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Bürgermeister regt an, Krankenhaus in Wadern wegen Corona wieder zu öffnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgermeister bittet Bachmann : „Krankenhaus Wadern kurzfristig wieder in Betrieb nehmen“

Der Wadener Bürgermeister Jochen Kuttler regt an, die St.-Elisabeth-Klinik wegen des Coronavirus wieder zu öffnen.

Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler hat Gesundheitsministerin Monika Bachmann aufgefordert, das Waderner Krankenhaus kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen. „Corona hat uns fest im Griff. Jeden Einzelnen von uns, in allen Facetten unseres Lebens. Zuweilen wirkt das surreal, ist aber, was die Gefahr angeht, sehr real“, schreibt der Verwaltungschef in einem Brief an Bachmann. Der Staat hat nach seinen Worten zwischenzeitlich alle Maßnahmen in die Wege geleitet, die getroffen werden können, um eine rasche Ausbreitung der Infektion zu verhindern. „Ob und wie gut das funktioniert, wissen wir aktuell noch nicht. Und es wird auch noch eine Weile dauern, bis wir das wissen.“

Ihn treibt nach seinen Worten die Frage um, „wie wir damit umgehen werden, wenn die Zahl der Patienten, die stationäre medizinische Betreuung brauchen, so ansteigt, dass die Krankenhäuser der Umgebung schlichtweg überfordert sind“. Zudem verfolge er mit Sorge die Prognosen der Experten, die exakt diesen Fall voraussagen, wenn die Ausbreitung des Virus durch die ergriffenen Schutzmaßnahmen nicht ausreichend eingedämmt werden könne. Daher habe er sich an die Gesundheitsministerin gewandt – „mit der eindringlichen Bitte, noch einmal zu überprüfen, ob die im November 2017 stillgelegte Waderner St.-Elisabeth-Klinik nicht doch wieder für die aktuelle Krisenbewältigung in Betrieb genommen werden kann“. Die Skepsis, mit der die Trägergesellschaft, die Marienhaus GmbH, einem solchen Vorstoß entgegensteht, ist Jochen Kuttler nach seinen Worten sehr wohl bewusst. Eine Wiederinbetriebnahme in Dillingen und Wadern werde kaum möglich sein, zitiert der Waderner Bürgermeister einen Sprecher der Marienhaus GmbH, der auf bauliche und personelle Gründe verwiesen hatte. Der Abriss des Gebäudes in Wadern solle im Mai starten. Es stelle sich auch die Frage, woher das Personal für die Häuser kommen solle.

„Abgesehen von der Tatsache, dass ich nach wie vor die Meinung vertrete, dass die Schließung der St.-Elisabeth-Klinik ohne adäquaten und zukunftsweisenden Ersatz (Stichwort Nordsaarlandklinik) ein kapitaler Fehler war, was heute aber nicht mehr weiterhilft, ist mir die Träger-Antwort angesichts des befürchteten Ausmaßes der Infektionszahlen schlichtweg zu lapidar“, sagt er. Das Gebäude der ehemaligen Klinik verfügt nach seinen Worten in weiten Teilen über fast neuwertige Patientenzimmer. Zudem besitzt sie, was ihm ganz wichtig erscheint, eine Klinikstruktur, die dem medizinischen Alltagsablauf entspricht. „Insofern wäre es sehr sinnvoll, sehr rasch zu überprüfen, ob die Räumlichkeiten denn wirklich aufgrund gravierender baulicher oder technischer Fragen ausscheiden oder ob hier nicht mit vertretbarem Aufwand doch noch eine Notlösung geschaffen werden kann, die allemal besser ist als Hallen zu Durchgangskliniken umzufunktionieren.“

Jochen Kuttler. Foto: Tina Mann/TINA MANN

Ausschließen sollte man in dieser Krise nach seinem Dafürhalten rein gar nichts. Die Stadt Wadern ist laut Kuttler auch bereit, die Herbert-Klein-Halle für eine eventuelle Krankenstation zur Verfügung zu stellen und aktiv an deren Betrieb mitzuwirken. Dafür ist sie nach seiner Einschätzung hervorragend geeignet. Als Gründe nennt er die ausreichende Größe, die komplette Sanierung und ihre zentrale Lage. Auch weitere Hallen und Einrichtungen könnten – sofern geeignet – als Krankenstationen dienen. Ähnliche Überlegungen werden auch in der Bundesregierung aktuell angestellt.

Sowohl die Stadt und die Menschen im Hochwald werden nach seinen Worten alles daransetzen, in dieser wirklich tiefgreifenden Krise den Beitrag zu leisten, der alle ein kleines Stück weiterbringt. „Die Solidarität, die aktuell gefragt und gegeben wird, ist beispielhaft. Sie gilt aber auch für das Handeln der Landesregierung“, mahnt er.