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Stricken für eine schönere Schule



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Stricken für eine schönere Schule
Von SZ-Mitarbeiterin Anika Meyer,  20. September 2012, 00:08 Uhr
Neunkirchen. Ein kunterbuntes, flauschig-weiches Chaos hatte sich gestern über einen Klassensaal in der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Innenstadt ausgebreitet: Wollknäuel in Rot, Gelb, Blau, Grün und allen sonst erdenklichen Farben bedeckten Tische, Bänke und Fußboden, dazwischen hockten Schüler und blickten konzentriert auf ihre werkelnden Hände



Neunkirchen. Ein kunterbuntes, flauschig-weiches Chaos hatte sich gestern über einen Klassensaal in der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Innenstadt ausgebreitet: Wollknäuel in Rot, Gelb, Blau, Grün und allen sonst erdenklichen Farben bedeckten Tische, Bänke und Fußboden, dazwischen hockten Schüler und blickten konzentriert auf ihre werkelnden Hände. Aus Strickliesel-Figuren wuchsen dicke Wollbänder und puschelige Bommel, manch einer probierte sich auch an richtigen Stricknadeln. Um die Kreativität nicht zu bremsen, durfte geplaudert und gelacht werden.

Die Schüler des Projektes "Kreative Praxis" hatten sichtlich Spaß bei ihrem dritten Arbeitstreffen. Und das nicht zuletzt Dank vieler, vieler SZ-Leser, die nach einem Aufruf von Lehrerin Kerstin Burgard freigiebig Handarbeitsutensilien gespendet hatten. "Es ist großartig. Zehn Kartons sind mittlerweile voll und es kommen immer noch Sachen rein. Wir haben Wolle, Garne, Strick- und Häkelnadeln und sogar fast fertige Arbeitsstücke bekommen", freut sich Burgard. Und die fleißigen Hände arbeiten nicht nur für sich selbst, sondern für die Schule: sie wollen das Gebäude verschönern.

Die Idee kommt von der Wollkünstlerin Strickbombe, die den Kindern die Theorie des Strickens vermittelt hat und nun mit Rat und Tat zur Seite steht: "Es geht darum, Hüllen für Gegenstände herzustellen und damit etwa einen langweiligen Fahrradständer oder ein Geländer bunt zu machen." Die Schüler schlagen sich super, findet die Strickbombe. "Es ist erst das dritte Treffen und alle können schon an etwas arbeiten."

Auch Kerstin Burgard und ihre Kollegen begleiten das Strickprojekt in Freistunden. Manche Schüler haben von Eltern oder Großeltern eine Einführung in die Handarbeit erhalten, andere machen gerade ihre ersten Schritte. "Stricken ist für mich etwas ganz Neues. Ich wollte es einfach mal ausprobieren und es macht sehr viel Spaß", meint Yonus Gleich, einer der gar nicht mal so wenigen Jungs in der Runde. Unterstützung hat er in Steven Hepp, der sich vor allem auf das verschönerte Gebäude freut.

Auf der Warteliste für ein neues "Outfit" steht unter anderem das Treppengeländer. Joana Zündorf kümmert sich bereits um diesen Auftrag. "Ich mache mit der Strickliesel eine Schnur, die um das Geländer gewickelt wird." Melissa Yetim hat ihren ersten Bommel fertig gestellt: "Den hänge ich draußen an einen Ast."

Das Handarbeitsprojekt wird über das ganze Schuljahr fortgeführt, Ideen gibt es genug. So soll der Gitterzaun um den Schulhof zu einer Art Webrahmen werden und bald von vielen bunten Motiven geschmückt sein. Wenn alles fertig ist, verspricht Burgard, werden interessierte Spender eingeladen, sich das Ergebnis anzusehen.

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