So war es bei der zehnten Ausbildungsmesse in Losheim

Kostenpflichtiger Inhalt: Ausbildungsmesse in Losheim : Neugierig machen auf Jobs von morgen

Landkreis organisierte die zehnte grenzüberschreitende Ausbildungsmesse unter dem Motto „Deine Zukunft jetzt!“.

„Wisst ihr was das ist?“, fragt Silvia Leuk die vier Schüler, die vor ihr stehen. Skeptisch mustern die jungen Leute die Behälter. Drei von ihnen sind mit weißem Pulver gefüllt, in den anderen beiden Bechergläsern befindet sich grünes und gelbes Pulver. Verlegenes Achselzucken erhält Leuk als Antwort. Sie drückt den Schülern jeweils ein Röhrchen in die Hand und gibt ihnen die Anweisung, die Röhrchen mit dem Inhalt aus mindestens vier Bechergläsern zu füllen, dann müssen die Schüler ihre Mischung gut schütteln.

„Jetzt macht euch davon ein bisschen auf die Hand und probiert“, ermutigt sie die Schüler, die schüchtern am Pulver schnuppern und dann probieren. Sie fangen an zu grinsen. „Wisst ihr jetzt was es ist?“, fragt sie erneut. „Brause“, antworten die ihr unisono – in den Sorten Waldmeister und Kirsche. Mithilfe von Zitronensäure, Natron, Puderzucker und Wackelpuddingpulver in der gewünschten Geschmacksrichtung lässt sich so nämlich kinderleicht Brausepulver selbst herstellen. Mit solchen Experimenten machen die Leute vom InnoZ des Landkreises auf der zehnten Ausbildungsmesse „Deine Zukunft jetzt!“ in Losheim mit. Und das, obwohl man bei ihnen gar keine Ausbildung machen kann. Stattdessen wollen sie die Schüler für die Naturwissenschaft und für die Arbeit im Labor begeistern.

Begeistern – das möchte auch Stefan Wolf von der Landesinnung Saarland für Sanitär-, Heizungs- und Klempnertechnik, anscheinend mit Erfolg. Zahlreiche Schüler stehen neugierig an ihrem Stand. Warum sie die Schüler ansprechen wollen? „In den Ausbildungsbetrieben fehlen die Lehrlinge, und kaum welche kennen den Beruf“, sagt Wolf, daher gibt man mit einem Workshop einen Einblick in die Arbeit eines Heizungstechnikers. Die Schüler müssen ein Rohr so verbiegen, dass zwei Hälften ein Herz ergeben. „Indem die Schüler etwas selbst herstellen, wollen wir eine positive Erinnerung erzeugen“, sagt Wolf, „sie sehen dann, was sie geleistet haben“. Eine Beobachtung, die Wolf gemacht hat? „Mehr Mädchen interessieren sich.“

Für Kosmetik und Mode begeistern sich dagegen die Schülerinnen Angela Bausch, 14, und Leonie Schätzel, 13. „Wir waren schon bei Lidl, Ronellenfitsch, Regler-Systems und bei Pieper“, erzählt Leonie, für beide ist klar: „Wir wollen eine Ausbildung machen.“

Über die Ausbildung zur Ergotherapie berät Karin Schäfer von der SHG-Klinik. Dazu lässt sie die Schüler einen Stern nachzeichnen, wobei sie nur in einen Spiegel, aber nicht auf die Zeichnung schauen dürfen, oder nach einem Glas fassen, ohne dieses greifen zu müssen. „Das ist für Menschen mit einer Muskelerkrankung oder einer Einschränkung der Greiffunktion hilfreich“, sagt Schäfer. „Es geht darum Menschen zu helfen“, erläutert sie den Beruf. Wonach die Schüler fragen? „Nach den Voraussetzungen, nach Praktikumsplätzen und dem Inhalt der Ausbildung“, sagt sie, auch hier seien die Bewerbungen rückläufig. Wieso? „Durch die sozialen Netzwerke geht der für den Beruf wichtige, persönliche Kontakt zu Menschen verloren“, findet sie.

Im Rahmen der zweitägigen Ausbildungsmesse fand in Losheim im nahe gelegenen Saalbau zudem  die dritte Bildungskonferenz des Kreises Merzig-Wadern mit Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion statt.