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Britter Hirtzen blicken auf Trinkgewohnheiten des Elferrats

Kostenpflichtiger Inhalt: Sitzung in Britten : Britter Hirtzen stärken das Gemeinschaftsgefühl ihrer Gäste

Bei den Britter Hirtzen läuft in dieser Session einiges anders als gewohnt. Da gibt es eine Prinzessin, die nur Sprudel trinkt, weil sie nach eigenen Angaben den nächsten Thronfolger in Produktion hat, und eine Kinderprinzessin, die das Jungvolk ganz alleine regiert.

Sie hat Selbstbewusstsein für zwei und außerdem steht ihr die Jugendfeuerwehr zur Seite.

Trotzdem erschien bei der Kappensitzung ein Kinderprinz, nämlich Josua I. vom vergangenen Jahr. Da er, seiner Minderjährigkeit gerecht werdend, während der gesamten Session nur Limo getrunken hatte, war sein Kopf klar und er konnte ein paar interessante Beobachtungen machen. Ziel seiner Aufmerksamkeit waren die Trinkgewohnheiten des Elferrates. Er beschrieb minuziös, wie der Alkohol die Redegewohnheiten der Männer veränderte. Einer beginnt zu politisieren, ein anderer erklärt allen die Welt, ein dritter bekommt Probleme mit der Artikulation und wieder ein anderer sagt überhaupt nichts mehr. Die Zuschauer quietschten vor Vergnügen, aber die Elferräte nahmen diese treffenden Schilderungen nicht übel. Sie lachten mit und Josua bekam für seine Leistung eine begeisterte Rakete vom Publikum.

Spannend wird es, wenn „Ose zwetten Heer“, die Konkurrenz von Pastor Bier, die Bühne betritt. Eigentlich hatte er vor, den hiesigen Geistlichen in ein Kloster zu stecken und die Pfarrei alleine zu übernehmen, aber davon wollte Bier nichts wissen: „Die Gemeinde ist so schön sparsam. Mit einer Handvoll Hostien komme ich das ganze Jahr über die Runden.“

Der „Zwette Heer“ begann dann, ein wenig über die Nachbardörfer herzuziehen. So haben die Scheidener derart laute Stimmen, dass der Beichtstuhl schallisoliert werden musste, damit man die Sünden nicht bis in Evis Gaststube hören kann. Diesem Ruf wurde Devid Hero, der Präsident des Scheidener Karnevalsvereins, auch sofort gerecht. Ein wenig lallend, da bereits gut abgefüllt, das Präsidentenjackett auf Halbmast, kam er in die Bütt geschlingert und erzählte, dass sein Traktor nicht am Umzug teilnehmen kann, weil er die Umwelt mit seinem Diesel verpestet. Aber Hero hat bereits Plan B in der Tasche: Es gibt noch einen zweiten Traktor, und der darf mit, denn er wird mit Biogas betrieben, produziert vom Elferrat nach dem Genuss von Bohnen und Zwiebelmettbrötchen. Der „Zwette Heer“ wurde übrigens zum König von Britten gekrönt, um den Britter Brexit, die Trennung von der Gemeinde Losheim am See, voranzutreiben.

Natürlich wurde bei den Britter Hirtzen auch wieder fleißig getanzt. Es gibt mehrere talentierte Garden, ein Funkenmariechen, eine Showtanzgruppe und natürlich ein Männerballett, das sich in diesem Jahr dem Thema „Brittburger Bier“ widmete.

Mit gewohnter Gründlichkeit hatte der Hirtzenchronist wieder zwölf Monate lang aufmerksam das Dorfgeschehen beäugt und sich Notizen gemacht. Manch denkwürdige oder lustige Begebenheit kam da zur Sprache. Es gab eine Hommage für Günter Ludwig, der 25 Jahre lang Ortsvorsteher gewesen ist und vieles im Dorf gestaltet und bewegt hat. Aus all den Anekdötchen und Geschichten schälte sich schlussendlich etwas sehr Schönes heraus: eine ehrlich empfundene Liebeserklärung des Chronisten an die Bürger von Britten, die stets zusammenhalten und überall mit anpacken, wo es nötig ist.So konnten die Britter Hirtzen ihre Gäste fröhlich und mit gestärktem Gemeinschaftsgefühl nach Hause entlassen.

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