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VBGO-Mitglieder finden sterbliche Überreste eines gefallenen Soldaten





Sinz
Erfolgreiche Suche im Sinzer Wald
VBGO-Mitglieder finden sterbliche Überreste eines gefallenen Soldaten

Von  Rolf Ruppenthal, 
01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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VBGO-Mitglieder bei der Suche nach vermissten Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Fotos: Ruppenthal
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Die sterblichen Überreste des amerikanischen Soldaten.

Nachdem bei einer Suchaktion im Sinzer Wald im vergangenen Herbst militärische Ausrüstungsgegenstände gefunden worden waren, wurden diesmal die sterblichen Überreste eines amerikanischen Soldaten entdeckt.

Erfolgreicher Sucheinsatz im Sinzer Wald. Schon im vergangenen Jahr suchte der Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa (VBGO) im Dreiländereck nach vermissten Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg. Aufgrund der Recherchen und der vorhandenen Unterlagen wusste man von Seiten des VBGO, dass es in diesem Bereich schwere und verlustreiche Gefechte zwischen Amerikanern und Deutschen gegeben hatte. Nicht alle Opfer wurden bislang gefunden.

Im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion im vergangenen Herbst konnten Ausrüstungsgegenstände von Soldaten ausfindig gemacht werden. Bei einer erneuten Suche wurden jüngst sterbliche Überreste eines Gefallenen gefunden. „Wir hatten bei der Suche einfach Glück gehabt,“ erklärte Hans-Peter Jung, zweiter Vorsitzender des VBGO. Dabei hatte man den Waldbereich systematisch durchkämmt und war im dichten Unterholz unter einer Baumwurzel auf die Knochenreste gestoßen. Jetzt setzte man die Suche fort, um mit einem Kleinbagger den Fundort freizulegen und das Erdreich noch genauer zu untersuchen. Allen Anzeichen nach war der amerikanische Soldat bei einem Granateinschlag getötet worden. Schädel, Rippen und Wirbel konnten gefunden werden, von den großen Knochen der Arme und Beine fehlt jedoch bislang noch jede Spur.

 

Neue Fragen

Auch wirft der Fund neue Fragen auf. „Eigentlich haben wir nach einem 22-jährigen amerikanischen Soldaten gesucht, eine aufgefundene Zahnprothese deutet aber daraufhin, dass es sich um einen anderen Soldaten handeln könnte,“ erklärte Hans-Peter Jung. Weitere Recherchen, darunter DNA-Untersuchungen und Überprüfungen des Zahnbildes, sollen aber die Identität des Gefallenen zweifelsfrei klären. Jung ist zuversichtlich, dass dies auch gelingt.

 

Die Suchaktionen des VBGO stoßen nach seinen Worten inzwischen im In- und Ausland auf viel Beachtung. Ursprünglich in Russland und Osteuropa gestartet, finden entsprechende Sucheinsätze längst auch in unserer Region statt – und auch hier mit Erfolg.

„Wir suchen nicht nach Soldaten der deutschen Wehrmacht, nicht nach GIs, Marines, Rotarmisten oder polnischem Militär, nicht nach Infanteristen, Matrosen oder Luftwaffensoldaten, nicht nach Guten oder Bösen – wir suchen nach Menschen: Söhnen, Vätern und Brüdern,“ betont Jung. „Auch gefallene Soldaten sind Opfer – Opfer eines grausamen Krieges, den sie nicht verschuldet und nicht gewollt haben“, führt er weiter aus, um zu ergänzen: „Das Gedenken an ihren Tod soll uns stete Mahnung sein.“ Er selbst war 1992 mit dem VBGO in Russland gestartet, um dort die drei gefallenen Brüder seiner Mutter zu finden. Inzwischen ist es ihm wichtiger, zusammen mit Mitstreitern aus aller Welt mit derartigen Suchaktionen und Sucherfolgen einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum friedlichen Zusammenleben der Nationen zu leisten.

So waren dieses Mal wieder Helfer aus Deutschland, aber auch aus Holland, Frankreich, Luxemburg und den USA im Einsatz – wie immer alle ehrenamtlich. Die Arbeit des VBGO zieht inzwischen weite Kreise. Die Kooperationen mit vielen ausländischen Partnerorganisationen, aber auch den verschiedensten deutschen Dienststellen und Institutionen motiviert die Helfer und bringt oft wertvolle Erkenntnisse für die Sucheinsätze und ihre Ergebnisse.

 

 

Dankschreiben aus aller Welt

Hans-Peter Jung und seine Mitstreiter erreichen immer wieder Dankschreiben, aber auch Anfragen aus aller Welt. So erhielt man erst jüngst einen Brief einer Familie aus Colorado, die ihren gefallenen Onkel bei Dillingen vermutet. Sie war durch einen Beitrag in der amerikanischen Zeitschrift „Stars and Stripes“ auf die Aktivitäten des Vereins aufmerksam geworden. Dabei wird die Arbeit der VBGO trotz umfangreicher Recherchearbeit im Vorfeld immer schwieriger.

 

Nicht nur dass sich das Landschaftsbild in den letzten Jahrzehnten vielerorts gravierend verändert hat, auch die Zeitzeugen sterben inzwischen rasant weg.

„Informationen von Bewohnern der Region, damals zumeist noch Kinder, können wichtige Hilfestellungen sein und werden dankbar entgegengenommen,“ erklärt Jung abschließend.



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