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| 20:19 Uhr

Zwischen Klischees und neuen WegenMichelle Dörr will Mediengestalterin werden

Saarbrücken. Wenn eine Maschine zusammengeschraubt und -geschweißt wird, ist für Ann-Kathrin Schüssler der Moment gekommen, an dem es so richtig kribbelt. "Ich wollte gerne mit Metall arbeiten", begründet die 16-Jährige ihre Berufswahl.Im Saarland ist Ann-Kathrin eine von sieben jungen Frauen unter 564 Auszubildenden, die den Beruf des Metallbauers erlernen Von SZ-Redaktionsmitglied Daniela Englert

Saarbrücken. Wenn eine Maschine zusammengeschraubt und -geschweißt wird, ist für Ann-Kathrin Schüssler der Moment gekommen, an dem es so richtig kribbelt. "Ich wollte gerne mit Metall arbeiten", begründet die 16-Jährige ihre Berufswahl.Im Saarland ist Ann-Kathrin eine von sieben jungen Frauen unter 564 Auszubildenden, die den Beruf des Metallbauers erlernen. Drei davon arbeiten in in Gersweiler, beim Familienunternehmen Woll Sonderlösungen Maschinenbau. Bei Woll bauen sie an Sonderanfertigungen, vor allem für den Bereich Medizin- und Lebensmitteltechnik; die Maschinen werden weltweit ausgeliefert und vor Ort zusammengesetzt. Die Hauptkunden sitzen in Deutschland, Frankreich, Japan und in den USA.Geschicklichkeit statt KraftSeit vier Jahren bildet der Betrieb auch Frauen zur Metallbauerin aus. "Immer öfter haben Mädchen bei uns angefragt", sagt Ausbildungsleiter Werner Junold. Die feinmechanischen Fähigkeiten seien bei Frauen ausgeprägter. "Wenn es darum geht, Kleinstteile zusammenzubauen, sind sie oft besser als die Jungs", sagt Junold. Und was das schwere Heben angeht, werde dafür meist Technik eingesetzt. "Bei uns kommt es heute in erster Linie auf das handwerkliche Geschick an", sagt Junold. Schwere körperliche Arbeit sei heute kaum noch ein Hindernis für Frauen. Auch die entsprechenden sanitären Einrichtungen seien längst Standard - früher mussten Unternehmen oft nachrüsten.Ann-Kathrins Mutter kannte den Betrieb und empfahl die Bewerbung. "Aber hätte ich gesagt, ich werde Friseuse, hätte meine Mutter mich auch unterstützt", ist die Jugendliche überzeugt.Ihre Kollegin, Patricia Peter, hat ihr Interesse am Handwerk vom Vater mitbekommen. Ob es ums Mauern ging oder um die Elektrik: "Ich war oft dabei und habe gefragt, wie das funktioniert."Fokus auf wenigen BerufenObwohl junge Frauen meist bessere schulische Leistungen bringen als ihre männlichen Mitschüler, sind sie bei der Berufswahl deutlich eingeschränkter: "Mehr als die Hälfte der Mädchen konzentriert sich auf sechs Berufe", sagt die Beauftragte für Chancengleichheit der Arbeitsagentur Saarbrücken, Britgitte Kugler-Kiehnle. Bürokauffrau, Arzthelferin und Friseurin stehen ganz oben auf der Liste. Häufig orientierten sich die Mädchen an Berufen, die andere Frauen in der Familie oder im Bekanntenkreis ausüben oder die sie aus dem Fernsehen kennen. "Es fehlt den jungen Frauen an Vorbildern für Alternativen", sagt Kugler-Kiehnle. Bei den jungen Männern sei dies jedoch ähnlich."Jeder zweite Bewerber nennt den Kfz-Mechatroniker als Berufswunsch", sagt Jens Kaeswurm, Berufsberater beim Arbeitsamt Saarbrücken. Kaufmännische Berufe sind bei beiden Geschlechtern ebenfalls sehr beliebt. Im September 2008 gab es im Saarland 467 Lehrstellen für Bürofachkräfte, fast siebenhundert Bewerber hatten bei der Arbeitsagentur diesen Berufswunsch genannt. Anfangs hat sich auch Ann-Kathrin Schüssler über den Beruf der Bürokauffrau informiert. "Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, konnte ich mir doch nicht vorstellen", sagt sie.Völklingen. Michelle Dörr (Foto: SZ) liebt das freie Zeichnen, deshalb möchte die 17-Jährige gerne Mediengestalterin werden oder als Grafikerin bei einer Werbeagentur arbeiten. "Der Bereich Werbung, besonders visuelles Marketing würde mir sehr gut gefallen." Michelle Dörr hat bis Ende 2008 das Warndtgymnasium in der 11. Klasse besucht und absolviert derzeit ein Praktikum in einer Druckerei. Michelle hat Kenntnisse in der Bildbearbeitung und geht davon aus, dass ihr das Gestalten von Prospekten Spaß macht. Neben Englisch beherrscht sie Französisch und Spanisch.Michelle Dörr ist zu erreichen unter: (06898) 439 360 oder per E-Mail: michelle_doerr@web.de

Auf einen BlickAm Donnerstag, den 4. Juni finden von 9 bis 17 Uhr die Ausbildungsbörsen bei den Arbeitsagenturen in Saarbrücken, Saarlouis, Merzig und Neunkirchen statt. Interessierte können sich dort gezielt über den Lehrstellenmarkt in der Region infomieren. Bewerbungsunterlagen, zumindest das letzte Zeugnis sollten mitgebracht werden. de