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Polizei setzt auch in der kalten Jahreszeit auf Präsenz an Brennpunkten in der Kreisstadt





St Wendel
Damit Sicherheit spürbar wird
Polizei setzt auch in der kalten Jahreszeit auf Präsenz an Brennpunkten in der Kreisstadt

20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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So wie hier im Februar diesen Jahres kann es auch in der kalten Jahreszeit in der Mott zu Streitereien kommen. Die Brennpunkt-Kontrollen der St. Wendeler Polizei laufen bis Ende des Jahres. Archivfoto: hgn
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Martin Walter

Seit 2013 gibt es in St. Wendel das Brennpunkt-Konzept der Polizei. Dieses sieht Kontrollen vor allem in den Sommermonaten vor. In diesem Herbst und Winter wird erstmals die Kontroll-Phase verlängert.

Brennende Mülleimer in der St. Wendeler City. In der Nacht in Brand gesteckt. Diese Serie liegt erst einige Tage zurück (wir berichteten). Wie inzwischen bekannt ist, zogen zwei Jugendliche an zwei Nächten durch die Gassen der Altstadt – und zündelten, mal hier, mal da. Die Polizei ist ihnen rasch auf die Schliche gekommen. Auf diesen Ermittlungserfolg ist Martin Walter, Chef der St. Wendeler Polizei, auch deshalb stolz, weil sich die Bürger so in der Nacht wieder sicherer fühlen können.

Mit der Sicherheit ist das nämlich so eine Sache. Was die Statistik mit Zahlen belegt, deckt sich nicht immer mit dem Empfinden der Menschen. Damit die sich wohler fühlen in ihrer Heimat gibt es sei 2013 ein Brennpunkt-Konzept. „Erstmals machen wir die Kontrollen auch in der kalten Jahreszeit“, so Walter.

Kontrollen, Präsenz zeigen – durch personellen Abbau bei der Polizei wurde es immer schwieriger, diesen Aufgaben gerecht zu werden. 2013 wurde daher in St. Wendel ein Brennpunkt-Konzept aufgelegt. Wie der Name schon sagt, geht es darum, bestimmte Örtlichkeiten wieder verstärkt in den Fokus zu rücken. Vor allem in den Sommermonaten, wenn sich das Leben der Menschen stärker in den öffentlichen Raum verlagert. 2014 ging es los. In der Kneipenszene, am Stadtpark, im Bereich Dom und Mott oder am Bahnhof zeigten die Beamten Präsenz. Die Delikte: Ruhestörung, Auseinandersetzungen, zerdepperte Flaschen oder auch mal das Urinieren an der Basilika.

Wie Walter im SZ-Gespräch erläutert, gab es wiederholt Kontrollen während des Regeldienstes der Polizisten, aber auch größer angelegte Aktionen. Beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Gerade im Zusammenhang mit Delikten Jugendlicher setzt Walter auf Nachhaltigkeit. „Wir nehmen die Erziehungsberechtigten in die Pflicht oder nehmen Kontakt mit dem Jugendamt auf.“

Raub, Körperverletzung sind Beispiele für so genannte Rohheitsdelikte. Im Jahr 2009 zählte die Polizei in St. Wendel noch 325 solcher Taten, im vergangenen Jahr 257. In den zurückliegenden zehn Jahren lag die höchste Zahl an Diebstählen bei 620. Das war im Jahr 2006. Diese Zahl hat sich 2015 um mehr als die Hälfte auf 293 Delikte verringert. Auch was das Thema Drogen betrifft, sind die Zahlen von 2008 (98 Delikte) bis vergangenes Jahr (51) deutlich gesunken.

Laut Statistik ist es also deutlich sicherer geworden in der Stadt. „Doch das Empfinden ist ein anderes, und wir nehmen das Gefühl in der Bevölkerung ernst“, betont Walter. In diesem Jahr startete die Inspektion St. Wendel ihre Kontrollen im April. Bis Ende September waren es 60 – vor allem in der Kernstadt. 29 Straftaten wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung registrierte die Wache bis Mitte Oktober.

Erstmals zeigt die Polizei jetzt auch in der kalten Jahreszeit verstärkt Präsenz – vor allem werktags in den Abendstunden und am Wochenende. Da passt es gut, dass die neuen Kollegen, 18 Beamte der Operativen Einheit (wir berichteten), ab dieser Woche in St. Wendel sind. Drei Tage, so erklärt Walter, sind die Polizisten pro Woche auf Ausbildung, ab donnerstags in der Inspektion in der Mommstraße. „Das passt gut“, sagt der Polizei-Chef lächelnd. Denn so kann er sie gut in das Konzept integrieren. Bis Jahresende laufen die Brennpunkt-Kontrollen erstmal weiter. Danach werde Resümee gezogen und entschieden, wie es 2017 weitergeht. Ein Brennpunkt in der Kreisstadt St. Wendel ist der Bahnhof. Ganz in der Nähe der St. Wendeler Polizeiinspektion gelegen, ist die eigentlich nicht in erster Linie für die Sicherheit dort verantwortlich. Bahnhöfe fallen in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Eigentümer ist die Deutsche Bahn.

In dem Zusammenschluss, der Sicherheitspartnerschaft, tauschen sich St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU), Vertreter der Deutschen Bahn, der Bundespolizei und der Polizeiinspektion St. Wendel regelmäßig aus. Zuletzt ging es um die Möglichkeit der Videoüberwachung (wir berichteten). In diese Debatte hat Martin Walter, Chef der St. Wendeler Polizeiinspektion, die Idee einer mobilen Videoüberwachung auf Zeit eingebracht. Ob und wie schnell eine solche Videotechnik umgesetzt werden kann, hänge von der Deutschen Bahn ab. Der Polizeirat geht davon aus, dass sich Alkohol- und Drogen-Delikte in der kalten Jahreszeit ins Bahnhofsgebäude verlagern. Dort kann es in der Folge dann auch zu Pöbeleien oder Schlägereien kommen. „Dort könnte das Thema Kamera Sinn machen“, so Walter. Der Vorteil des Einsatzes auf Dauer: Die Sicherheitspartner können auswerten, was die Überwachung gebracht hat. Und anhand dessen für die Zukunft entscheiden.



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