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RCV Rentrisch veranstaltet Fastnachtsumzug am Rosenmontag

Kostenpflichtiger Inhalt: Rosenmontagszug in Rentrisch : Wo sich die Fastnachter kennen und mögen

Die Fastnacht-Tradition am Rosenmontag in Rentrisch ist ungebrochen. Es regnete beim Umzug zum Glück nur „Gudzjer“.

Montagnachmittag kurz nach 14 Uhr in Rentrisch. Nahe dem ehemaligen Waschhaus stehen bereits seit einigen Minuten die ersten Zaungäste und warten auf den Start des Rosenmontagsumzuges. Vor einem Haus werden Rostwürste gegrillt und Getränke verkauft. Einige Besucher, die soeben angekommen sind, decken sich entsprechend ein. „Ach, ihr sinn jo ach widda do“, meint eine Seniorin erfeut.

Man kennt sich und trifft sich alle Jahre wieder hier. Das Gespräch dauert nur kurz. Es gilt, den richtigen Platz einzunehmen, wo man viel sieht. Die passende Stelle ist strategisch wichtig, wenn man später „Gudzjer“ einsammeln will. Viele der Kinder am Rande der Strecke haben große Tüten mitgebracht. Der Anfang der Umzugsstrecke scheint eine Bedeutung zu haben. Sind doch die Kisten und Tüten der Umzugsteilnehmer dann noch am vollsten. „Weine nicht, wenn der Regen fällt“, schallt es gerade aus einer Lautsprecherbox vom Rostwurststand herüber. Petrus hatte ein Einsehen mit den Holzhauern: Es fiel kein Regen, es blieb trocken und ans Weinen dachte auch niemand. Vielmehr an den Fastnacht-Klassiker „Cordula grün“, der kurz danach durch die Gegend hallte.

Wenige Minuten nach dem offiziellen Start war auch schon Musik zu vernehmen, die immer näher kam. Der Musikverein Rentrisch übernimmt traditionell den Start des kleinen, aber feinen närrischen Lindwurms im St. Ingberter Stadtteil, der gerade einmal aus etwa zehn Gruppen besteht. „Mit dem RCV in 80 Tagen um die Welt“, heißt das Motto in dieser Session beim Rentrischer Carnevalverein (RCV) Die Holzhauer. Der Entwurf und die Gestaltung des RCV-Prunkwagens oblag dem langjährigen Mitglied Hans-Jürgen „Bläcky“ Schwarz, meldet der Verein. Dort auf dem Wagen herrschte auch tolle Stimmung. Nicht zuletzt, weil ein Mann am Mikrofon zu Italo-Popsongs singend, die Leute zum Singen und Tanzen motivierte, wovon der eine oder andere Narr durchaus Gebrauch machte. Die Jugendfeuerwehr hielt einen Rückblick auf ihre Vergangenheit und thematisierte „Helden unserer Kindheit“ mit ihrer Kostüm-Auswahl.

Danach strahlte es nur noch so in gelben und blauen Farben. Denn die Gruppe „Heiliger Bier Donnerstag (HBD)“ hatte sich als „Minions“ verkleidet und reichte frischgezapftes Bier vom Umzugswagen herunter. Ein Angebot, das die Besucher gerne annahmen.

Danach wurde es adelig. Das Kinderprinzenpaar Leonhard I. und Emma I. des KV Alleh Hopp Spiesen fuhr in einem Cabrio vor und hatte seinen Hofstatt dabei: Garden, Gefolge und Funkenmariechen sowie der Wagen der „Spieser Feierhexe“ verliehen der holden Niedlichkeit und ihrem Prinz einen edlen und würdigen Rahmen für die Umzugsteilnahme.

Auch der Prunkwagen des RCV Die Holzhauer Rentrisch nahm am Rosenmontagsumzug teil. Foto: Jörg Martin

Eine private Gruppe aus Rentrisch hatte „Das ganze Leben ist ein Spiel“ zum Thema und war, als Kartenspiel verkleidet, zum Rentrischer Rosenmontagsumzug erschienen. Die Frauen gaben Getränke aus, und auf dem Wagen waren die Kartensymbole verewigt. Den Abschluss bildeten die Garden, Mariechen und die gemischte Fußgruppen des RCV. „Was, schon vorbei? Ohhhh….“, bedauerte ein kleiner Junge das rasche Ende des Umzuges durch St. Ingberts kleinsten Stadtteil.