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Zusage für Opel in Kaiserslautern

Berlin. Fiat-Chef Sergio Marchionne will nach einem Einstieg beim angeschlagenen Autobauer Opel nun doch alle vier Werke in Deutschland erhalten, sich aber von Mitarbeitern trennen. "Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden", sagte er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung

Berlin. Fiat-Chef Sergio Marchionne will nach einem Einstieg beim angeschlagenen Autobauer Opel nun doch alle vier Werke in Deutschland erhalten, sich aber von Mitarbeitern trennen. "Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden", sagte er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Auf Zahlen für den Stellenabbau wolle er sich jedoch nicht festlegen. Das Bundeswirtschaftsministerium begrüßte es gestern, dass Marchionne jetzt den Fortbestand aller vier Opel-Standorte garantieren könne. Am Montag hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach einem Gespräch mit Marchionne erklärt, Fiat wolle die Endmontagewerke von Opel in Rüsselsheim, Eisenach und Bochum erhalten. Die Motoren- und Komponentenproduktion in Kaiserslautern mit mehr als 3000 Beschäftigten könnte aber von "Konsolidierungsmaßnahmen" betroffen sein. Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Kaiserslautern, Alfred Klingel, reagierte zurückhaltend auf die Ankündigungen Marchionnes. Wenn Fiat keine Komponentenfertigung machen wolle, sei es logisch, dass das Motorenwerk in Kaiserslautern in Frage stehe, sagte er dem RBB-Inforadio. Die Bundesregierung müsse deutlich machen, dass in einem solchen Fall Opel nicht an Fiat verkauft werden könne. Ein früheres, geheimes Strategiepapier sieht laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nach einer Fusion mit Opel die teilweise oder komplette Schließung von zehn Werken vor. 18 000 Beschäftigte seien betroffen. Auf der Streichliste stehen demnach Teilbereiche der Werke in Bochum, Kaiserslautern und Rüsselsheim. Die Hauptlast der Einsparungen würden England mit der Opel-Schwestergesellschaft Vauxhall und Fiat in Italien tragen, so die Zeitung.In dem Ringen um eine Zukunft für Opel hat jetzt nach wochenlangen Spekulationen der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna erstmals offiziell sein Interesse bekundet. Das Unternehmen stehe in Gesprächen, an deren Ende die Übernahme einer Minderheit an Opel stehen könnte, teilte Magna gestern mit. Magna-Chef Frank Stronach bestätigte in der kanadischen Zeitung "The Globe and Mail", dass Magna weniger als 20 Prozent übernehmen wolle. Magna habe über 1,1 Milliarden Euro Bar-Reserven. Davon könne das Unternehmen "einen kleinen Anteil" für den Einstieg bei Opel verwenden. Zusammen mit Magna wollen die halbstaatliche russische Sberbank und der russische Autobauer Gaz bei Opel einsteigen, wie Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte. Gaz gehört Oleg Deripaska, der vor der Finanzkrise als reichster Mann Russlands galt. Die Krise setzte ihm aber massiv zu. Zurzeit verkauft er viele seiner Beteiligungen. dpa/afp/ddp