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Im Neunkircher Café der Kulturen treffen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft





Kreis Neunkirchen
Kennenlernen und Vernetzen
Im Neunkircher Café der Kulturen treffen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft

18. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Mohamad Haniyaboudi
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Schnappschuss aus dem Café der Kulturen. Foto: Eva Morbe-Alt

Foto: Eva Morbe-Alt
Funktionierende Infosysteme, Kontakte und Hilfe sind wichtig, wenn sich Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund bei uns integrieren möchten. Dabei hilft in Neunkirchen das Café der Kulturen.

Was braucht man für einen Neuanfang – sei es in einem fremden Land oder zum Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt? Der Möbelkünstler Mohamad Haniyaboudi aus Syrien muss sich, wie viele Geflüchtete, eine neue Existenz aufbauen, fernab von Krieg und Hungersnot im Heimatland. Um den eigenen „Way of life“ und den Sprung in eine neue Gesellschaft zu finden, bedarf es in erster Linie funktionierender Informationssysteme, welche die eigene Wegfindung unterstützen. Vor allem ehrenamtliche Helfer, wie die aus Litauen stammende Organisatorin Laima Rui, halten ein Netzwerk der Kulturen in Neunkirchen am Leben. Mit eigenem Migrationshintergrund versteht sie Rui, Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen einander näher zu bringen und arbeitet seit 2007 daran, einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen sowie Bedarfe und Angebote zu ermitteln.

Verschiedene Projekte sorgen dabei im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ des Landkreises Neunkirchen, welche vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, für Orientierung und Struktur. So kann man auch dem Künstler Mohamad Haniyaboudi im Café der Kulturen begegnen. Es ist ein Zusammentreffen von Helfern, Interessierten und Flüchtlingen aller Couleur, welches einmal im Monat im Komm-Zentrum in Neunkirchen stattfindet. Dabei steht das Kennenlernen sowie die Vernetzung der Menschen im Vordergrund und es wird gerne gefeiert mit landestypischen Speisen aus der Heimat der jeweiligen Teilnehmer. Eingeladene Experten, wie der Rechtsanwalt Peter Nobert, informieren über die Themen Familienzusammenführung, Aufenthaltsrecht und verschiedene Fragen zu Arbeit und Wohnrecht, aber auch zu Handyverträgen und Bankkarten. Desweiteren gab es schon Infos zum Thema Führerschein von der Straßenverkehrsbehörde und Marlene Lenz-Wagner, Berufsberaterin im Ruhestand, kümmert sich regelmäßig um alle Fragen zu Studium und Beruf - sowohl für Migranten als auch für interessierte Schulgruppen oder Einzelpersonen. Ein weiterer Baustein stellt das Sprechcafé dar.

Haniyaboudi und ein weiterer junger Syrer, der sich die Deutsche Sprache in seinen zehn Monaten Aufenthaltszeit in Deutschland weitgehend über YouTube selbst beigebracht hat, stehen als Dolmetscher und Helfer zur Verfügung. Im Sprechcafé wird über Deutschland, Heimat und den Alltag geredet und die Verständigung spielend über Fotos, das Lesen von Zeitungen und Anzeigen oder über Aktivitäten, wie gemeinsames Kochen und verschiedene Ausflüge näher gebracht. Angeboten wird zudem ein Sprachkurs für junge, syrische Mütter, deren Kinder noch nicht den Kindergarten besuchen und die sie für diese Zeit mitbringen und betreuen lassen können.

Viele Teilnehmer, die sich in den Projekten Unterstützung holen, geben ihre Erfahrungen an die Gemeinschaft weiter, sei es im Alltag, als Dolmetscher oder wie Haniyaboudi in einer angebotenen Künstlerwerkstatt. Mit seiner gestalteten Ruhebank, die bei einer Pflanzaktion in Kooperation mit der Neunkircher Bürgerinitiative am 24. September eingeweiht wurde, hat er auch zur Verschönerung des Marktplatzes an der Bürgermeister-Ludwig-Straße beigetragen.

Termine und Adressen unter www.fluechtlingshilfe-nk.de.


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