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Schüler verbringen Teil des Unterrichts in Seniorenheimen und Kindergärten





Homburg
Anderen Menschen Zeit schenken
Schüler verbringen Teil des Unterrichts in Seniorenheimen und Kindergärten

Von  Thorsten Wolf, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
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Celina, Leonie und Ceren (von links) gehören zu den 20 Schülern der Ganztags-Klasse 9a der Robert-Bosch-Schule, die anderen ihre Zeit schenken. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf
„Zeit schenken“ lautet das Motto einer neunten Klasse der Robert-Bosch-Schule in Homburg. Einmal pro Woche verbringen die Schüler etwa in Seniorenheime oder Kindergärten und helfen dort im Alltag. Die Aktion läuft bis zum Schuljahresende.

Es gibt eine Sache, deren Wert ist kaum hoch genug einzuschätzen: Zeit. Und wer Zeit, seine Zeit, anderen schenkt, der macht etwas wirklich Bedeutsames. So wie die 20 Schülerinnen und Schüler der Ganztags-Klasse 9a der Robert-Bosch-Schule in Homburg. Seit Anfang des Schuljahres verbringen die Mädchen und Jungen einen Teil ihres Unterrichts, genauer zwei Stunden an jedem Montagnachmittag, in Seniorenheimen, Freiwilligen Ganztagsschulen und auch Kindergärten.

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen, sozialen Projekt hatten die Schüler selbst – als Ergebnis der Überlegungen, wie der Unterricht in der Ganztags-Klasse 9a der Robert Bosch aussehen soll. Schulleiterin Barbara Neumann: „Eigentlich wollten die Mädchen und Jungen in der neunten Klasse keinen Ganztagsunterricht mehr. Wir haben dann gefragt, wie der Unterricht aussehen müsste, damit die Ganztagsklasse erhalten bliebe.“ Da kam der Entschluss, etwas außerhalb der Schule zu machen, Zeit zu verschenken.

Unter den 20, die sich seitdem sozial engagieren, sind auch Leonie Schmidt, Celina Becker und Ceren Kerimoglou. „Ich verschenke meine Zeit in der Nachmittagsbetreuung an der Sonnenfeld-Grundschule“, erzählt Leonie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich helfe den Kindern in der Hausaufgaben-Betreuung, beantworte deren Fragen, egal in welchem Fach.“ Celina hat sich dafür entschieden, in der Pro-Seniore-Residenz Hohenburg ihre zwei Stunden zu verbringen, „dort unterhalte ich mich mit den Menschen, spiele mit ihnen – und verbringe einfach Zeit mit den Senioren“. Und Ceren? Sie betreut Kinder im der Kita St. Fronleichnam. „Dort lese ich den Kindern was vor oder gehe, wenn es mit dem Wetter passt, mit den Kleinen auch raus.“

Allen Dreien merkt man im Gespräch an, dass es ihnen wirklich Spaß macht, ihre Zeit zu verschenken. Und auch wenn das Projekt nun schon einige Monate läuft, ist von Schenk-Müdigkeit nichts zu spüren. „Ich finde das überhaupt nicht langweilig“, sagt Celina bestimmt. Und Leonie ergänzt aus ihrer Sicht, warum das so ist. „Die Kinder fragen etwas, man erklärt es ihnen – und später sieht man dann, wie die Kinder selbst die Aufgaben lösen können. Das macht einen selbst ein bisschen stolz.“

Mit der Zeit hätten sich auch echte Beziehungen zwischen den Zeit-Schenkern und den Zeit-Beschenkten entwickelt. „Wenn ich in den Kindergarten komme, dann kommen die Kinder direkt zu mir und wollen, dass wir was gemeinsam unternehmen“, freut sich Ceren.

So viel Erfolg macht auch die Verantwortlichen ein bisschen Stolz: Schulleiterin Barbara Neumann, Klassenlehrerin Yvonne Schröder und auch die Beigeordnete Christine Becker, die mit ihrem Dezernat einige Kontakte zwischen Schule und Einrichtungen herstellen konnte. Doch ein bisschen Stolz ist es nicht allein, was bewegt: Auch hätte sich der eine oder andere Schüler im Laufe des Projektes geöffnet und ein bisschen Zurückhaltung verloren, bestätigt Schröder. Für Neumann ist klar: „Wir haben einfach ziemlich gute Kinder hier an der Schule.“

Zum Thema:

Auf einen Blick Seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 verschenken die 20 Schülerinnen und Schüler der Ganztags-Klasse 9a der Robert-Bosch-Schule jeden Montag zwei Stunden ihrer Zeit in sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen und leisten dort ganz unterschiedliche Aufgaben: In Kindergärten, bei der Tafel, in der Kleiderkammer der Stadt, in Senioreneinrichtungen, beim Tierheim Homburg und auch am Uniklinikum. Das Projekt läuft bis zum Schuljahresende. thw


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