1. Saarland
  2. Merzig-Wadern

Wie im Grünen Kreis die neuen Corona-Regelungen kontrolliert werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Merzig-Wadern : Kontrollen im Grünen Kreis werden ausgeweitet

Auch in Merzig-Wadern müssen alle, die gegen die Kontaktsperre-Bestimmungen verstoßen, künftig mit Bußgeldern rechnen.

In dieser Woche sind neue Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Die Ausgangsbeschränkungen wurden verlängert, Polizei und Ordnungsämter kontrollieren jetzt strenger und Verstöße werden teurer. Wie gehen die Städte und Gemeinden im Grünen Kreis mit den neuen Verordnungen um? Wir haben nachgefragt.

Laut Stephan Fandel, Sprecher der Stadt Merzig, kontrolliert der kommunale Ordnungsdienst täglich alle Stadtteile der Kreisstadt im Hinblick auf die Einhaltung der allgemeinen Ausgangsbeschränkungen. Schwerpunkte dieser Kontrollen seien insbesondere der Stadtpark und die Spielplätze. „Zudem wurden Kontrollen in Gastronomiebetrieben, bei Einzelhändlern und in Großraumbüros durchgeführt. Diese werden stichprobenartig auch weiterhin beibehalten“, erklärt Fandel. „Der Parkplatz am Wolfspark Werner Freund wird am bevorstehenden Wochenende nicht gesperrt.“ Mit Kontrollen müsse aber gerechnet werden.

Bei den bisherigen Kontrollen seien vereinzelt Personengruppen, insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, angetroffen und aufgelöst worden, so Fandel. „Bei den Unternehmenskontrollen wurden bis auf einen Fall, bei dem ein Verkaufsmarkt bis zur Umsetzung der angeordneten Maßnahmen für einige Stunden geschlossen werden musste, die geltenden Beschränkungen und Auflagen grundsätzlich eingehalten“, erläutert der Stadtsprecher weiter. Bußgelder nach dem neuen Bußgeldkatalog, der am 1. April in Kraft getreten ist, würden vom Landkreis verhängt, nicht von der Ortspolizeibehörde, erklärt Fandel.

Wie reagieren die Menschen, die auf Verstöße angesprochen werden? Fandel: „Die große Mehrheit der Bevölkerung kennt die Beschränkungen und hält sich sehr diszipliniert daran. Hinweise und Weisungen werden im Regelfall einsichtig befolgt.“ Schwierigkeiten gebe es nur mit ohnehin polizeibekannten Jugendgruppen, die regelmäßig keine Einsicht erkennen ließen. Solche Verstöße würden künftig bei der zuständigen Kreisordnungsbehörde zur Anzeige gebracht.

Die Stadt Wadern erklärt durch Sprecherin Sophie Schäfer, dass das Ordnungsamt der Stadt bislang im öffentlichen Raum vor allem Spielplätze und Parks kontrolliert sowie Kontrollfahrten im gesamten Stadtgebiet durchgeführt habe. Bisher seien bei Verstößen nur mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden. Als Beispiele für Verstöße nennt Schäfer, dass an zwei Spielplätzen und der Skater-Anlage die Absperrungen entfernt worden seien und sich Gruppen gebildet hätten. Wenn Menschen auf Verstöße aufmerksam gemacht würden, seien die meisten einsichtig, erklärt die Stadtsprecherin. „Jugendliche und ältere Menschen sind die Zielgruppen, die am wenigsten Einsicht zeigen. Eine Reaktion war etwa: Ich habe den Zweiten Weltkrieg überlebt, da überlebe ich auch Corona“, erzählt Schäfer. An diesem Wochenende sollen ihren Worten nach vier Mal zwei Personen der Ortspolizeibehörde im Einsatz sein, die sich in Absprache mit der Polizeidienststelle in Wadern befinden. Besonders kontrolliert werden laut Sprecherin Schäfer die Alm, der Noswendeler See, alle Weiheranlagen im Stadtgebiet und die Parks. Der Noswendeler See solle voraussichtlich gesperrt werden. Was die Waderner ebenfalls betrifft: Der Landkreis St. Wendel sperrt ab Samstag die Zufahrten und Parkplätze am Bostalsee. Rund um den See soll auch kontrolliert werden.

Ähnlich wie in Wadern sieht es bislang auch in der Gemeinde Beckingen aus. Die Leute hielten sich an die Regeln, berichtet Monika Dussing von der Ortspolizeibehörde der Gemeinde. „Kontrollen werden an allen öffentlichen Anlagen und Spielplätzen durchgeführt. Bußgelder sind noch keine ausgesprochen worden.“

„Um zu verhindern, dass es am Losheimer Stausee bei frühlingshaftem Wetter zu Gruppenbildungen und Menschenansammlungen kommt, werden ab sofort bis einschließlich 20. April alle Parkplätze am See gesperrt“, erklärt Gemeindesprecherin Monika Priesnitz. Die Gemeinde Losheim am See wolle so dem zu erwartenden Besucherandrang begegnen, der die Einhaltung der derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen massiv erschwere. Massenansammlungen von Menschen und Gruppenbildungen seien untersagt und würden von Polizei und polizeilichem Ordnungsdienst kontrolliert und nach dem aktuellen Corona-Bußgeldkatalog geahndet. „Unser schöner Stausee ist ein beliebtes Ausflugsziel für Bürger der Gemeinde ebenso wie für auswärtige Besucher. In der aktuellen Situation appelliere ich jedoch an die Vernunft jedes Einzelnen: Bitte bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause und berücksichtigen Sie die derzeitigen Verhaltensvorgaben zu unser aller Wohl. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und das Infektionsrisiko zu verringern“, so Bürgermeister Helmut Harth.

In Mettlach sperrt die Ortspolizeibehörde ab diesen Samstag, 4. April, alle Tourismus-Parkplätze in der Gemeinde, teilt Bürgermeister Daniel Kiefer mit. Zur Eindämmung der Pandemie solle der Ausflugsverkehr unterbunden werden. Betroffen sind nach Worten des Rathauschefs der Parkplatz „Am Kurpark“ in der Cloefstraße in Orscholz, der Parkplatz am Cloef-Atrium, der Parkplatz „P4“ an der Gesamtschule in Orscholz und der Parkplatz an der Burg Montclair bei Mettlach. Durch diese Maßnahme solle der bei schönem Wetter zu erwartende Besucherstrom unterbunden werden. „Wir bitten alle auswärtigen Besucher, die touristischen Ziele in der Gemeinde Mettlach nicht anzusteuern und für Spaziergänge ihr häusliches Umfeld zu nutzen“, erklärt Kiefer. Mit dieser Maßnahme sollen die durch die Verordnung untersagten Gruppenbildungen und Menschenansammlungen verhindert werden. Die Einhaltung der Maßnahmen würden kontrolliert und Verstöße geahndet. Auch Kiefer bittet alle, sich an die Verordnung zu halten. „Umso mehr können wir uns wieder auf die Sehenswürdigkeiten unserer schönen Region freuen, wenn wir die Krise alle unversehrt überwunden haben“, betont der Bürgermeister.

Laut Pressesprecher Georg Himbert will die Polizei im ganzen Saarland an diesem Wochenende Präsenz zeigen. Aufgrund des voraussichtlich schönen Wetters rechnen die Beamten mit ähnlichen Szenen wie am vergangenen Samstag, als sich zahlreiche Menschen, vor allen am Staden in Saarbrücken, nicht an das Kontakt- und Versammlungsverbot gehalten hatten. „Wir werden streng kontrollieren und alle Verstöße auch zur Anzeige bringen“, sagt der Polizei-Sprecher. „Wir sind jedoch guter Dinge, dass sich die Szenen vom vergangenen Samstag an diesem Wochenende nicht wiederholen werden. In den vergangenen Tagen haben wir nur wenige Verstöße festgestellt. Aber wer weiß, wenn das Wetter weiter so schön bleibt und die Temperaturen über 20 Grad steigen, kann sich das auch schnell wieder ändern“, sagt Himbert. Er betont, dass die saarländische Polizei auch nach dem Wochenende weiterhin konsequent kontrollieren und – falls notwendig – Bußgelder anhand des neuen Bußgeldkatalogs verhängen wird.