Auf Tour mit Müllwerkern des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes

Kostenpflichtiger Inhalt: Unterwegs mit den Müllwerkern der ZKE : Kernige Männer holen Saarbrückens Müll ab

Die Mitarbeiter der Abfallentsorgung des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) leeren täglich tausende Mülltonnen in der Landeshauptstadt. Die SZ hat ein Team begleitet und mit angepackt.

Es ist 5.45 Uhr. Noch liegt die Stadt ruhig und verschlafen da. Es ist noch nicht viel los in den Straßen, und die Plätze in der Saarbahn sind überwiegend leer. Auch mir steckt die Müdigkeit auf dem Weg noch in den Gliedern. Doch auf dem Gelände des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) in Malstatt herrscht bereits Hochbetrieb. Freundlich nimmt mich ZKE-Sprecherin Judith Pirrot in Empfang. „Dann besorgen wir Ihnen erst mal ein Paar Sicherheitsschuhe“, sagt sie, und einige Minuten später bin ich ausgerüstet. Nach einer Sicherheitsunterweisung bin ich startklar für meinen Arbeitseinsatz.

Mittlerweile ist es nach 6 Uhr, und die Müllwerker sind bereits unterwegs. Denn die Zeit drängt. Es gibt einiges zu tun. Insgesamt besteht das Team aus fünf Mitarbeitern. Wir machen uns auf den Weg zu ihnen. Der 49-jährige Arjan Kuci ist bereits im Einsatz. Er und ein zweiter Kollege sind heute dafür zuständig, die Mülltonnen von ihrem Standplatz an die Straße zu transportieren. Dafür laufen sie die geplante Route zu Fuß ab. „In dieser Woche sind die ungeraden Hausnummern an der Reihe“, sagt der Riegelsberger.

Seit zehn Jahren ist er unterwegs in Malstatt und Burbach. „So kennt man seine Strecke und weiß, wo die Tonnen stehen“, erzählt er. Und tatsächlich. Während ich in der Dunkelheit umherirre, steuert er zielsicher die Tonnen an und platziert sie an der Straße. „Es gibt für jede Müllsorte ein eigenes Team. Wir sind für den Restmüll zuständig“, erklärt er mir, während wir schnellen Schrittes die Straßen ablaufen. Täglich legen die Müllwerker bei Wind und Wetter so bis zu 15 Kilometer zurück. „Regen ist kein so großes Problem. Wenn jedoch viel Schnee liegt und es glatt ist, erschwert das unsere Arbeit sehr“, sagt Kuci.

Nachdem wir alle Tonnen zur Entleerung vorbereitet haben, stoßen wir zum Müllwagen. Die Entleerung läuft bereits auf Hochtouren. Im Akkord werden die Tonnen zur Ladevorrichtung gebracht und dann geleert. Fahrer Karl-Heinz Puffay überwacht dies per Kamera. „Ich bin seit 47 Jahren beim ZKE“, berichtet der 66-jährige Saarbrücker.

Auf die Frage, was sich verändert habe, antwortet er: „Die Arbeit an sich ist durch die Technik leichter geworden, aber es ist heute deutlich mehr. Es fällt viel mehr Müll an als früher.“ Geschickt zirkelt er seinen Lkw durch die engen Straßen. Gerade die falsch parkenden Autos bereiten dabei zunehmend enorme Probleme. „An manchen Stellen kommen wir nicht mehr vorbei, weil alles mit Autos zugestellt ist. Oftmals müssen wir lange warten, bis die Autos weggefahren werden. Das macht uns große Schwierigkeiten“, sagt Puffay. Zudem seien die Autofahrer auch im Straßenverkehr rücksichtsloser geworden.

In der Frühstückspause kommen wir auch privat ins Gespräch: „Ich bin seit Jahren mit Arjan und Karl-Heinz im Team unterwegs. Wir sind über die Jahre Freunde geworden“, sagt Andreas Hertel. Auch der Bexbacher ist seit 20 Jahren beim ZKE tätig. Die Anstellung im öffentlich Dienst biete ihnen auch eine gewisse Sicherheit.

Im Vergleich mit früheren Jahren habe er das Gefühl, es gebe heute mehr Anerkennung für ihre Arbeit. „Das sind die schönen Momente, wenn sich die Menschen bei uns bedanken oder Kinder uns zuwinken“, fügt Karl-Heinz Puffay hinzu.

Nach der Pause wird die Tour fortgesetzt. Nun müssen die Tonnen auch aus Kellern hervorgeholt werden. Nicht selten ein Kraftakt, bei dem ich an meine Grenzen stoße. Andreas Hertel und Arjan Kuci jedoch bekommen selbst die schwersten Tonnen nach oben.

In einigen Straßen fallen mir Abfallberge vor Häusern oder überquellende Mülltonnen auf. „Das nimmt leider immer mehr zu. Auch unsere Kollegen aus anderen Stadtteilen machen die gleiche Beobachtung“, sagt Hertel. Jetzt, da die Straßen voller Menschen sind, stelle ich fest, dass Anwohner die Mitarbeiter oft begrüßen. Ihre freundliche Art kommt an, und sie gehören einfach mit dazu.

Die Müllwerker Andreas Hertel (links) und Arjan Kuci holen Tonnen aus einem Keller auf die Straße, und das ist kein leichtes Unterfangen. Foto: David Hoffmann

Gegen Mittag verabschiede ich mich von den Mitarbeitern. Für sie stehen bis zum Feierabend am frühen Nachmittag noch einige Straßen an. Und eines ist gewiss, sie werden auch am nächsten Tag wieder unterwegs sein. Volle Mülltonnen gibt es genug.