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Im ehemaligen Kapitelsaal des Klosters Wörschweiler lag bisher nur ein Stück Beton





Homburg
Neue Platte für den alten Grafen
Im ehemaligen Kapitelsaal des Klosters Wörschweiler lag bisher nur ein Stück Beton

Von SZ-RedakteurinChristine Maack,  13. Juni 2013, 00:00 Uhr
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Im ehemaligen Kapitelsaal (v.l.): Steinmetz Holger Kopp, der ehemalige OB Reiner Ulmcke, Bürgermeister Klaus Roth, Denkmalpfleger Michael Emser, der Wörschweiler Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger und Klaus Kell, Leiter des Homburger Kulturamtes. Fotos: Maack
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Blick auf die neue Grabplatte.
Gestern bekam der alte Graf von Homburg, der 1449 aus dem Leben schied, eine neue Grabplatte. Und zwar an der Stelle, wo er tatsächlich beerdigt ist, nämlich im ehemaligen Kapitelsaal des Klosters Wörschweiler. Gespendet hat die Platte der Rotary Club Homburg-Saarpfalz.
Gestern wurde dem letzten Grafen von Homburg eine späte Ehre zuteil: Er bekam eine neue Grabplatte. Die Original-Platte aus dem Jahr 1450 gibt es zwar noch, sie aber lehnt an der Wand und ist stark verwittert. Die neue aus Pfälzer Sandstein wirkt für einen Edelmann aus dem späten Mittelalter zwar bescheiden und weist keine aufwendigen Bleiverzierungen auf, wie das an der ursprünglichen Platte einst der Fall war. Aber das war auch gar nicht die Absicht.

Es ging dem ehemaligen Homburger Oberbürgermeister und Rotary-Mitglied Rainer Ulmcke vor allem darum, die unansehnliche Betonplatte, die man 1957 im ehemaligen Kapitelsaal der Abtei aufs echte Grab gelegt hatte, durch ein repräsentativeres Modell aus regional passendem rosa Sandstein zu ersetzen. Das Geld für die Platte, 5000 Euro, hatte der Rotary-Club Homburg-Saarpfalz aufgebracht.

Die Mitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dieses Andenken an ein wichtiges Kapitel der regionalen Geschichte finanziell zu unterstützen. Die Inschrift spendete der Bexbacher Steinbildhauer Holger Kopp, der sich auch um die Beschaffung des entsprechenden Sandsteinblocks gekümmert hatte. Eine entsprechende Imprägnierung soll nun dafür sorgen, dass der Stein in den nächsten Jahren weder mit Wasser durchtränkt noch schmutzig wird.

In einer umlaufenden Schrift erfahren die Besucher, dass der letzte Graf von Homburg 1449 starb und im Kapitelsaal begraben wurde. Nicht nur der Wörschweiler Ortsvertrauensmann Reinhold Nesselberger freute sich über die Aufwertung der Klosteranlage, auch Klaus Kell und Michael Emser, in deren Aufgabenbereich unter anderem der Denkmalschutz fällt, kamen zur Einweihung auf den Abteiberg, ebenso Bürgermeister Klaus Roth, der sich für das Engagement der Rotary Clubs Homburg-Saarpfalz bedankte. Das Beispiel machte Schule: In einigen Wochen so betonte Ortsvorsteher Nesselberger, komme eine zweite neue Grabplatte hinzu, diesmal gespendet von einer Familie aus Schwarzenacker. Sie ist für das Grab des letzten Abtes der Wörschweiler Abtei bestimmt und soll auch hier die unschöne Betonplatte ersetzen.

Alt-OB Ulmcke glaubt an die Beständigkeit des Steines: Die neue Grabplatte, so hofft er, möge ebenfalls 500 Jahre halten. Das Original existiere ja schließlich auch noch.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Abtei von Wörschweiler wurde 1130 von Graf Friedrich I. von Saarwerden und seiner Gemahlin Gertrud als Benediktinerkloster gegründet und von Mönchen aus dem Kloster Hornbach besiedelt. 1171 wurde die Abtei von Zisterziensern übernommen. Bis zu ihrer Auflösung 1558 wurden innerhalb der Abteimauern Gönner des Klosters begraben. Dazu zählen neben Johann von Homburg auch die Abtei-Gründer, die Grafen von Saarwerden. Die Verknüpfung des Wörschweiler Klosters mit dem benachbarten, 1330 mit Stadtrechten ausgestatteten Homburg, war sehr eng. maa

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