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Zum 666. Geburtstag soll es im Juni richtig krachen

Stennweilers Ortsvorsteherin Christina Baltes beschreitet neue Wege, um die Jugend zu animieren


Von SZ-MitarbeiterinCarolin Merkel, 18.05.2013 00:00
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Zum Dorffoto in Stennweiler waren Jung und Alt und die komplette Wehr des Ortes auf den Dorfplatz Alter Schulhof gekommen. Foto: Jörg Jacobi Foto: Jörg Jacobi
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Ortsvorsteherin Christina Baltes
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Vom Dorfplatz aus, dem Alten Schulhof, kommt man zur katholischen Kirche St. Barbara, Foto: Jörg Jacobi Foto: Jörg Jacobi
Mit Christina Baltes steht im Schiffweiler Ortsteil Stennweiler seit drei Jahren eine Frau an der Spitze des Ortsrates. „Und ich will mich gerade als Frau für meinen Ort politisch engagieren, wünsche mir, dass noch viele weitere Frauen meinem Beispiel folgen“, sagt sie.
Sie fühlt sich sehr wohl in Stennweiler, einem reinen „Wohnort“ wie sie betont. „Ich komme im Dorf oft mit Familien ins Gespräch, die nach Stennweiler gebaut haben und alle bestätigen mir, dass sie sich bei uns sehr wohl fühlen.“ An Wohnqualität mangele es in ihrem Heimatort, in dem sie als Kind am liebsten bei den Großeltern in der Landwirtschaft angepackt hat, nicht. „Doch die Versorgung mit Lebensmitteln vor Ort bereitet mir schon, vor allem für die älteren, nicht mehr mobilen Menschen, große Sorgen“, bedauert Baltes. Doch ein Lebensmittelgeschäft in Stennweiler zu etablieren, dieser Wunsch werde sich wohl nicht erfüllen, „denn, ich habe überall nachgefragt, wir sind zahlenmäßig einfach zu klein, da kommt kein Investor“, erzählt sie.

Kleiner Trost sei die ortsansässige Bäckerei, die auch frische Lebensmittel im Angebot habe. Die ärztliche Versorgung hingegen sei gut, Allgemeinmediziner und Zahnarzt sind vor Ort. „Statt der Apotheke gibt es einen Rezept-Briefkasten, der wird von den Stennweiler Bürgern gut genutzt“, so Baltes. Trotz Neubaugebiet In den Heiligen Gärten, wo gerade der dritte Bauabschnitt fertiggestellt wurde, fehlt es in Stennweiler ganz klar am Nachwuchs, die Schulschließung vor einigen Jahren sah die Ortsvorsteherin als logische Folge.

„Doch auch die Vereine haben ihre Probleme, können oft nur mit Spielgemeinschaften überleben“, sagt sie. Über die Dorfgrenzen hinwegdenken, das kann, so die Ortsvorsteherin eine Chance zum Überleben für alle bedeuten. Christina Baltes hat im vergangenen Jahr ein Exempel statuiert und mit einem Gemeinde-Weihnachtsmarkt ein Zeichen gesetzt. „Statt an jedem Wochenende in einem Ortsteil mit drei oder vier Ständen einen kleinen Markt mit wenigen Besuchern abzuhalten, haben wir uns alle zusammengetan und an einem Wochenende einen großen Weihnachtsmarkt veranstaltet“, erzählt sie. Der wird in diesem Jahr in Heiligenwald in die zweite Auflage gehen. Als großen Gewinn nach einer langen Planungszeit empfindet sie die Umgestaltung des Platzes Alte Schule. Hier ist in der Dorfmitte eine schöne Fläche entstanden, „und in diesem Jahr sollen nun auch endlich die versprochenen Sitzgelegenheiten aufgestellt werden“, betont Baltes.

Viel Arbeit hat die Ortsvorsteherin momentan mit den Vorbereitungen zur 666-Jahr-Feier, der Festkommers ist bereits am 22. Juni. „Es ist vielleicht kein klassisches Jubiläum, aber wir sorgen uns, ob die nachfolgenden Generationen noch diese Traditionen fortführen und so haben wir uns entschlossen, diesen Geburtstag zu feiern“, so Baltes.

Ganz klar geht ihr Appell an die Jugend, sich für den Ort, „und das muss nicht unbedingt in einer Partei sein“, zu engagieren. Dann, so hofft die Ortsvorsteherin, kann Stennweiler trotz demografischen Wandels mit seinem vorbildhaften Vereinsleben und der gut funktionierenden Dorfgemeinschaft optimistisch in die Zukunft gehen.

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Auf einen BlickDer Ortsteil Stennweiler ist mit 2238 Einwohnern auf einer Fläche von 4,61 Quadratkilometern von der Einwohnzahl her gesehen der kleinste Ortsteil der Gemeinde. Ortsvorsteherin ist Christina Baltes, SPD. Im Ortsrat verteilen sich die Sitze auf SPD: acht Sitze, CDU: zwei Sitze, FBL: ein Sitz. Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahr 1347, der Name leitet sich vom steinigen Boden, so erst „Steinweiler“ genannt, ab. In Stennweiler gibt es einen Kindergarten mit Krippenplätzen. In der Lindenhalle bieten die Vereine ein umfassendes Sportprogramm. Sehenswert ist die „tausendjährige“ Linde und der Rosengarten. cim

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Auf einen BlickDas Gruppenfoto der SZ-Aktion „Unser Ort hat viele Gesichter“ gibt es im Internet zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 99 Cent. Abzüge können Sie nur schriftlich bestellen: Saarbrücker Zeitung, Bahnhofstraße 50, 66538 Neunkirchen. E-Mail: rednk@sz-sb.de (Preis: ein Euro). red
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