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Absturz vor dem großen Triumph





Vikersund
Absturz vor dem großen Triumph
Eric Dobias,Eric Roos,  20. März 2017, 02:00 Uhr
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Andreas Wellinger war lange der Überflieger der Tour. Der allerletzte Sprung kostete ihn den Sieg. Foto: dpa

Foto: dpa
Bis zum letzten Sprung der „Raw Air“-Tour lag Andreas Wellinger auf Kurs. Am Ende war er stinksauer.

(/) Andreas Wellinger ließ enttäuscht die Arme hängen, dann klatschte er höhnisch Beifall in Richtung Jury: Durch einen völlig verpatzten letzten Sprung hat Deutschlands Überflieger an einem denkwürdigen Wochenende den schon sicher geglaubten Gesamtsieg bei der neuen „Raw Air“-Tour verpasst. Der zur Halbzeit noch führende Wellinger „hüpfte“ bei widrigen Bedingungen in Vikersund nur auf 166 Meter, wurde auf den 18. Rang durchgereicht und musste in der Gesamtwertung sowohl Stefan Kraft (Österreich) als auch Kamil Stoch (Polen) passieren lassen. Doppel-Weltmeister Kraft, der am Samstag mit fulminanten 253,5 Metern den Weltrekord in die Höhe geschraubt hatte, reichte somit beim Tour-Finale ein mäßiger fünfter Rang, um in der Summe der 14 Durchgänge Wellinger noch von Platz eins zu verdrängen. Für den Gesamtsieg erhielt Kraft eine stattliche Siegprämie von 60 000 Euro, Wellinger für Rang drei immerhin 10 000 Euro. Zum Vergleich: Bei der Vierschanzentournee bekommt der Gewinner 18 600 Euro.

Wellinger fühlte sich um den Sieg und 50 000 Euro betrogen. Nach 242 Metern im ersten Versuch hatte er noch alle Trümpfe in der Hand, nachdem sein Dauerrivale Kraft nur auf 215 Meter gekommen war. Doch die Jury kannte keine Gnade und schickte den Bayern bei deutlich schlechteren Windbedingungen los. Wellinger drückte es prompt bei 166 Meter auf den Hang. „Ich bin stinksauer“, schimpfte der 21-Jährige.

Auch Bundestrainer Werner Schuster übte Kritik. „Aus meiner Sicht gab es keinen Grund, den Anlauf zu verkürzen. Und wenn schon, hätte man sich für den letzten Springer der Konkurrenz mehr Zeit nehmen müssen. Es ist ärgerlich und bitter, dass es so ein Ende genommen hat“, sagte der Bundestrainer. „Andi hat bei der Tour eine fantastische Leistung gezeigt.“ Am Vortag hatte er im Teamwettbewerb mit 245 Metern sogar den deutschen Rekord von Severin Freund eingestellt. Den Sieg sicherte sich Norwegen vor Polen und Österreich.

Schon da hatte aber auch Kraft das Lachen nach einem Weltrekord-Flug nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Mit seiner Bestmarke von 253,5 Metern stieß er in eine neue Dimension vor. „Das ist unglaublich, einfach Wahnsinn. Es war Adrenalin pur, alles hat zusammengepasst. Ab 200 Meter habe ich gewusst, dass es Weltrekord wird, und nur noch gedacht: Steh' den Sprung“, berichtete Kraft über den magischen Moment. Bereits 33 Minuten zuvor hatte der Norweger Robert Johansson mit 252 Metern die zwei Jahre alte Bestmarke seines Landsmanns Anders Fannemel um 50 Zentimeter verbessert. Doch Kraft setzte noch einen drauf.

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