Heiß geliebt und doch vergessenDie Köpfe auf den D-Mark-Scheinen

Von Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel, 09. Januar 00:12
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Vor zehn Jahren hieß es Abschied nehmen von der D-Mark. Kaum jemand erinnert sich heute noch, welche Persönlichkeiten auf den Scheinen abgebildet waren. Foto: dpa

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Silke

Bender

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Jens

Bauer

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Albert

Trauden

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Frank

Knauber

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Vera Klaas-Spina
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Karl Heinz Brück
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Heike

Krämer

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Der größte D-Mark-Schein war der 1000-Mark-Schein mit den Gebrüdern Grimm.
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Der kleinste D-Mark-Schein war der Fünf-Mark-Schein mit Bettina von Arnim.
Foto/Montage: SZ

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Auf diesem "gefälschten" Zehn-Mark-Schein trauert Carl Gauß, weil er ivergessen wurde. Foto/Montage: SZ

Köllertal. Das Jahr ist noch jung, und doch gab es schon einen "großen" Geburtstag: Zehn Jahre alt ist er nun, der Euro. Und die Bundesbürger wurden aus diesem Anlass auch schon eifrig befragt, was sie denn von der "neuen" Währung halten (Veröffentlicht am 09. Januar 00:12)
Köllertal. Das Jahr ist noch jung, und doch gab es schon einen "großen" Geburtstag: Zehn Jahre alt ist er nun, der Euro. Und die Bundesbürger wurden aus diesem Anlass auch schon eifrig befragt, was sie denn von der "neuen" Währung halten. Bei unserer Umfrage im Köllertal wollten wir aber etwas anderes wissen: Erinnern sich die Menschen denn überhaupt noch, wie des Euros Vorgänger, die D-Mark-Scheine, ausgesehen haben? Und haben sie eventuell noch Münzen oder Scheine der alten Währung zuhause?

Der Rentner Albert Trauden aus Riegelsberg kann sich an die Zeiten der D-Mark erinnern: "Ich weiß zwar nicht mehr genau, welche Köpfe auf den Scheinen waren, aber ich weiß, dass der Einkaufswagen mit der D-Mark voller war", ist sich der 64-Jährige sicher und schildert: "Mein Sohn hatte lange Zeit eine Münzensammlung, die ich schließlich verkauft habe. Wir haben Zuhause gar keine Münzen oder Scheine der alten Währung mehr."

Auch der kaufmännische Angestellte Frank Knauber (46), außendienstlich in Riegelsberg unterwegs, hat keine müde Mark mehr: "Ich habe alles an D-Mark-Münzen und -Scheinen umgetauscht. Was auf den damaligen Scheinen abgedruckt war, weiß ich nicht mehr."

Auch Silke Bender aus Riegelsberg kann sich auch nur wage an die Personen auf den D-Mark-Noten erinnern: "War auf dem Zehn-Mark-Schein nicht eine Frau?", äußert sie unsicher. Tatsächlich war auf der Zehner-Note ein Mann, nämlich Carl Friedrich Gauß, ein berühmter deutscher Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker, der von 1777 bis 1855 lebte.

Der 24-jährige Angestellte Jens Bauer aus Riegelsberg hat zu Hause noch einige alte Pfennig- und D-Mark-Stücke aufgehoben: "Es sind Erinnerungsstücke. Scheine habe ich keine mehr. Mir fällt auch nicht ein, was auf den Scheinen abgedruckt war. Irgendwelche Köpfe."

Heike Krämer (45) aus Heuweiler kann sich an die Farbe des 100-D-Mark-Scheins erinnern: "Der war blau, und es war eine Frau drauf. Aber wie diese Frau heißt, weiß ich nicht. Zuhause horte ich noch ein paar Fünf-Mark-Münzen", so die Zeitungszustellerin.

Arzthelferin Vera Klaas-Spina, die in Heusweiler ihre Einkäufe tätigt, besitzt keine Münzen und Scheine der alten Währung: "Allerdings weiß ich noch genau, dass der Fünf-Mark-Schein grün war und auch sehr beliebt, da es ihn nur selten gab", so die 42-Jährige. Und was hält sie vom Euro? "Ich bin ganz zufrieden mit dem Euro. Man kann die Währung ja eh nicht mehr so leicht ändern."

Der Industriemeister in Elektrotechnik Karl-Heinz Brück (48) aus Heusweiler weiß noch alle Farben der ehemaligen Währungsnoten: "Der Fünfer war grün, der Zehner blau, der Zwanziger wieder grün, der Fünfziger braun und der Hunderter blau. Wie die Personen auf den jeweiligen Scheinen heißen, weiß ich allerdings nicht", erklärt er. Als Erinnerung an die D-Mark hat er sich ein paar Pfennigstücke aufgehoben; Brück: "Ich trauere der alten Währung nach und wäre froh, sie würde wieder eingeführt werden."

Köllertal. Und hier des Rätsels Lösung, wer auf den letzten D-Mark-Scheinen zu sehen war:

5 Mark: Bettina von Arnim (1785 Frankfurt a.M. - 1859 Berlin), deutsche Schriftstellerin, geboren als Elisabeth Catharina Ludovica Magdalena Brentano.

10 Mark: Carl Friedrich Gauß (1777 Braunschweig - 1855 Göttingen), Mathematik-Genie, Astronom und Physiker

20 Mark: Annette von Droste-Hülshoff, (Anna Elisabeth Franzisca Adolphine Wilhelmine Ludovica Freiin Droste zu Hülshoff, 1797 Burg Hülshoff in Havixbeck - 1848 Meersburg am Bodensee), Schriftstellerin und bedeutende Dichterin.

50 Mark: Johann Balthasar Neumann (1687 Eger - 1753 Würzburg), Baumeister des Barock und Rokoko, baute Schlösser, Kirchen, Wohnhäuser.

100 Mark: Clara Josephine Schumann, geborene Wieck (1819 Leipzig - 1896 Frankfurt a. M.) Pianistin und Komponistin, Ehefrau von Robert Schumann.

200 Mark: Paul Ehrlich (1854 ´ Strehlen - 1915 Bad Homburg), Chemiker, Arzt, Serologe, Immunologe, gilt als ein Begründer der Chemotherapie und der medikamentösen Behandlung von Syphilis, erhielt 1908 mit Ilja Iljitsch Metschnikow den Nobelpreis für die Begründung der Immunologie.

500 Mark: Anna Maria Sibylla Merian (1647 Frankfurt a. M. - 1717 Amsterdam), Naturforscherin und Künstlerin, dokumentierte genau die Metamorphose der Schmetterlinge, bedeutende Vertreterin der damals praktisch noch unbekannten Insektenkunde (Entomologie).

1000 Mark: Brüder Jacob (1785 Hanau - 1863 Berlin) und Wilhelm (1786 Hanau - 1859 Berlin) Grimm, sammelten Märchen; Mitbegründer der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (Philologie). red



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