oberste Priorität“, sagt Martin Andreis, Abteilungsleiter für Verkehrstechnik bei der Stadt. Die EU hat bereits 2005 verboten, die gefährlichen Leuchten weiter herstellen zu lassen und will sie aus den Städten verbannen. Der Austausch soll insgesamt rund 2,7 Millionen Euro kosten. 90 Prozent will das Land bezahlen – versichern Blug und Andreis.

In Saarbrücken stehen 3095 Quecksilberleuchten. Das sei im Vergleich zu anderen Städten wenig, sagt Andreis. Seit letztem Jahr tauschen die Stadtwerke sie sukzessive überall in der Stadt aus. Dabei fiel den Planern auf, dass in manchen Straßen noch Laternen fehlen. Also rüstet die Stadt dort nach. Im Juni 2020 sollen alle Quecksilberleuchten weg sein – so hat’s die Stadt geplant.

Welche Vorteile haben die neuen Lampen? Laut Andreis sind die LED-Leuchten präziser, brauchen weniger Strom – und die Stadt kommt schneller an Ersatzteile. Gasentladungslampen könne man nicht dimmen, LEDs schon – sobald sie zentral gesteuert werden, was zunächst aber noch nicht der Fall sein wird.

Andreis: „Mit dem Lichtmasterplan sind wir noch eine Weile beschäftigt.“ Nach den Quecksilberleuchten geht es den sogenannten Langfeldleuchten an den Kragen: Auch die will die EU nicht mehr haben.

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