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Zwölfter Streik der Lufthansa-Piloten

Frankfurt. Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und ihren streikfreudigen Piloten sind schon wieder gescheitert. Die Gewerkschaft droht mit längeren Streiks.

Lufthansa-Passagiere müssen sich schon wieder auf Flugausfälle gefasst machen. Zum zwölften Mal innerhalb eines Jahres streiken heute die Mitglieder der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bei der größten deutschen Fluggesellschaft. Das Unternehmen hat einem vorläufigen Flugplan zufolge rund 750 von 1400 geplanten Flügen gestrichen. Von den Absagen betroffen sind rund 80 000 Passagiere , die vor allem über die Drehkreuze München und Frankfurt reisen wollten. Kurz- und Mittelstreckenflüge sollten heute ganztägig bestreikt werden, kündigte die Gewerkschaft an. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings seien nicht betroffen. Das Langstreckenprogramm laufe ebenfalls wie geplant, teilte die Airline mit. Den meisten Passagieren, die vom Arbeitskampf betroffen seien, könnten Alternativen auf andere Flüge oder innerdeutsche Zugverbindungen angeboten werden.

Die Gewerkschaft drohte, ihre Streiks noch zu verschärfen: "Die VC wird ihre Arbeitskampfmaßnahmen ausweiten, um den Druck auf die Lufthansa zu erhöhen", schrieb die Gewerkschaft. Das könnte dem Vernehmen nach bedeuten, dass kurzfristig schon dieser Arbeitskampf verlängert oder auch auf andere Betriebsteile wie die Fernflüge oder Germanwings ausgeweitet werden könnte. "Wir können noch die nächsten paar Jahre streiken", sagte ein VC-Sprecher.

Hintergrund der mittlerweile zwölften Streikwelle ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Unternehmen und VC in der vergangenen Woche. Lufthansa hatte nach eigenen Angaben ein verbessertes Angebot zur Übergangsversorgung der rund 5400 nach dem Konzerntarifvertrag bezahlten Piloten vorgelegt. Die Fluggesellschaft warf der Pilotengewerkschaft nun vor, die erneute Streikankündigung entbehre jeder Verhältnismäßigkeit. Die VC ihrerseits hielt der Lufthansa vor, nicht ernsthaft auf einen Tarifabschluss hinzuarbeiten. Ein für heute geplantes Gespräch über die künftigen Pilotengehälter sagte die Lufthansa nach der VC-Streikankündigung ab. Das entsprechende Angebot habe man zurückgezogen.





Offizieller Streikanlass war bislang immer die umstrittene Übergangsversorgung der Piloten bis zur gesetzlichen Rente. Es gibt aber auch einen heftigen Streit über den künftigen Kurs bei Europas größtem Luftfahrtkonzern, vor allem um die geplante Stärkung der Billigmarke Eurowings . dpa

Meinung:

Rücksichtsloser Ego-Trip

Von SZ-RedakteurVolker Meyer zu Tittingdorf

Die Piloten verlieren jedes Maß. Sie wollen partout nicht einsehen, dass sie genauso wie andere Berufsgruppen bei der Lufthansa einen Beitrag dazu leisten müssen, die Fluggesellschaft konkurrenzfähig zu erhalten. Luxus-Übergangsrenten kann sich der Konzern, der von Billigfliegern wie Ryanair und arabischen Staats-Airlines in die Zange genommen wird, nicht mehr leisten. Auch muss die Lufthansa ihre eigene Billigmarke stärken, um bestehen zu können. Bleiben die privilegierten Piloten starrsinnig auf ihrem Ego-Trip, stehen am Ende allen Mitarbeitern der Lufthansa harte Zeiten bevor.