ALLESPROFIS.DE - Profis für alle Lebenslagen
Sie sind hier: HomeSaarlandMerzig-WadernLosheim am SeeLosheim

Tatorte sind in der Gemeinde Losheim am See Quartiere am Hölzbach, Losheimer Bach und Igelsbach





Losheim
Unbekannte zerstören Biberdämme
Tatorte sind in der Gemeinde Losheim am See Quartiere am Hölzbach, Losheimer Bach und Igelsbach

Von  Jana Freiberger, 
02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Wolfgang Reifenrath (l.) und Franz-Josef Schuell können es nicht fassen: Die Biberburgen am Losheimer Bach sind weg. Foto: rup Foto: rup
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Hier hatten Biber einmal ihr Domizil. Foto: Nabu

Foto: Nabu
Die Biberbetreuer vom Nabu Weiskirchen-Losheim, Franz Josef Schudell und Wolfgang Reifenrath, sind wütend. Nach der Zerstörung der Dämme würden die Elterntiere abwandern, die Kleinen müssten sterben.

Sie bauen Burgen und Dämme, fällen Bäume und schaffen dabei vielfältige Biotope wie Tümpel, Teiche und Nasswiesen: Seit den 90er Jahren ist der Biber, das zweitgrößte Nagetier der Welt, wieder im Saarland heimisch. Doch der Gestaltungsdrang der bis zu 1,3 Meter langen und 30 Kilogramm schweren Baumeister ruft nicht nur Bewunderung bei den Menschen hervor, sondern sorgt auch für Konflikte. Denn die Nagetiere fällen Nutzholz, untergraben Dämme, Deiche und flussnahe Äcker, sie stauen Entwässerungsgräben und fressen Feldfrüchte.

In der Gemeinde Losheim am See haben sich die Biber seit 2001 wieder angesiedelt – ein Zeichen für eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz, sagt Werner Ludwig vom Umweltamt der Gemeinde. Die Wiederansiedlung stelle eine Bereicherung des Naturhaushaltes dar und unterstütze die Rückentwicklung von Bachauen in naturnahe und natürliche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt.

„In den meisten Fällen ist diese Entwicklung in Losheim konfliktfrei verlaufen“, berichtet er. In Einzelfällen kollidiere die Biberaktivität aber mit privaten Nutzungsinteressen oder mit öffentlichen Einrichtungen zur Wasserführung. Deswegen müsse es auch eine Entschädigungsregelung für Menschen geben, auf die die Biberaktivität negative Auswirkungen hat. Die fehle bisher leider, so Ludwig.

In den vergangenen Monaten wurden Biberdämme am Hölzbach, Losheimer Bach und Igelsbach zerstört. „Das ist ein strafbares Delikt“, informiert Franz Josef Schudell, Biberbetreuer des Naturschutzbundes (Nabu) Weiskirchen-Losheim. Gemeinsam mit Biberbetreuer Wolfgang Reifenrath hat er Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Von dem ein Meter hohen Damm im Losheimer Bach ist nichts übrig geblieben. „Die sind Ende Oktober mit dem Traktor gekommen, haben das Zuhause des Bibers zerstört und das Gehölz danach mitgenommen“, klagt Reifenrath und deutet auf die tiefen Reifenspuren am Rande des Baches. Abgenagte Baumstümpfe zieren die Gegend rund das ehemalige Biber-Quartier. Die Dämme am Igelsbach und am Hölzbach seien manuell mit schwerem Gerät zerstört worden.

Etwa 500 bis 600 Biber leben zurzeit im Saarland, mindestens zehn Reviere gibt es allein in Losheim und Weiskirchen. „Unsere Aufgabe ist es, die Biber mehr oder weniger im Auge zu behalten“, berichtet Reifenrath. Denn das Tier unterliege den Vorschriften der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, sei also streng geschützt. Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz sei es verboten, Biber während der Fortpflanzungs-, Aufzucht- und Überwinterungszeit zu stören oder Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören.

Die beiden Betreuer sind wütend. Nach der Zerstörung der Dämme würden die Elterntiere abwandern, die Kleinen müssten sterben. „Die Probleme haben in den letzten Jahren zugenommen“, sagt Ludwig. Das sei in einem dicht besiedelten Raum wie dem Saarland zu erwarten gewesen.



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Losheim

2018 könnten erste Ansiedlungen erfolgen

Wegen der großen Nachfrage nach Gewerbeflächen in Losheim bringt die Gemeindeverwaltung derzeit das Verfahren zum Ausbau eines neuen Gewerbeparks auf den Weg. Der Bebauungsplan ist rechtskräftig.Mehr
Losheim

Grünes Licht fürs neue Clubheim

Das neue Clubheim im Stadion Weiherberg ist auf den Weg gebracht. Der Gemeinderat stimmte dem Bebauungsplan-Entwurf des rund 350 000 Euro teuren Neubaus zu.Mehr
Losheim am See

Wasserstand wird reguliert

Am Hölzbach an der Grenze zwischen den Gemeinden Losheim und Weiskirchen bedroht ein von Bibern geschaffener See den Erdwall einer privaten Teichanlage. Korrekturen am Damm sollen der Gefahr entgegenwirken.Mehr


Anzeige


ANZEIGE
TIPP






Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken
Lokalausgabe Merzig-Wadern
Jetzt die SZ lesen:

ANZEIGE
Tipps


ANZEIGE
Beilagen




Anzeige