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Blieskastel/Webenheim

Zur Werbung ins Bierzelt

Von SZ-Mitarbeiter Michael Aubert, 11.07.2012 00:13
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Auch die Frauen kamen zu ihrem (Box)-Recht: Hier kämpft Sarah Ali, links, gegen die Völklingerin Ricarda Herquijuela.
Anstatt in einer Sport- oder Turnhalle machten sich die Boxer des BC Völklingen am Montagabend auf den Weg zum Webenheimer Bauernfest, um sich mit anderen zu messen - und für ihren Sport zu werben.
Blieskastel/Webenheim. Für einen kleinen, ganz kurzen Moment wurden alle Erwartungen an Boxkämpfe auf der Kirmes erfüllt. Als die Zuschauer im letzten Kampf des Abends mit lauten "Deniz"-Rufen ihren Favoriten unterstützten. "Früher sind die Kämpfe auch vom Publikum entschieden worden", erklärte Michael Lacour, Trainer und Jugendwart des BC 82 Völklingen.

Das ist heutzutage nicht mehr so. Auch enden die Faustkämpfe nicht mehr in einer Massenschlägerei. "Ich kam in Kaiserslautern bei einer ähnlichen Veranstaltung auf die Idee, das auch hier bei uns zu machen. Auch in Bayern sind die Boxkämpfe oft in Festzelten", erklärte Bernd Roth, Cheforganisator und Trainer des BC Völklingen.

Kirmes-Boxkämpfe gab es schon immer. Parallel dazu hat sich das Boxen einen seriösen Platz in Turn- und Sporthallen erkämpft. "Der Boxsport ist ein Kopfsport, ein intelligenter Sport", sagt Hassan Zein vom BC Völklingen. Und genau das konnte man am Montagabend auf dem Webenheimer Bauernfest sehen. Neun disziplinierte und vor allem auch technisch saubere Kämpfe. Boxerinnen und Boxer aus Neunkirchen, Homburg, Völklingen, Kaiserslautern und Frankenthal kamen zu den Vergleichskämpfen nach Webenheim. Denn eines haben die Boxerinnen und Boxer gemeinsam. Sie wollen boxen und sich messen.

Viele Gelegenheiten zum Duellieren haben sie nicht. "Die Boxvereine haben nicht mehr so viele Mitglieder wie früher. Auch gibt es im näheren Umfeld nicht immer jede Gewichtsklasse. Das macht es schwierig", erklärte Michael Lacour. Vor allem aber, weil die Resonanz und das Interesse am Boxsport einfach zurückgegangen sind. "Früher war beim Boxen immer was los. Da wäre das Zelt auch an einem Montag voll gewesen", erklärte Lacour. Am vergangenen Montag sahen rund 300 Zuschauer die Vergleichskämpfe zwischen Kaiserslautern und den Gastgebern des BC Völklingen.

"Das ist mein zweiter Kampf in einem Festzelt. Trotzdem boxe ich lieber in Sporthallen", meinte Sarah Ali vom Boxclub Neunkirchen. Auch Deniz Okal vom BC Völklingen zieht es vor, in Sporthallen zu boxen. "In einer Turnhalle geht es ausschließlich um den Sport. Normalerweise ist in den Festzelten schon mehr los, aber ich mag die Atmosphäre nicht so sehr. Viele Zuschauer sind auch nur zufällig hier", meint Deniz Okal und trifft es auf den Punkt: Denn wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten. "Das Positive ist natürlich die Werbung für den Boxsport", findet Hassan Zein, "auch wenn es schon ein ungewohntes Gefühl ist". Diese jungen Sportler sind einfach eine neue Boxergeneration.

 

 

 

 

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