Kaum Staub in Kleinblittersdorfer Luft

Kostenpflichtiger Inhalt: Umweltministerium erläutert Messwerte : Kaum Staub in Kleinblittersdorfer Luft

Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz erläuterte den Bürgern die Messwerte aus den vergangenen 15 Monaten.

Der Ergebnisse der Staubniederschlagsmessungen in Kleinblittersdorf sind zwar erfreulich, doch der Zoff scheint noch lange nicht vom Tisch zu sein. Am Mittwoch stellten das saarländische Umweltministerium und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) der Ergebnisse der einjährigen Messung des Staubniederschlages in Kleinblittersdorf und Auersmacher vor. Die Ergebnisse wurden zwar bereits im August veröffentlicht (die Saarbrücker Zeitung berichtete) doch die genauere Erklärung folgte erst am Mittwoch in der Mensa der Gemeinschaftsschule. Alle gemessenen Werte liegen unter dem Landesdurchschnitt. Das ist sogar ein sehr positives Ergebnis für die Gemeinde Kleinblittersdorf. „Wir haben wegen des niedrigen Staubanteils in der Luft sogar 15 statt 12 Monate gemessen“, sagte Joachim Sartorius vom LUA.

Vor drei Jahren bildete sich in Kleinblittersdorf eine Bürgerinitiative, um gegen den Lärm und den Gestank des Aluminiumwerkes im französischen Großblittersdorf vorzugehen. Die Menschen klagten über schlaflose Nächte wegen des Lärms und über Kopfweh wegen des Gestanks. Die Fonderie Lorraine, die das Werk betreibt, signalisierte – nach einigen verbalen Gefechten mit den Bürgern – die Bereitschaft zum Handeln und verbesserte die Schallisolierung, und es wurde auch eine zweite Filteranlage installiert.

„Wir haben erreicht, dass sich schon einiges verbessert hat. Doch es gibt nach wie vor Lärm und Gestank. Für mich ist es zudem unfassbar, wie das Ministerium eine Messung veranlassen kann, die die gefährlichen und giftigen Schadstoffe gar nicht misst“, sagte Susanne Sabrowski von der Bürgerinitiative. Christian Quirin vom Umweltministerium entgegnete, dass es lediglich die Bitte um die Staubniederschlagsmessungen gab und dass die Fonderie Lorraine ohnehin eigene Messungen in ihren Filteranlagen durchführt. Die Hauptprobleme für die Bürger von Kleinblittersdorf sind der bunte Rauch aus dem Schornstein und die enorme Rauchausscheidung in der Nacht. „Das hatten wir vor Jahrzehnten schon einmal. Als das Kohlekraftwerk in der Nacht den Rauch ungefiltert rausließ, um die Kosten der Filterreinigung zu sparen. Wir hätten gerne die Sicherheit, dass hier nichts in die Luft geblasen wird, was schädlich für die Umwelt und für uns ist“, sagte der Kleinblittersdorfer Karl-Peter Fuhr.

Die Vertreter von Umweltministerium und LUA zeigten Verständnis, sagten aber auch, dass sie keine Messungen auf der französischen Seite durchführen können. Die Gemeindeverwaltung solle mit den Behörden in Frankreich in Kontakt treten, um gemeinsam etwas zu erreichen.

Stephan Strichertz, der Bürgermeister von Kleinblittersdorf, signalisierte Bereitschaft, sagte aber am Mittwoch: „Auf der französischen Seite gibt es aus der Bevölkerung eine einzige Beschwerde, und die Kollegen aus der französischen Politik sehen die Sache völlig unkritisch. Wir versuchen aber noch einmal auf sie zuzugehen.“

Christian Quirin (l.) und Joachim Sartorius bei der Info-Veranstaltung am Mittwoch. . Foto: Heiko Lehmann

Was den Lärm angeht, so möchte das Umweltministerium reagieren und eigene Messungen durchführen. Wie die Bürgerinitiative sagte, hätten eigene Messungen in Wohngebieten 55 Dezibel ergeben. Joachim Sartorius vom LUA bewertete diesen Wert als viel zu hoch, sagte aber: „Selbst wenn unsere Messungen zum gleichen Ergebnis führen, können wir keine Maßnahmen ergreifen. Das Werk steht in Frankreich, und vielleicht sind die Werte dort zulässig. Wir können bei diesen Problemen nur gemeinsam eine Lösung finden. Ich würde vorschlagen, noch einmal die Zusammenarbeit mit der Fonderie Lorraine zu suchen.“ Vertreter der Fonderie erschienen zu dem Termin am vergangenen Donnerstag nicht, sie haben seit längerem den Kontakt zu Bürgerinitiative abgebrochen.

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