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EU-Förderung in Höhe von 2,6 Millionen Euro fließen für Warndt-Projekte: eine Bilanz





Völklingen/Großrosseln
Zukunft des Jagdschlosses unsicher
EU-Förderung in Höhe von 2,6 Millionen Euro fließen für Warndt-Projekte: eine Bilanz

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke,  18. November 2013, 00:00 Uhr
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Eine Dunkelführung gibt es bereits, jetzt soll im Erlebnisbergwerk Velsen eine Dunkelkantine entstehen. ArchivFoto: Ruppenthal Foto: Ruppenthal
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Jens Reiter
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An den Schlammweihern St. Charles bei Großrosseln soll ein barrierefreier Panoramaweg entstehen. Foto: Doris Döpke Foto: Doris Döpke
Für den 27. November hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Warndt, die sich in der Region um das europäische Leader-Förderprogramm kümmert, zur Mitgliederversammlung eingeladen. Wie ist der Stand der Dinge bei den Projekten, wofür wurde Förderung beantragt und bewilligt?
Das wichtigste Projekt, für das viele Akteure im Warndt sich möglichst schnell möglichst kräftige Unterstützung wünschen, ist immer noch Zukunftsmusik: Noch weiß niemand, wie und vor allem wann es weitergeht mit dem Um- und Ausbau des Jagdschlosses Karlsbrunn. „Wir reden seit anderthalb Jahren auf jeder Vorstandssitzung darüber“, sagt Jens Reiter, Regionalmanager der Leader-Region Warndt, im SZ-Gespräch. „Aber der Zweckverband ist ja noch nicht gegründet“, die Institution, die künftig Eigentümerin des denkmalgeschützten Baus sein soll. Immerhin, es gebe ein Leader-Projekt, das sich mit Planungen für das Schloss befasst, Architektur, Brandschutz, Statik. Doch der Architekt habe deutlich gemacht, dass er nicht ohne Nutzungskonzept planen könne. Bauen? „In der aktuellen Leader-Förderperiode wird das nichts mehr“, sagt Reiter.

Denn diese Förderperiode endet am 31. Dezember. Vom Fördergeld der Europäischen Union (EU) für den Warndt, insgesamt 2,6 Millionen Euro, wird dann nichts mehr übrig sein, „wir nehmen jetzt auch nichts mehr an“. Mit den bisher abgeschlossenen, bewilligten und beantragten Projekten ist die Summe ausgeschöpft. Die Planungen liegen sogar etwas drüber, bei knapp 105 Prozent – mit Absicht, falls doch noch ein Projekt wegfällt oder billiger wird als gedacht, sagt Reiter.

Für die Umsetzung der Projekte gelte die Formel „n plus zwei“: Die LAG Warndt hat nach Reiters Auskunft noch zwei Jahre länger Zeit, die Zuschüsse abzurechnen, also bis Ende 2015. So seien auch Änderungen noch möglich, „hatten wir bei jedem zweiten Antrag“.



Antrag für Gensbacher Mühle

Bei einigen Projekten gab es sogar mehrere Anläufe. Etwa bei der Gensbacher Mühle in Emmersweiler. Antrag Nummer eins wurde abgelehnt – nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil die Eigentümer miteinander stritten. Jetzt ist der historische Bau verkauft, die neuen Besitzer haben Antrag Nummer zwei gestellt. Sie wollen den Bau sanieren, berichtet Reiter, einen Teil zum Wohnen vermieten und die alte Mühlentechnik öffentlich zugänglich machen. Fürs Letztere habe sich ein Mühlenverein gegründet. Der müsse dann in der nächsten Förderperiode aktiv werden und das Innenleben der Mühle herrichten. Denn Leader-Förderung sei nur für die Außen-Sanierung möglich. Die ursprüngliche Idee, in der Mühle Gastronomie einzurichten, sei vom Tisch.

Mit Gastronomie hat dafür ein Vorhaben des Vereins Erlebnisbergwerk Velsen zu tun. Die engagierte Gruppe möchte eine „Dunkelkantine“ einrichten. Es gehe dabei um eine bislang vermauerte Kammer, zehn mal 16 Meter groß, erklärt Reiter. Sie soll zugänglich gemacht werden für Menüs im Finstern, Speisen-Erlebnis pur, nur Schmecken und Riechen. Der Verein will dabei zusammenarbeiten mit dem saarländischen Blindenverband.

Ein weiteres Projekt, bei dem Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt stehen, hat sich die Gemeinde Großrosseln vorgenommen. Ein Großprojekt, von dem schon lange die Rede war, aber bisher ohne „Kümmerer“ und ohne Finanzier: An den Schlammweihern St. Charles zwischen Großrosseln und Dorf im Warndt soll ein barrierefreier Panorama-Weg entstehen. Uwe Prior, der kommunale Behindertenbeauftragte, hatte dafür schon vor vier Jahren ein Konzept erstellt, Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) hatte ebenfalls Feuer gefangen für diese eigenwillige, spröde, aber reizvolle Nach-Bergbau-Landschaft. Mit rund 180 000 Euro sind die Kosten für das Vorhaben veranschlagt, etwa 80 000 Euro davon muss die Gemeinde selber stemmen.



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