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Ein Besuch in Wern's Mühle in Fürth lohnt sich für Gastronomie- und Geschichtsliebhaber gleichermaßen





Fürth
Und das Mühlrad dreht sich immer noch
Ein Besuch in Wern's Mühle in Fürth lohnt sich für Gastronomie- und Geschichtsliebhaber gleichermaßen

Von  Robert Schmidt, 
21. Juli 2016, 02:00 Uhr
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Willi Wern, Eigentümer der Historischen Ölmühle Wern (links), und Ortsvorsteher Ottfried Ratunde in der Mühle. Fotos: Robert Schmidt
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Maschine zum Knacken von Walnüssen.
Für eine Sommer-Serie haben wir Ortsvorsteher im Landkreis nach markanten Punkten in ihrem Ort gefragt, die die SZ nun während der Sommerzeit vorstellt. Wern's Mühle in Fürth ist nicht nur ein gut besuchtes Gasthaus. Die Mühle ist außerdem ein lebendiges Museum.
Der Ottweiler Ortsteil Fürth im Ostertal ähnelt in vielen Punkten anderen Orten im Landkreis. Die Einwohnerzahl schwindet, aktuell sind es rund 1400, viele Geschäfte haben in den vergangenen Jahren geschlossen. Eine Allgemeinarzt-Praxis gibt es noch, einen Zahnarzt und einen Bäcker. Dass die örtliche Sparkasse vor Kurzem nach einer Renovierung wieder neu eröffnete, findet Ortsvorsteher Ottfried Ratunde nicht selbstverständlich. Stolz ist Ratunde auf die Alte Römerbrücke im alten Ortskern. Die heutige Fußgängerbrücke habe „länger gehalten als so manche moderne Brücke“, sagt er lachend bei einer Tour durch Fürth. Auch der Name des Ortsteils stamme aus dieser Zeit, erklärt er. Fürth komme von „Fort“. Die alten Römer sind schon längst wieder weg. Dafür prägen andere Bauwerke das Ortsbild, die typisch sind für die neue Zeit: Seit rund zwei Jahren drehen sich hier zehn Windräder. Neu ist auch eine Nahwärme-Anlage, mit der Fürth zum ersten Dorf werden will, das seinen Strom und seine Wärme überwiegend aus heimischer Biomasse bezieht (wir berichteten).

Jedes Dorf braucht ein Zentrum, einen Ort, wo man sich trifft. „Wern's Mühle ist der einzige Anlaufpunkt“, erklärt Ortsvorsteher Ratunde. Das Gasthaus ist der letzte gastronomische Betrieb im Ort. „Wern's Mühle“ bietet von Dienstagnachmittag bis Sonntagabend gutbürgerliche Küche. Insgesamt 18 Betten stehen zudem zur Übernachtung bereit.

Doch die Mühle ist nicht nur eine Gaststätte, in der Einheimische und Touristen Halt machen. Sie ist auch ein Ort lebendiger Geschichte. Während der Öffnungszeiten kann auch der historische Mühlentrakt besichtigt werden. „Hier wollen wir vermitteln, wie es früher war“, sagt Willi Wern. Der Nachfahre der Erbauer führt heute ehrenamtlich durch die Mühle. Bis vor wenigen Jahren waren er und seine Frau Hedwig auch Inhaber des Gasthauses. Seit Anfang des Jahres gehört das den Gastronomen Markus Keller und seiner Frau Theresia. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Ratunde gibt Willi Wern einen Einblick in die Mühlengeschichte, die ja auch die Geschichte seiner Familie ist.

Die 1841 erbaute Mühle habe 1856 ihre heutige Form als Ölmühle bekommen. Damals wurde sie noch als Stampfmühle betrieben, eine körperlich sehr anstrengende Technik. Seit 1923 werde die Mühle komplett mit Wasser betrieben. Während des Krieges habe sie dann der Versorgung gedient, erzählt Wern weiter. Die höchste Produktivität habe die Mühle aber in den 50er Jahren erreicht. „Damals wurde in drei Schichten gearbeitet“, weiß Wern. In dieser Zeit hätten die Familie und ihre Angestellten als Rapsöl-Produzent für die Firma Fausa gearbeitet, den Hersteller der Landsieg-Margarine.

Heute zeigen Wern und seine anderen ehrenamtlichen Helfer den Besuchern gerne das noch immer funktionierende Mühlrad. Und damit sich das nicht ganz umsonst dreht, wird in „Wern's Mühle“ auch heute noch gemahlen. Mit einer einzigen Pressung verarbeiten Wern und Kollegen heute rund 15 Kilo Nusskerne aus der Region zu Nussöl, das man dann im Gasthaus kaufen kann.

Zum Thema:

Auf einen Blick Fürth liegt im Ostertal. Der Ortsteil von Ottweiler hat aktuell rund 1400 Einwohner. Wern's Mühle befindet sich in der Brückenstraße 37 in 66564 Fürth, Telefon Gasthaus: (0 68 58) 6 99 92 11, Tel. Museum (Willi Wern): (0 68 58) 82 49. red

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