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Notbetreuung Saarpfalz-Kreis für Kitas und weiterführende Schulen

Kostenpflichtiger Inhalt: Schul- und Kitaschließungen wegen Coronakrise : Nur wenige Kinder werden „notbetreut“

Anträge von Eltern in unserer Region auf Notbetreuung wurden jetzt gesichtet. An Gymnasien, Gemeinschafts- und Förderschulen gibt es kaum Bedarf. Auch in Kitas ist die Nachfrage noch übersichtlich.

Bis Montagnachmittag konnten Eltern Anträge einreichen, die die angekündigte Notbetreuung brauchen, weil Kitas und Schulen angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus’ bis Ende April geschlossen sind. Der Saarpfalz-Kreis ist dabei für einen solchen Bedarf in den weiterführenden Schulen und den Kitas zuständig. Konkret sind dies also Kinder von sechs bis zwölf Jahren der allgemeinbildenden Schulen in Trägerschaft des Kreises sowie Kita-Kinder von null bis sechs Jahren.

Bei den in Frage kommenden Einrichtungen handelt es sich im Saarpfalz-Kreis zum einen also um vier Gymnasien, acht Gemeinschaftsschulen, drei Förderschulen. Hier war die Nachfrage nach Notbetreuung sehr gering. In Blieskastel gab es eine Notbetreuung am Von der Leyen-Gymnasium. An der Gemeinschaftsschule Gersheim war ebenfalls eine Notbetreuung nötig, an der Mandelbachtalschule war noch kein Bedarf gemeldet.

Bei den insgesamt 75 Kindertagesstätten im Saarpfalz-Kreis, ist der Bedarf etwas höher. Für die Kitas gingen am Montag im Durchschnitt jeweils fünf bis zehn Anträge ein, so die Kreisverwaltung.

Die Koordination bei den Grundschulen läuft über die Städte und Gemeinden. In allen Einrichtungen in St. Ingbert wurde die Maximalgrenze von 15 Kindern unterschritten. Konkret gab es bis Montagnachmittag 30 Elternanträge für die Grundschulen und deren FGTS sowie 17 Anträge in den städtischen Kitas. Wie Mike White, Leiter der für Kinder und Bildung zuständigen Stabsstelle, erläuterte, beziehen sich diese Zahlen auf den gesamten Schließungszeitraum der Einrichtungen bis zum Ende der Osterferien. „Bislang verhalten sich die Eltern sehr verständnisvoll und diszipliniert und lösen ihre Betreuungsprobleme vorbildlich“, so White. Am Dienstag nahmen in allen vier Grundschulen und ihren zwei Dependancen in der Mittelstadt sechs Grundschulkinder eine Notbetreuung in Anspruch. In den Kitas der Stadt und der freien Träger im Stadtgebiet von St. Ingbert waren fünf Krippenkinder und 22 Kindergartenkinder zu betreuen. Der Betreuungsbedarf wird von Stadt und Kreis täglich neu überprüft.

Die Notbetreuung für die Grundschüler in Blieskastel, so der 2. Beigeordnete der Stadt, Guido Freidinger, findet an drei Hauptstandorten statt: in Niederwürzbach, Breitfurt und Lautzkirchen. Die Zahl der Kinder, die derzeit dort unterkommen, beläuft sich laut Freidinger auf drei bis sieben pro Schule. Bisher habe das Ganze gut funktioniert, meint er. Ob die geringen Zahlen der betreuten Jungen und Mädchen allerdings stabil bleiben, das wisse selbstredend niemand.

Innerhalb der beiden Grundschulen in der Gemeinde Mandelbachtal werden derzeit zehn Kinder zwischen sechs und zehn Jahren betreut. Drei davon in der Theo-Carlen-Schule in Ormesheim und innerhalb von zwei Betreuungsgruppen sieben in der Arnold-Rütter-Schule in Erfweiler-Ehlingen. Ähnlich sieht es in der Gemeinde Gersheim aus. Elf Grundschüler verteilen sich auf die beiden Schulen. In dieser Woche sind jedoch in der Grundschule Burgschule Medelsheim-Altheim noch keine da, weil alle Eltern ihre Betreuungsmöglichkeiten zu Hause im familiären Umfeld vorhalten können. Ab Montag kommen dann jedoch vier in die Einrichtung nach Medelsheim. In Reinheim sind es sieben Kinder, verteilt in zwei Gruppen. Sollten noch weitere Betreuungsnotwendigkeiten auftreten, können sich die Eltern in Mandelbachtal und Gersheim an die jeweilige Gemeindeverwaltung wenden.

Wichtig zu wissen: Die Vergabe der Plätze erfolgt vorläufig, es könne also nachgesteuert werden, sollten sich die Bedarfe noch wesentlich ändern, so die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. „Viele Erziehungsberechtigte konnten die notwendige Betreuung zumindest ganz akut selbst organisieren. Das freut mich sehr, es zeigt die große Bereitschaft vieler mitzuwirken“, sagte Landrat Theophil Gallo.

Grundsätzlich seien Kita- und Schulleitungen bereits am Wochenende gebeten worden, Anträge zur Bedarfsermittlung für eine Notbetreuung den Erziehungsberechtigten zur Verfügung zu stellen. Generell gilt: Die ausgefüllten Anträge sollen mit einer Empfehlung für die Vergabe der Plätze zur abschließenden Entscheidung an das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises sowie an den Fachbereich Schulverwaltung gesendet werden. Bei den Grundschulen sind die Kommunen Ansprechpartner. Bei anderen Schulen die jeweiligen Träger.

Die Notbetreuung ist schriftlich zu beantragen, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Laut den Vorgaben ist die Notbetreuung für Kinder von null bis zwölf Jahren vorgesehen, deren Erziehungsberechtigte in einem sogenannten systemkritischen Beruf arbeiten und deren berufliche Tätigkeit dringend erforderlich ist, um die öffentliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus soll die Notbetreuung berufstätigen Alleinerziehenden angeboten werden, wenn keine anderweitige Betreuung möglich ist. Hierfür braucht man einen Nachweis des Arbeitgebers.