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Hunderte wollen Lebensretter werden





Friedrichsthal
Hunderte wollen Lebensretter werden
Von  Anja Kernig, 
20. März 2017, 02:00 Uhr
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Mächtig viel Betrieb herrschte bei der Typisierungsaktion in der Bismarckhalle in Friedrichsthal. Foto: Iris Maurer

Foto: Iris Maurer
Ein Erfolg war gestern die Typisierungsaktion in Friedrichsthal. 400 potenzielle Stammzellenspender möchten einer Leukämiekranken helfen.

Alle, alle waren sie da: Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz und Malteser, Freunde, Verwandte, Bekannte. Auch sechs Mitarbeiter der Onkologie-Station auf dem Saarbrücker Rastpfuhl halfen gestern gern bei der großen Typisierungsaktion in der rappelvollen Bismarckhalle. „Es ist Wahnsinn“, sagte Christa Lippert, die schon mehrfach dabei war und nun erneut gern einen Sonntag opferte, diesmal, um am üppig bestückten Kuchen- und Tortenstand zu helfen. Irgendwie kannte in der Halle jeder jeden, und alle nahmen Anteil am Schicksal Nicoles. Die 34-jährige Ehefrau und Mutter aus Friedrichsthal hat Leukämie (wir berichten).

Manch einer konnte es gar nicht erwarten zu helfen: Schon vor 13 Uhr hatten warteten etliche Leute vor der Turnhalle. Möglich, dass mancher dann erst mal schlucken musste. Konnte sich doch nicht jeder registrieren lassen: „Stammzellenspenden sind zwar bis zum 61. Lebensjahr möglich“, erklärte Bruno Zimmer, Vorstandsmitglied der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung, die mit zehn Helfern vor Ort war. Allerdings werden ältere Semester sehr viel seltener von den transplantierenden Ärzten als Spender ausgewählt: „Die Wahrscheinlichkeit sinkt mit zunehmendem Alter.“

Für Frauen über 40, die mehrere Schwangerschaften hinter sich haben, ist sie sogar erheblich niedriger. „Deshalb macht es für uns betriebswirtschaftlich keinen Sinn, die Typisierung von über 40-Jährigen zu finanzieren.“ Dies um so mehr, als sich die Arbeit der Stiftung aus Spenden finanziert, so Zimmer.

Weshalb sich jeder Registrierwillige, der 1976 oder früher geboren ist, am Sonntag entscheiden musste, ob er die 45 Euro Laborkosten selbst trägt oder ob er seine Hilfe auf den Kauf von Tombola-Losen und Kaffee beschränkte.

Keine lange Bedenkzeit brauchte Heike Krämer. Die studierte Biologin war mit ihrer Tochter aus Quierschied hergepilgert. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen und gedacht, dass es ja eigentlich ganz wenig Aufwand ist, um jemandem zu helfen.“

Magdalena Krämer war bereits registriert. „Das habe ich direkt per Stäbchen und Post gemacht, als ich 18 geworden bin“, verriet die Medizinstudentin. Sie ließ sich damals auch einen Organspenderausweis ausstellen und spendet regelmäßig Blut – für die 20-Jährige selbstverständlich. Ist es aber durchaus nicht, auch wenn die Bereitschaft, sich testen zu lassen, unvermindert hoch ist, wie Susanne Morsch erzählte. „Ich weiß gar nicht, wie oft ich heute gefragt worden bin, ob man sich als registrierter Spender noch einmal testen lassen muss.“ Natürlich nicht. Sind die Daten einmal registriert, gehen sie nicht mehr verloren. „Aber wir aktualisieren sie alle drei Jahre“, sagte Bruno Zimmer. Dann erhalten die derzeit 440 000 registrierten Frauen und Männer Post von der Stefan-Morsch-Stifung. Allein diese Aktion kostet 170 000 Euro, „ist aber notwendig“, um etwa Adressenänderungen abzufragen.

Nicole selbst geht es derzeit „den Umständen entsprechend“, teilte ihre Schwiegermutter, Steffi Recktenwald, mit. Die ganze Familie ist im Ausnahmezustand: „Es gibt Tage voller Euphorie, dass es klappt, und dann wieder Stunden, in denen die Nebenwirkungen der Chemotherapie extrem sind, in denen man heult und denkt, hoffentlich schafft sie es.“ Die Chancen, einen geeigneten Spender zu finden, liegen bei 70 Prozent, teilte Bruno Zimmer mit. Bis 17 Uhr ließen sich 400 neue Spender testen und registrieren. Ein super Ergebnis, sagte Steffi Recktenwald: „Wir hatten auf 300 bis 400 gehofft.“

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